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Serie Ferienalphabet: Y Wie Yoga
Körper, Geist und Seele im Einklang

Serie Ferienalphabet: Y Wie Yoga: Körper, Geist und Seele im Einklang
Jeden Montag und Dienst versammelt Yoga-Lehrerin Andrea Feyen die Yoga-Runde der Turnerschaft St. Tönis um sich. FOTO: Kaiser Wolfgang
Willich. Mit jahrhundertealten Übungen aus Indien lassen sich moderne Zivilisationskrankheiten lindern: Rücken- und Gelenkschmerzen, Stress und Schlafstörungen. Das berichten Teilnehmer der Yoga-Stunde bei der Turnerschaft St. Tönis. Von Stephanie Wickerath

St. Tönis In der Zwischenentspannung mache ich den Frosch. Ich könnte auch das Kind oder den Panther machen. Alle drei Körperstellungen sind erlaubt. Jeder muss für sich selbst herausfinden, in welcher Haltung er am besten entspannen kann. Ich habe an diesem Tag auch schon im Heldensitz gesessen und eine Variante des Baumes vorgeführt, bei der ich mir vorgestellt habe, dass ich meine Wurzeln bis in den Erdmittelpunkt ausstrecke. Und dort, im Erdmittelpunkt, habe ich sie aufgetankt, meine Kraftreserven.

So jedenfalls hat es uns Andrea Feyen aufgetragen. Andrea ist seit zehn Jahren Yoga-Lehrerin, und ich bin heute ihre Novizin. Eine Stunde lang darf ich reinschnuppern, in den Yoga-Unterricht, den die 58-jährige Trainerin der Turnerschaft St. Tönis jeden Montag und jeden Dienstag erteilt. "Die meisten Teilnehmer kommen, weil sie etwas suchen", sagt Andrea, die ich sofort duze, weil sich in der Yoga-Runde alle duzen. Die einen seien auf der Suche nach Entspannung, die anderen hätten körperliche Beschwerden, die durch die Übungen gelindert würden.

So ist es auch bei Michael. "Ich hatte jahrelang Schulter- und Rückenschmerzen", erzählt der 44-Jährige. Immer wieder habe er sich Spritzen beim Orthopäden geholt, um schmerzfrei leben zu können. "Seit zwei Jahren mache ich Yoga und brauche keine Spritzen mehr." Allerdings belässt es der St. Töniser nicht bei der eine Stunde in der Woche, vielmehr hat er die Yoga-Übungen in seinen Alltag eingebaut. "Ich mache jeden Abend spezielle Dehnübungen, die Andrea mir empfohlen hat." Auch Atem- und Entspannungseinheiten hat der Lehrer in seinen Alltag integriert. "Ich habe auch schon mit Schülern ein paar Übungen getestet und festgestellt, dass die Klasse danach viel konzentrierter war."

Es sind jahrhundertealte Übungen aus Indien, die Andrea ihren Schülern vermittelt. Es geht darum, die Muskeln zu dehnen, die Durchblutung zu fördern und durch Entspannung neue Kraft zu finden. Körperübungen, Atemübungen und Meditation fließen in jede Stunde ein. Mit diesem Hatha-Yoga verfolgt die Trainerin den ganzheitlichen Ansatz, nachdem Körper, Geist und Seele im Einklang stehen müssen, damit der Mensch gesund ist. Diese moderne Form des Yoga wird seit den 1930er-Jahren in Deutschland gelehrt.

Seinen Ursprung hat Yoga in den asiatischen Religionen Hinduismus und Buddhismus. Dabei ging es vor allem darum, durch innere Einkehr spirituelle Ziele zu verfolgen und die Erleuchtung zu finden. Das heutige Yoga der westlichen Welt legt seinen Schwerpunkt auf Fitness und Entspannung. Und wie fit die Leute um mich herum sind, das merke ich in meiner ersten Yoga-Stunde. Sowohl bei den Dehnübungen, als auch bei den Übungen, in denen Balance gefragt ist, bin ich merklich unterlegen.

Bea, die neben mir auf der Matte schwitzt, tröstet mich: "Es dauert eine Weile, aber man merkt die Fortschritte von Mal zu Mal." Bea ist seit eineinhalb Jahren in der Gruppe und kann sich ein Leben ohne Yoga nicht mehr vorstellen. "Auf Yoga aufmerksam geworden bin ich durch meine Chefin, die hat eine so aufrechte Haltung, das habe ich immer bewundert", erzählt Bea. Letztendlich waren es aber die Rückenschmerzen, die dazu führten, dass die St. Töniserin mit Yoga anfing. "Ich komme mit Rückenschmerzen in den Raum und wenn die Stunde rum ist, sind die Schmerzen weg", sagt Bea. "Außerdem kann ich hier total abschalten und Kraft tanken." Stefan fügt noch hinzu, dass ihm Yoga auch gegen Schlafstörungen geholfen habe.

Ich weiß, dass ich nach dieser Stunde keine Einschlafprobleme haben werde. Ich bin erschöpft von den erstaunlich anstrengenden Körperübungen und gleichzeitig sehr entspannt. Und wenn ich doch nicht schlafen kann, dann mache ich einfach den Frosch.

Quelle: RP
 
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