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Stadt Willich
Jugendlichen bei Problemen im Job helfen

Stadt Willich. Die Gruppe Jugend und Wirtschaft der "Lokalen Agenda 21" berichtet von ihren bisherigen Erfolgen. Von Nadia Joppen

Sie kümmern sich seit zehn Jahren darum, dass Jugendliche den Einstieg in Ausbildung und Beruf schaffen: Im Umweltausschuss berichtete Rolf Born über die Arbeit der Gruppe Jugend und Wirtschaft der "Lokalen Agenda 21". Die acht Ehrenamtler - alle waren vor dem Ruhestand Fach- oder Führungskräfte in Wirtschaft und Verwaltung - nutzen ihre Erfahrung, um Jugendliche in den verschiedensten Problemlagen zu begleiten und zu fördern.

"Nichts ist nachhaltiger als Ausbildung", so Born - und er konnte auf einige Erfolge verweisen: So haben die Begleiter es geschafft, einen Praktikumsplatz für einen autistischen Jungen zu finden, eventuell werde das sogar in einen Ausbildungsplatz münden, so Born. Das sei ein bislang einmaliger Fall gewesen. Eine andere Betreuung habe darin bestanden, einen jugendlichen Straftäter zu begleiten: Dieser habe fünf unbezahlte, mehrwöchige Praktika absolviert und am Ende immer wieder eine Absage erhalten. Jetzt sei der Jugendliche schon im dritten Lehrjahr, sein Meister sei zufrieden, und er werde die Prüfung wohl mit Auszeichnung bestehen.

Es geht aber nicht nur darum, den Beginn einer Ausbildung zu begleiten, sondern auch bei Schwierigkeiten während der Ausbildung zu stützen: So sei eine junge Frau, die eine Ausbildung in einem Notariat gemacht hatte, von einer Kollegin gemobbt worden und hatte sich bei der Agenda-Gruppe gemeldet. Ihr haben die Ehrenamtler einen Weg zur Bewerbung für einen anderen Ausbildungsplatz aufgezeigt - jetzt sei die Ausbildung erfolgreich beendet, die junge Frau habe einen Anschlussvertrag erhalten und schon einen Stellenwechsel umgesetzt.

Weitere Projekte sind seit Jahren Bewerbungstrainings in Schulen, die Beteiligung am Berufsinformationstag oder die Kooperation mit IHK, Handwerkskammer oder der Arbeitsagentur, um individuelle Lösungen zu finden. Enttäuscht erschien Born darüber, dass ein "Runder Tisch Ausbildung" vor etwa zweieinhalb Jahren nicht zu Erfolgen geführt habe - deswegen habe die Gruppe am Montag einen Bürgerantrag bei Bürgermeister Josef Heyes gestellt.

Für die Zukunft sah Born Schwierigkeiten bei der Ausbildungssituation durch die nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge. Zurzeit betreuen die Ehrenamtler drei Jugendliche, die Betreuungszeit sei unterschiedlich - von wenigen Kontakten bis zu mehreren Monaten. Die ehrenamtliche Hilfe sei mit viel Zeitaufwand verbunden, daher sucht die Agenda-Gruppe weitere Mitglieder, meinte Born.

Die Agenda 21 ist ein weltweites Handlungsprogramm für eine zukunftsbeständige Entwicklung in ein Gemeinwesen, Wirtschaft und Umwelt. Sie wurde 1992 bei einer Konferenz der Vereinigten Nationen in Rio de Janeiro unterzeichnet.

Die Willicher Gruppe trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat von 19 bis 21 Uhr (außer in den Schulferien) in der Begegnungsstätte Schiefbahn Hochstraße 67 (hinter dem alten Rathaus). Ansprechpartner ist Rolf Born, Telefon 02154 605570.

Quelle: RP
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