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Stadt Willich
Kirche ist gegen Erweiterung des Hinzen-Hauses

Stadt Willich: Kirche ist gegen Erweiterung des Hinzen-Hauses
So soll der Anbau ans Hinzen-Haus aussehen. FOTO: Lücke
Stadt Willich. Die Kirchengemeinde St. Katharina ist gegen die Erweiterung des neben der Kirche stehenden Hinzen-Hauses in der derzeit geplanten Form. Vielmehr möchte sie den Freiraum um die Pfarrkirche erhalten. Das geht aus der Stellungnahme der Gemeinde zur Änderung des Bebauungsplans hervor. Kern der Kritik: Die Planungen berücksichtigen zwar den Denkmalschutz des Hinzen-Hauses, nicht aber den der Pfarrkirche: "Durch die geplante Erweiterung des Hinzen-Hauses wird der Umgebungsschutz für die denkmalgeschützte Pfarrkirche missachtet", heißt es in der Stellungnahme. Von Marc Schütz

Die Kirchengemeinde bemängelt, dass der Erweiterungsbau mit einer rund sechs Meter hohen Brandwand lediglich einen Abstand von 80 Zentimetern zum Kirchengebäude hätte. "Die gesamte Ostseite der Pfarrkirche mit dem Chorschluss wäre nach Umsetzung des Vorhabens nicht mehr beziehungsweise nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmbar", heißt es weiter. Genau das widerspreche auch dem Ziel, das mit der Fällung der Kugelahorn-Bäume erreicht werden soll: die Sichtbarkeit des Gotteshauses zu steigern und einen transparenten Platz zu schaffen.

Vertreter der Stadt hatten bei der Vorstellung der Pläne zur Erweiterung des Hinzen-Hauses argumentiert, dass das kleine Gebäude ein Überbleibsel der Reihenhaus-Bebauung dicht an der Pfarrkirche sei - und somit durchaus den historischen Gegebenheiten entspreche. Das sieht die Kirchengemeinde allerdings anders: Die Reihenbebauung sei um die im Jahr 1899 abgerissene, alte Pfarrkirche gruppiert gewesen - nicht aber um die heutige Kirche St. Katharina. Eine solche Bebauung um die jetzige Kirche habe es nie gegeben. In der Eintragung des Hinzen-Hauses in die Denkmalliste werde auf diesen Umstand ausdrücklich hingewiesen, so die Gemeinde.

Zu berücksichtigen seien aber auch zu erwartende Störungen durch eine Gaststätte in einem Abstand von lediglich 80 Zentimeter zur Pfarrkirche. "Hierdurch sind Störungen der Messen et cetera durch Lärm (Musik, Gespräche, lautes Lachen) zu befürchten", schreibt die Kirchengemeinde, die sich laut Hermann Josef Schmitz, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, umfassend hat beraten lassen. Er bemängelt zudem, dass man über die Pläne erst aus der Zeitung erfahren habe. Nun könne die Gemeinde ihre Bedenken halt nur noch im förmlichen Rechtsverfahren vortragen. Und wenn die Politik dem Bebauungsplan doch zustimmt? "Die dann vorliegende Beschlussvorlage werden wir uns anschauen. Dann sehen wir weiter", so Schmitz.

Quelle: RP
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