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Stadt Willich
Krücken: Wird Pachtvertrag verlängert?

Stadt Willich. Der Saal Krücken ist die einzige Möglichkeit in Alt-Willich, größere Veranstaltungen durchzuführen. Der Vertrag mit dem Pächter läuft nun aus. Politik, Verwaltung und Vereine wollen, dass der Betrieb auf jeden Fall aufrechterhalten bleibt. Von Marc Schütz

Wie geht es weiter mit dem Saal Krücken an der Peterstraße - dem größten Veranstaltungsraum in Alt-Willich? Dass dieses Thema so bald wieder auf der Tagesordnung stehen würde, hätte vor anderthalb Jahren kaum jemand gedacht: Damals wurde die Zwangsversteigerung kurz vor knapp noch abgewendet, die Pächter blickten optimistisch in die Zukunft, schließlich sind der Saal und die Gaststätte Krücken das Zuhause vieler Willicher Vereine - erst recht, seit der Kaisersaal Ende März 2015 für immer seine Pforten schloss (dort entstehen derzeit Wohnungen). Dennoch ist ungewiss, ob der Krücken-Pächter Horst Neven den Saal über 2017 hinaus weiter betreiben wird. Zu hören ist, dass er Buchungen für 2018 derzeit nicht annimmt.

In der nächsten Woche gebe es Gespräche mit der Stadt, sagt Neven auf Nachfrage unserer Redaktion, mehr wolle er dazu momentan nicht sagen. Die Stadt ist seit anderthalb Jahren Eigentümer der Immobilie, wie erst jetzt öffentlich bekannt wurde. Für die Politik bietet dieser Umstand jedoch die Möglichkeit, die Zukunft des Saals Krücken zu beeinflussen. So fordert die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Willich, dass der Saal der Gaststätte Krücken weiterhin den Vereinen in Willich zur Verfügung steht. In den vergangenen Tagen hätten mehrere Bürger und Vereinsvertreter Mitglieder der CDU-Fraktion angesprochen und ihre Sorge hinsichtlich der Zukunft des Saals zum Ausdruck gebracht. Gespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung habe es bereits gegeben, sagt Johannes Bäumges, Vorsitzender der Willicher CDU-Fraktion.

"Bei Krücken haben viele Vereine aus Alt-Willich ihre Heimat. Sänger, Feuerwehr, Schützen und Karnevalisten gehen hier ein und aus. In dem Saal gibt es Konzerte, Versammlungen und Familienfeste. Ein solcher Ort muss erhalten bleiben - Alt-Willich braucht ein Angebot für Feiern und Vereine", sagt Franz Auling, CDU-Ratsmitglied aus Alt-Willich. "Wir setzen uns dafür ein, dass der Saal auch weiterhin von den Willicher Vereinen genutzt werden kann. Die Nutzung des Saals muss auch in den nächsten Jahren sicher sein, auch um den Vereinen Planungssicherheit für ihre Veranstaltungen zu geben."

Am liebsten wäre es der Willicher Union, wenn Pächter Neven den Saal weiterbetreiben könnte - daher nun die öffentliche Rückendeckung. Die denkbare, aber nicht ganz so gerngesehene Alternative wäre eine Lösung wie in der Schiefbahner Kulturhalle, die bei Veranstaltungen von einem Caterer mit Speisen und Getränken versorgt wird.

Auch Willichs Erster Beigeordneter Willy Kerbusch möchte Neven als Pächter am liebsten behalten und hofft daher, dass dieser bald zusagt, den Vertrag zu verlängern. "Sobald ein anderer Betreiber reinginge, müssten neue Genehmigungen erteilt werden, und das wäre mit größeren baulichen Maßnahmen verbunden", sagt Kerbusch. Investitionen, die wohl weder ein neuer Pächter noch die Stadt als Eigentümer tragen würden, denn für Kerbusch ist der Saal Krücken höchstens noch für die nächsten fünf Jahre zu halten. Denn der Vorteil, dass er sich mitten in der Innenstadt befindet, ist zugleich ein Nachteil aus Lärmschutzgründen. "Irgendwann muss eine neue Lösung her", sagt Kerbusch. Er betont aber auch: "Das Signal an die Vereine ist, dass der Betrieb des Saals ohne Unterbrechung weitergeht. Alle Fraktionen und die Verwaltung arbeiten derzeit daran."

Die Diskussion um einen großen Veranstaltungsort in Alt-Willich flammt immer wieder auf, seit die Schließung des Kaisersaals näherrückte. Zwischenzeitlich war sogar der Bau einer städtischen Veranstaltungshalle für 1000 Personen neben dem Freizeitbad "De Bütt" im Gespräch. Das Projekt scheiterte letztlich aber am Widerstand zahlreicher Anwohner und dem fehlenden Bedarf der Vereine an einer derart großen Halle. Manche Vereinsvertreter hatten zwar zunächst laut nach einem Ersatz für den Kaisersaal gerufen, sich dann aber doch mit der Situation arrangiert und auch im Saal Krücken eine neue Heimat gefunden.

Mittlerweile sind, so Willy Kerbusch, auch die Pläne des Willicher Unternehmers Burhan Asan recht konkret, an der Jakob-Kaiser-Straße in Münchheide ein Restaurant mit einem Veranstaltungs- und Kongresszentrum mit zwei Sälen und einer Gastronomie zu errichten. "Ob das allerdings die Lösung für das Saal-Problem in Alt-Willich ist, müssen wir erst sehen", sagt Kerbusch und verweist auf die Entfernung des Gewerbegebietes Münchheide zur Willicher Innenstadt.

Quelle: RP
 
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