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Stadt Kempen
Krefelder Kirchenmusiker zur Fortbildung in Kempen

Stadt Kempen. Am vergangenen Samstag kamen fast 20 nebenamtliche Kirchenmusiker aus Krefeld nach Kempen, um die "bedeutende Orgelstadt am Niederrhein" zu besuchen. So formulierte es Andreas Cavelius, Regionalkantor und Kirchenmusiker an St. Dionysius in Krefeld, der den jährlichen Fortbildungstag organisiert und die Fahrt nach Kempen vorgeschlagen hatte. Als Referentin konnte er die Organistin der Paterskirche, Ute Gremmel-Geuchen, gewinnen, die der interessierten Gruppe drei Kempener Orgeln vorführte und dabei gleichzeitig eine kleine Einführung in die Besonderheiten französischer Orgelmusik verschiedener Zeiten bot.

Der Fortbildungstag begann in St. Josef, wo die Organisten von der inspirierten modernen Architektur der Kirche begeistert waren. Ebenso faszinierte sie die dortige 1997 von dem belgischen Orgelbauer Collon gebaute Orgel, die sehr konsequent im Stile einer französischen Barockorgel konstruiert ist. Mit dem Pfingsthymnus "Veni Creator" in einer Version des barocken Komponisten Nicolas de Grigny begann die Gruppe gemeinsam mit der Referentin den Tag, indem Ute Gremmel-Geuchen die ungeraden Verse des Hymnus´auf der Orgel spielte und die Teilnehmer die geraden Strophen wie eine Choralschola sangen. Während einige Organisten die Orgel anschließend selber spielten, konnten die übrigen die Bälge per Hand in Bewegung setzen, eine Möglichkeit, die sich nicht mehr allzu häufig bietet.

In der Propsteikirche staunte die Krefelder Gruppe nicht nur über den Klangreichtum der Albiez-Orgel von 1979, die Gremmel-Geuchen mit virtuoser Musik des Franzosen Jehan Alain präsentierte, sondern auch über den Prospekt der Renaissance-Orgel von 1541, der der zweitälteste Orgelprospekt Deutschlands ist, und über die Orgel von Wilhelm Sonreck von 1875.

Den Abschluss bildete die Besichtigung der König-Orgel von 1752 in der Paterskirche. Mit französischer Musik aus der Erbauungszeit des Instruments konnte die Referentin zeigen, dass, wenn Komposition und Instrument einander entsprechen, ein optimaler Klang erreicht werden kann. Auch hier waren die Kursteilnehmer fasziniert von der Möglichkeit, die Bälge zu treten und überrascht, von den ungewohnten Maßverhältnissen am Spieltisch, die zwar der Norm moderner Instrumente nicht entspricht, aber dem Spiel alter Musik absolut förderlich ist.

Die Krefelder Gruppe war begeistert von der "Orgel- und Musikstadt Kempen". Die Kirchenmusiker werden sicherlich gerne auch zukünftig öfter nach Kempen kommen.

Quelle: RP
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