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Stadt Willich
Kapelle erinnert an St. Maria Rosenkranz

Stadt Willich. Im Herbst soll das kleine Gotteshaus an der Krefelder Straße fertiggestellt sein. Große Teile des Inventars der Kirche haben inzwischen weitere Verwendung gefunden. Was mit dem Kirchenraum passiert, ist noch nicht klar. Von Willi Schöfer

Mit viel Wehmut und Trauer war die katholische Kirche St. Maria Rosenkranz Ende Mai entwidmet worden, nachdem schon vorher das gesamte Kirchenareal mit den verschiedenen Immobilien von der städtischen Grundstücksgesellschaft aufgekauft worden war. Viele der sakralen Gegenstände, ein Teil des Mobiliars und der Gewänder haben in den vergangenen Wochen Abnehmer gefunden, verstauben also nicht in Kellern oder Truhen. Und bald soll eine kleine Kapelle an die Kirche erinnern.

"Unser Architekt Gregor Dewey erledigt gerade die letzten Abstimmungen und stellt den Bauantrag für die kleine Kapelle", hofft der Leiter der Willicher Gemeinschaft der Gemeinden, Pfarrer Jürgen Lenzen, dass das kleine Gotteshaus, das Ausmaße von etwa fünf mal 2,5 Meter haben wird und auf dem ehemaligen Kirchengelände direkt an der Krefelder Straße platziert werden wird, im Herbst fertig wird. Dann soll dort im Inneren die große Marien-Statue aus der ehemaligen Rosenkranz-Kirche aufgestellt werden.

Der äußere Glockenstuhl bleibe, so Jürgen Lenzen, stehen. Die drei Glocken, die die Namen "Katharina", "Wilhelm" und "Heinrich" haben, würden in Kürze abgebaut. Eine Verwendung gibt es dafür derzeit noch nicht. Lenzen: "Es hatte zwar bei den Glocken, die wir bald vorübergehend wohl erst einmal im Pfarrgarten von St. Katharina hinstellen werden, einige Nachfragen anderer Kirchengemeinden gegeben, aber es passte letztendlich wegen der Größe oder des Klangbildes nicht."

Einige der sakralen Gegenstände, so unter anderem das Altarkreuz, und einige Kirchenbänke waren an den Malteser Hilfsdienst Willich zu ihrer Zentrale auf den Fellerhöfen für die Einrichtung eines Besinnungsraumes gegangen. Die mit Abstand größte Lieferung (mit den Kirchenbänken, mit Tabernakel, Ambo und Altären, darunter auch welche aus St. Katharina und St. Maria Neersen) waren allerdings schon vor etwa vier Wochen ins lettische Riga gegangen, nachdem der katholische Erzbischof von Riga, Zbignevs Stankevics, entsprechende Wünsche für seine alten, aber auch gerade restaurierten Gotteshäuser geäußert hatte.

"Wir hatten zwei Lkw pickepackevoll gemacht, darunter waren zum Beispiel über 30 Kirchenbänke", sagt auf Nachfrage Wolfgang Brock aus Neersen, der den Kontakt zum Erzbischof hergestellt hatte und schon lange an einer festen Freundschaft und einer intensiven Zusammenarbeit mit Lettland arbeitet. Am 5. August wird es, diesmal in Gütersloh, das dann neunte deutsch-lettische Partnerschaftsforum geben. "Und dazu wollen Vertreter der katholischen Kirche kommen und Fotos mitbringen, was aus der großen Lieferung aus Willich geworden ist", sagt Brock. Eine erste Dankes-Mail des Bischofs sei eingegangen.

Was passiert jetzt weiter mit den neuen städtischen Immobilien, die aus einem Wohngebäude, der Kirche mit angrenzendem Pfarrheim und im Obergeschoss aus einer früheren Hausmeisterwohnung bestehen? In dem Wohngebäude werden weiterhin Asylbewerber betreut; dies sind derzeit inklusive der Kinder 13 Personen. Schon vor dem städtischen Ankauf hatte die Stadt für diesen Zweck die Räume gemietet.

"Noch wissen wir nicht genau, was mit dem Kirchenraum passiert", sagt Willichs Technische Beigeordnete Martina Stall. Im Pfarrheim wurde bereits Platz für die zusätzliche Betreuung der Kinder von der direkt benachbarten Grundschule während der unterrichtsfreien Zeit geschaffen. Und die ehemalige Hausmeisterwohnung wird in den nächsten Tagen etwas umgebaut und hergerichtet. Dazu Marco Härtel von der Stadtverwaltung: "Wir werden auch dort bis zu sieben Flüchtlinge unterbringen, entweder eine Großfamilie oder zwei kleinere Familien." Etwa Mitte August könnte dann der Einzug erfolgen.

Quelle: RP
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