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Stadt Willich
Klinkert und Witeczek geben Tipps

Stadt Willich. Eine besondere Sportstunde gab es gestern an der Leonardo-da-Vinci-Realschule in Schiefbahn. "Fit durch die Schule" heißt ein gemeinsames Projekt von Schulministerium und AOK. Von Willi Schöfer

"Schade, dass Thomas Müller nicht gekommen ist", sagte gestern ein Elfjähriger. Er hatte sich das Bayern-Trikot mit der Rückennummer seines Lieblingsspielers übergezogen. Bei einer besonderen Sportstunde in der Halle der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Schiefbahn trainierten die ehemaligen Bundesliga-Profis Michael Klinkert und Marcel Witeczek mit den Schülern und Schülerinnen. "Fit durch die Schule" heißt das Projekt der AOK Rheinland/Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Schulministerium NRW beziehungsweise der Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg.

Die beiden Ex-Profis sind schon lange bei der AOK unter Vertrag und eine Art Botschafter für die Bewegung und für den Fußball. "Unser Ziel ist es dabei natürlich, die körperliche Fitness der Schüler zu verbessern und dazu Anstöße zu geben", sagt AOK-Regionaldirektor Heinz Frohn. Und Uta Stahn, die an der Gesamtschule in Schiefbahn neben Sport auch Biologie und Gesellschaftslehre unterrichtet, ergänzt: "Das Event kam gerade richtig, denn wir sind auf dem Weg, eine sportlich orientierte Schule zu werden." Ihr direkter Vorgesetzter, Schulleiter Eduardo Träger, war im Internet auf das Projekt aufmerksam geworden. Insgesamt 79 weiterführende Schulen nehmen an der neuerlichen Initiative teil.

Gerade hatten die fünften Klassen die besondere Trainingseinheit. Etwa 20 Schüler und Schülerinnen waren in der Halle, darunter Neal aus der 5c, Fabrizio aus der 5b oder Svenja aus der 5d. Da auch die anderen Jahrgangsstufen teilnahmen (in der sich noch im Aufbau befindlichen Schule wird derzeit bis einschließlich Klasse 9 unterrichtet), mussten die Klassen- und Sportlehrer im Vorfeld sondieren. "Wir haben unter anderem die Schüler genommen, die uns in irgendeiner Weise positiv aufgefallen waren, also eine Art Belohnung", erklärte Uta Stahn.

Den Zehn- und Elfjährigen machte es Spaß. Bevor es mit einer Runde zum Aufwärmen losging, standen die Ex-Profis den Jungs und Mädels Rede und Antwort. "Wie viel Tore hast du eigentlich in der Bundesliga geschossen?", wollte ein Schüler wissen. Bei Michael Klinkert (48), der früher viele Jahre lang Abwehrspieler bei Borussia Mönchengladbach war, kamen 22 Tore zusammen, darunter aber auch zwei Eigentore. Bei Marcel Witeczek, der vor allem bei Bayern München und Gladbach spielte, waren es immerhin 50.

Nach dem Laufen kam natürlich der Ball ins Spiel. "Bolzt nicht planlos durch die Gegend, sondern spielt eure Mitspieler an", mussten hin und wieder die Ex-Profis eingreifen. Neben einem kleinen Fußballspiel konnte noch die Geschwindigkeit des Balles beim Torschuss ermittelt werden. Michael Klinkert kam an seinen Bestwert aus der aktiven Zeit ("Ich habe mal 129 Stundenkilometer geschafft") nicht ganz heran.

Nach der lockeren Trainingsstunde gab es Urkunden und von Ulrike Mrugalla, bei der AOK Prävention-Sachbearbeiterin, kleine Präsente. Und vor allem gibt es für die Schule aus dem Projekt in den nächsten zwei Jahren insgesamt 3800 Euro. Uta Stahn wusste schon, was man mit dem Fördergeld anfangen könnte: "Ein Teil davon geht sicherlich in einen Bewegungs-Parcours oder in unsere Sport-AGs, wobei wir gerne künftig Tanzen, Tennis oder die Trendsportart Parkour anbieten möchten, außerdem einen Selbstverteidigungskurs für Mädchen."

Quelle: RP
 
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