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Gemeinde Grefrath
Kaum noch Aufträge: Draftex entlässt 94 Mitarbeiter

Gemeinde Grefrath. Die Firma Draftex, entlässt 94 ihrer noch 358 Mitarbeiter. 64 Mitarbeiter müssen zum 31. März gehen, weitere 30 zum 30. September. Fast alle Beschäftigten haben derzeit Kurzarbeit. Gestern Nachmittag wurde die Belegschaft über die geplanten Maßnahmen informiert.

In der Spitze haben im Werk Grefrath rund 1400 Mitarbeiter gearbeitet. Erst im vorletzten Jahr kam Draftex aus der Insolvenz. Ein polnischer Investor hatte das Unternehmen übernommen. Nach Aussage des Betriebsrats haben die polnischen Investoren das Unternehmen Draftex gekauft, um einen Fuß in die deutsche Autoindustrie zu bekommen.

Doch ein Heilsbringer ist der neue Investor für Draftex nicht. Von ihm gab es sogar die Ankündigung, so Betriebsratsvorsitzender Dieter van Dyck, dass er eine erneute Insolvenz von Draftex nicht ausschließt. Auch der Betriebsrat sieht es so, dass der Standort Grefrath keinesfalls als gesichert anzusehen ist. "Wir leben vom Prinzip Hoffnung", sagt van Dyck. Die Stimmung im Werk sei seit Monaten mies. Es sei im Unternehmen nichts mehr zu holen. Das sieht auch sein Stellvertreter Murat Kizil so.

Diejenigen, die jetzt entlassen werden, können überwiegend noch nicht in Rente. Welche Mitarbeiter entlassen werden, hat der Arbeitgeber selbst ausgewählt. Sie sind sind zwischen 25 und 58 Jahre alt. In der Betriebsversammlung hat der Betriebsrat die Fakten auf den Tisch gelegt. Die Firma Draftex hat momentan keine neuen Aufträge. Die wurden dem Traditionsunternehmen von BMW erst wieder für Ende 2018 signalisiert. Das habe man in einer solch langen Zeitspanne noch nie erlebt.

Der Betriebsrat ist weiter der Ansicht, dass auch diese Aufträge, sofern sie denn kommen, nicht das ganze Werk auslasten würden. Der Betriebsrat sieht nämlich auch die Aufträge für Ende 2018 als nicht gesichert an. Inzwischen ist Volkswagen als Kunde abgesprungen und von Daimler gibt es nur kleine Aufträge. Nach Aussage von van Dycks ist auch im Finanztopf für den Personalabbau nicht mehr viel Geld vorhanden. Der Betriebsrat rechnet mit weiterer Kurzarbeit. Meist wird aktuell nur noch im Zwei-Schichtbetrieb und nicht mehr in allen Abteilungen im Dreischichtbetrieb gearbeitet.

Dieter van Dyck und Murat Kizil bezeichneten es gestern als "Zukunftsmusik", ob noch Aufträge reinkommen werden. Eine Transfergesellschaft für die Mitarbeiter wurde gegründet.

(mab)
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