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Stadt Kempen
Konzertbrücke von Kempen ins weißrussische Brest

Stadt Kempen. Die Musiker Martin Schädlich und Andreas Baumann lernten den Akkordeonspieler Dimitri Stewolow auf der Straße kennen. Von Silvia Ruf-Stanley

Wie kommt ein Kölner, der in Kempen Musik macht, nach Brest in Weißrussland? Klingt erst einmal sehr kompliziert. Ist es aber für den Trompeter Martin Schädlich keineswegs. Am vergangenen Wochenende hat er eine zugegebenermaßen sehr kurze Konzertreise dorthin unternommen.

Ausgangspunkt war die Bekanntschaft mit Dimitri Strewolow. Der kommt seit rund zwanzig Jahren immer wieder für einige Wochen nach Kempen und macht hier mit seinem Akkordeon Straßenmusik. Viele werden ihn kennen, denn er sticht durch die Qualität seiner Musik aus der Menge der Straßenmusiker hervor. Kein Wunder, denn er ist ein hervorragend ausgebildeter Konzertmusiker. Aber das karge Leben in Weißrussland zwingt ihn dazu, Geld mit Straßenmusik hier in Kempen zu verdienen. Wenn er hier ist, kann er in der "Haltestelle" an der St. Töniser Straße logieren. Der Betreiber Andreas Baumann hatte ihm das angeboten, und er hat es gerne angenommen.

Dann kommt Martin Schädlich im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel. Denn er unterrichtet häufig in Workshops in der "Haltestelle" und hat hier schon mehrfach Konzerte gegeben. Und so haben sich drei musikbegeisterte Menschen, nämlich Andreas Baumann, Martin Schädlich und Dimitri Strewolow abends zum gemeinsamen Musizieren zusammen gefunden. Dann kam die Idee der Einladung nach Brest zu einem gemeinsamen Konzert mit dem Symphonieorchester, in dem Strelow spielt.

Aber wie soll das funktionieren, ein Konzert vorzubereiten, wenn man nur drei Tage in Brest ist? Mit dem Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel hatte Schädlich noch ein bekanntes Stück ausgesucht, aber das zweite Stück war für ihn und für das Orchester Neuland. "Manhattan" vom englischen Komponisten Philipp Spark, eigens für diesen Anlass für die Kombination Solotrompete und Orchester umgeschrieben. Dank Internet konnten sich alle Beteiligten ein halbes Jahr lang vorbereiten. Und Spark hat schon bestätigt, dass ihm die Adaption seiner Komposition sehr gut gefällt. Schädlich war also sehr zuversichtlich vor seiner Abreise. Angst hat Schädlich nicht vor der Reise ins kriselnde Weißrussland. Er wünscht sich vielmehr, dass aus dieser Begegnung ein Kulturaustausch entsteht. Das Symphonieorchester einmal in Kempen zu erleben mit den Stücken aus Brest, das wäre natürlich traumhaft für ihn.

Das ganze Vorhaben ist für ihn als Künstler einfach spannend. Denn das ist auch ein Grund, warum er als freier Musiker arbeitet. So hat er Zeit und Möglichkeiten für solche Projekte.

Geboren ist er 1981 in Mainz, hat Trompete im Bereich Klassik, aber auch Jazz studiert, dann noch einmal ein Studium der Barocktrompete in Frankfurt absolviert. Er hatte schon gemeinsame Auftritte mit Concerto Köln, die in Kempen keine Unbekannten sind oder auch dem WDR-Rundfunkorchester. Und dann gibt es auch noch das Ensemble Juliacon Brasses, mit denen er regelmäßig, auch in Kempen Jazz-Konzerte gibt.

Quelle: RP
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