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Stadt Willich
Jede Menge Spaß auf und an der Niers

Stadt Willich: Jede Menge Spaß auf und an der Niers
Alle Boots-Mannschaften wurden vom Publikum eifrig angefeuert — die eigenen Freunde natürlich am meisten. FOTO: Kaiser Wolfgang
Stadt Willich. Beim Badewannenrennen der Katholischen Landjugend Anrath gingen 13 Teams mit skurrilen Gefährten an den Start. Nicht nur die Akteure, sondern auf die zahlreichen Zuschauer am Grenzweg kamen voll auf ihre Kosten. Von Willi Schöfer

Auf der einen Seite des Grenzweges war gestern mit dem Auto überhaupt kein Durchkommen. Dies gelang aber den Hunderten von "Pendlern" einwandfrei, die zu einem besonderen Event zu Fuß oder mit dem Rad in Bewegung waren. Diejenigen, die paddeln mussten, hatten es da eindeutig schwieriger. Denn gestern kam es dort zur alljährlichen inoffiziellen deutschen Meisterschaft: zum Badewannenrennen der Katholischen Landjugend (KLJB) Anrath.

Auch mancher Zuschauer machte in der Niers ein kleines, unfreiwilliges Bad. Das Wetter spielte zum Glück mit. FOTO: Kaiser Wolfgang

Eigentlich lässt sich Nina Dierkes gerade zur Veranstaltungskauffrau ausbilden. Die 23-jährige von der KLJB Tönisvorst ist morgens schnell mit der Bahn bei ihrer Arbeitsstelle. Gestern dauerte dies erheblich länger. Denn Nina war auf ihrem Boot die einzige Steuerfrau. In Pappmaschee durfte lediglich eine Nixe mitfahren. Und da einige Jungs das Schiff unbedingt entern wollten, hatte sie so ihre Mühe.

Es war einmal mehr eine große Gaudi, die gestern auf dem vielleicht 40 bis 50 Zentimeter flachen Teilstück der Niers ablief. 13 Teams hatten ihre eigenen Bootstypen mitgebracht. Sie kamen unter anderem aus Kerken, Straelen, Süchteln, Schaag oder Leuth. Sogar Pfadfinder aus Viersen hatten sich einen mehr oder weniger fahrtauglichen Untersatz zusammengezimmert.

Hai-Alarm an der Niers? Zum Glück war der Hai nur aufgeblasen. Bei diesem Kopf-an-Kopf-Rennen der Landjugenden von Straelen und Kerken half nur pure Muskelkraft. Ob Ziehen oder Schieben schneller zum Ziel führte, ist hier noch nicht entschieden. FOTO: WOLFGANG KAISER

Größtenteils aus Kanalröhren oder Tonnen waren die kleinen Langsamboote oder Schaufelraddampfer montiert. Bei den verschiedenen Rennen ging es über Distanzen von bis zu 200 Metern. Auf einem eigenen Thron, sprich hölzernem Sessel, saß als Weihnachtsmann verkleidet Philipp Jansen (20) von der KLJB Waldniel. Er wollte danach wohl die Besucher mit kleinen Präsenten bescheren. Nach etwa 100 Metern machte es platsch, und alles lag im Wasser, auch Philipp und sein "Rentier" (Fabio Winzen).

Es herrschte richtig Betrieb - zur Freude des Anrather KLJB-Führungsduos Laura Schmitz und Sebastian Ingmanns. Viele der insgesamt 80 Mitglieder gaben Getränke, Gegrilltes oder Kuchen aus, so Miriam, Andrea oder Johanna.

"Das ist hier kein Zuckerschlecken, also strengt euch an", waren mit dem Megaphon Alexander Manns (23) und Christian Terkatz (24) mittendrin und moderierten die insgesamt vier Rennen. Christian hatte sich, falls er mal Bekanntschaft mit der Niers machen sollte, vorsorglich ein Quietsche-Entchen als Rettungsweste übergezogen. Viele sprangen, vor allem beim abschließenden K.O.-Rennen gerne ins Nass. Jedenfalls brauchten die jungen Hilfskräfte des Malteser Hilfsdienstes keine besonderen Rettungsdienste zu übernehmen.

"Dies ist hier eine tolle Idee, früher habe ich hier auch mitgemacht", sagte der Tönisvorster Christoph Schmitz, der mit Ehefrau Ulrike mit dem Rad gekommen war. Für die Beiden wurde es zum vergnüglichen Familientreff. Aus Kempen kamen die Eltern von ihr, Willi und Marianne Drießen, dazu. Und ihre drei Kinder, Rebecca (10), Anna (12) und Simon (15), sahen sich gerade ein Rennen an.

Übrigens war es das 30. Badewannenrennen, das die KLJB Anrath organisierte. "Wir haben sogar ein Jubiläumsboot dabei", schwärmte Alexander. Eigentlich war es eine alte Zinkwanne, die etwas aufgehübscht worden war. Obgleich auf den ersten Blick keine große Strömung zu erkennen war, wurde stromabwärts und -aufwärts gerudert oder gestrampelt. Lars und Dominique von der KLJB Süchteln hatten auf ihrem Gefährt so eine Art Tandem-Aufsatz installiert, mit dem sie gut voran kamen. Auch einige Haifische wurden gesichtet; die waren aber aus Plastik.

Über die Niers gab es sogar eine kleine Holzbrücke, um schnell die Boote auf der anderen Fahrseite zu erreichen. Nach den Rennen lagen sich alle in den Armen. Sie waren allesamt durchnässt, ließen sich aber ihre gute Laune nicht verderben.

Quelle: RP
 
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