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Stadt Willich
Kresse mag braunes Transparentpapier

Stadt Willich: Kresse mag braunes Transparentpapier
Alessa, Carla, Mette, Bennet, Fabian, Jan und ihr Lehrer Claus Thome zeigen, mit welchen Beiträgen sie sich am Wettbewerb "Jugend forscht" beteiligt haben. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Gleich zehn Gruppen vom Lise-Meitner-Gymnasium in Anrath starteten bei Jugend forscht. Ein Sieg und zwei zweite Plätze waren das Ergebnis auf regionaler Ebene. Von Bianca Treffer

Wenn Bennet Kuhlen loslegt, dann hagelt es technische Begriffe. Im Bereich der Technik, insbesondere der des Smartphones, ist der zwölfjährige Schüler des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums ein Spezialist. Das hat er gerade auch beim Wettbewerb "Jugend forscht" in der Kategorie Arbeitswelt von "Schüler experimentieren", wie der Part für die jüngeren Wettbewerbsteilnehmer heißt, demonstriert. Hier siegte der Gymnasiast nämlich mit seinem Projekt "Ich entwickle eine App".

Die Idee dazu hatte Bennet schon nach seiner ersten Teilnahme an "Jugend forscht" im vergangenen Jahr. Kaum hatte er seine solarbetriebene Mühle vorgestellt, fiel dem damaligen Fünftklässler schon ein nächstes Projekt ein. "Ich war auf den App Inventor II gestoßen und fasziniert davon, aus welchen Bausteinen eine App zusammengesetzt ist und programmiert wird", berichtet Bennet. Er sprach den Betreuungslehrer Claus Thome an, der am Gymnasium seit nunmehr zwölf Jahren die "Jugend forscht"-AG betreut. Der war nicht minder begeistert von der Idee, eine eigene App zu konstruieren. Für Bennet fing damit eine arbeitsintensive Zeit an, denn sich mit dem App Inventor II auseinanderzusetzen, bedeutete, sich intensiv mit der englischen Sprache zu beschäftigen, denn alle Informationen gab es nur auf Englisch. "Ich bin ja erst in der sechsten Klasse und habe noch nicht so fundierte Englischkenntnisse", sagt Bennet. Aber es klappte. Stück für Stück arbeitete er sich in die Materie ein und entwickelte eine App, die es ermöglicht, zu sehen, wo sich die Freunde gerade aufhalten. Für den Landeswettbewerb tüftelt er gerade an einer Möglichkeit, die App auch mit einem Knopfdruck zu deaktivieren.

In die Biologie bei "Schüler experimentieren" tauchten hingegen Fabian Kautny und Jan Erren ein. Die beiden Fünftklässler starteten Züchtungsversuche mit Kresse. "Wir wollten gerne mitmachen, hatten aber keine richtige Idee. Gemeinsam mit Herrn Thome haben wir überlegt, was wir machen könnten", erinnert sich Jan. Die Idee der Kresseversuche kam ins Spiel. Weil beiden Schülern Biologie viel Spaß macht, war dies ein Forschungsprojekt, das gut passte. "Wir haben mit verschiedenen Nährböden, Flüssigkeiten und Farbabdeckungen gearbeitet", berichtet Fabian. Der heimatliche Wintergarten mutierte zum Versuchslabor. Kresse auf Watte, Nährboden, Pflanzengranulat, Blumenerde und Sand, abgedeckt mit verschieden farbigen Transparentpapieren und begossen mit Leitungswasser oder Kombinationen aus Wasser mit Salz, Zucker, Essig oder Öl führten zu den unterschiedlichsten Ergebnissen, die allesamt sorgfältig dokumentiert wurden.

"Das beste Wachstum haben wir mit Kresse auf Nährboden, abgedeckt mit braunen Transparentpapier und mit normalen Wasser gegossen erreicht", berichten die Jungforscher, die mit ihrer Arbeit einen zweiten Platz erzielten. In der gleichen Kategorie holten sich Alissa und Carla Hekel sowie Mette Jakobson ebenfalls einen zweiten Platz. Das Mädchenteam ging mit Wasseruntersuchungen ins Rennen. "Wir haben das Wasser im Regenrückhaltebecken in Schiefbahn unter die Lupe genommen", verrät Alissa. Die Idee entstand, weil die Familie Hekel dort mit ihrem Hund spazieren geht und die Geschwister sich fragten, ob es unbedenklich ist, wenn ihr Vierbeiner dort trinkt.

PH-Wert-Bestimmungen sowie Nitrat- und Nitrit-Untersuchungen folgten. Dazu kamen Tests auf Bakterien. Die Schülerinnen nutzen für ihre Forschungen sogar Zeiten wie den Tag der offenen Tür an ihrer Schule, als sie für mehrere Stunden am Stück unter Aufsicht von Thoma die naturwissenschaftlichen Räume des Gymnasiums nutzen konnten. Das Ergebnis: Das Regenrückhaltebecken hat Badewasserqualität.

Alle Forschergruppen sind sich einig, im kommenden Jahr bei "Jugend forscht" auf jeden Fall wieder mitzumachen. Denn alle hatten viel Spaß an ihren Arbeiten, auch wenn die Freizeit mit Schule und Forscherauftrag so manches Mal zurückstecken musste. "Es ist einfach immer wieder fantastisch, was die Schüler auf die Beine stellen, und ich bin Jahr für Jahr vom Engagement begeistert", sagt Thome, der die Schüler auch weiterhin bei ihren Projekten bei "Jugend forscht" unterstützen wird.

Quelle: RP
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