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Gemeinde Grefrath
Kirche St. Josef in Vinkrath: Vor 25 Jahren komplett saniert

Gemeinde Grefrath: Kirche St. Josef in Vinkrath: Vor 25 Jahren komplett saniert
Auch im Ambo entdeckt man die symbolisch dargestellten Schöpfungstage. FOTO: NN
Gemeinde Grefrath. Wegen Baufälligkeit drohte die Schließung der Kirche. Zügig fiel die Entscheidung, sie zu sanieren. Viele halfen dabei, Kosten zu sparen. Der damalige Pfarrer war begeistert vom Ergebnis. Von Manfred Baum

Im 2000-Seelendorf Vinkrath steht die Pfarrkirche St. Josef seit 112 Jahren mitten im Dorf und ist das ortsbildprägende Gebäude. Vor 25 Jahren war die größte Sanierung, Renovierung und völlige Umgestaltung des Chorraumes nach rund einjähriger Arbeit beendet und die Gläubigen konnten ihr Pfarrkirche wieder nutzen. Das Dach ebenso wie die Heizung erneuert, frischer Putz wurde aufgetragen. Elektroarbeiten waren fällig, der Fußboden war in schlechtem Zustand.

Der Chorraum wurde ebenfalls umgestaltet. Vinkrath war nämlich die letzte Kirche im Bistum Aachen, die so umgebaut wurde, dass der Priester die Messe mit dem Gesicht zu den Gläubigen hin feiern konnte. Die Zeit drängte damals, denn als man vor Jahren die beiden Anbauten seitlich an die Kirche gesetzt hatte und die Mauern öffnete, geschah dies ohne Verankerung an das Mauerwerk des Hauptkirchengebäudes. Es entstanden im Laufe der Zeit Risse, die das gesamte Gewölbe durchzogen. Die Kirche hätte baupolizeilich geschlossen werden müssen, wenn nicht zügig die Entscheidung zum sofortigen Beginn der Totalrenovierung gefallen wäre.

So ging es vor 26 Jahren zunächst um die Sicherung des Gesamtgebäudes Drei Zuganker wurden eingebaut. Hundert Zentner Zement wurden verpresst, um die gemauerten Teile zu stabilisieren. Die Orgelpfeifen, die Bänke und kleinere Dinge lagerte man für die Zeit der Sanierung in der Kaserne. Die belgischen Soldaten halfen sogar mit ihren Lastwagen. Fünf Traktoren von Vinkrather Bauern waren während der Bauphase in ständigem Einsatz. Durch die Eigenleistung der Pfarrangehörigen sparte die Gemeinde rund 34 000 Mark ein.

Der in Wermelskirchen geborene Bildhauer und Künstler Klaus Iserlohe, der 2011 in Mönchengladbach verstarb und in Aachen beigesetzt wurde, hatte die künstlerische Leitung der Innenraumgestaltung. Das Ausmalungskonzept spiegelt symbolisch die "Schöpfungstage der Bibel" wider. Sichtbar wird das Alte Testament als gemeinsamer Boden für Juden und Christen - die Einheit des Alten und Neuen Bundes als Fundament des gegenwärtigen Glaubens. Sichtbar werden diese Gedanken vor allem im Boden, im Ambo, im Altar und im Kreuzweg.

Alle Heiligenfiguren in der Kirche wurden ebenfalls restauriert und durch ein neues Arrangement wieder ins Blickfeld der Kirche geholt. Erst in der Woche vor Pfingsten 1990 wurde das den Kirchenraum prägende sieben Meter hohe Kreuz und der Tabernakel aufgestellt. Es ist ein Kreuz, dass, so Pfarrer Klussmeier damals "auf den ersten Blick den Atem verschlägt". Es ist ausgesprochen reich an Symbolik und Ausdruckskraft und lädt zum Nachdenken ein.

Im August 1990 war der neue Altar schließlich fertig, Weihbischof Karl Reger aus Aachen weihte ihn ein. Ein neuer Seitenzugang ermöglichte, dass die Kirche ab sofort über Tag geöffnet bleiben konnte, denn eine Glaswand trennt einen kleinen Gebetsraum vom Kirchentraum ab. Der alte und restaurierte Kreuzweg fand seinen Platz wieder. "Ergreifend schön", fand damals Pfarrer Klussmeier.

Quelle: RP
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