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Stadt Willich
"Kunst im Kern" lockt zum Flanieren

Stadt Willich: "Kunst im Kern" lockt zum Flanieren
Willich hat den Blues, aber traurig ging es bei "Kultur im Kern" wahrlich nicht zu. Im Gegenteil: Viele Besucher flanierten durch die Stadt und hatten viel Spaß dabei. FOTO: wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Ein üppiges Angebot gab es Samstag in der Willicher Innenstadt. Dabei waren Kunst, Literatur und viel Musik - aber auch Gastronomisches. Die Stimmung war richtig schön, sagt die Citymanagerin. Von Angela Wilms-Adrians

Im zweiten Durchgang war der Kultursamstag "Kunst im Kern" noch größer und bunter als bei der Premiere vor zwei Jahren. Bei idealem Wetter herrschte fröhliches Treiben bis in die Spitzen der großen Ys, das Bahn- und Peterstraße mit dem Kirchplatz aus der Vogelperspektive ergeben. Plätze, Läden und Leerstände ergaben eine verlockende Flaniermeile, die reichlich Platz bot für ein üppiges Angebot mit visueller Kunst, Literatur, Tanz, Gesang, Instrumentalmusik und Mitmach-Aktionen. Wer sich in Ruhephasen vom gastronomischen Angebot verwöhnen ließ, war tatsächlich in allen fünf Sinnen gefordert.

Citymanagerin Christel Holter dürfte im Vorfeld viel Arbeit gehabt haben, doch zur Zwischenbilanz wirkte sie angesichts der guten Resonanz tiefenentspannt und hoch zufrieden. "Es ist eine schöne Stimmung in der Stadt. Schon im Vorfeld war alles leichter, weil wir dieses Mal in etwa wussten, was auf uns zukommt. Als wir die Logos aufspritzten, wurden wir schon oft angesprochen." Das blütenähnliche Logo mit dem verbindenden Kreis wies den Weg zu den geöffneten Türen temporärer Galerien. Parallel zur Ausstellung im Schloss Neersen hatten zum Beispiel sechs Mitglieder der Künstlergilde Neersen einen Leerstand auf der Bahnstraße mit ihren Werken aufgewertet. Unter dem Namen "KK Kernkunst 3" hatten auch Susanne Osten, Birgitta Jenner und Beate Feltes-Kelm mit Malerei, Zeichnung und Schmuckdesign ein verlassenes Ladenlokal in einen attraktiven Ausstellungsort verwandelt. "Wanna have Love?" haben Insa Hagemann und Stefan Finger ihre Fotoausstellung überschrieben. Wissbegierige Heimatfreunde wurden in der Stadtschmiede fündig, wo es galt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Marktes kennen zu lernen. Hobbyhistoriker Peter Wynands zeigte Fotos vom Markt von 1895 bis heute und beantwortete versiert Fragen zu Details. Beim musikalischen Part begeisterte unter anderem der Chor Frauenpower. Die geballte Ladung Emotionen wurde mit tollem Applaus belohnt. Für den guten Ton sorgte ebenso der Willicher "Mr. Black´n Blues" Jochen Contzen mit Band. Er schuf den inspirierenden Background für die Aktion "Spuren hinterlassen" beim ehemaligen Krankenhaus. Seit einem Jahr in die Flüchtlingsarbeit eingebunden, animierte Beate Krempe mit Jutta von Amern Flüchtlinge, mit kräftigen Farben Zeichen zu setzen. "Hier kommen Menschen hin und ziehen wieder weiter. Sie sind nun aufgefordert, Spuren zu hinterlassen", erzählte Krempe. Um sie herum wurden nach Herzenslust Farben gemischt und mit kräftigen Strichen zu Bildern von Flaggen aus den Heimatländern und Landschaftsimpressionen von den Fluchtwegen aufgetragen. Der 21-jährige Nigerianer King hatte auch eine Flagge gemalt und mit kräftigem Schwung signiert. Er sagte mit breitem Lächeln: "Ich bin zufrieden mit Willich".

Unbekümmert vom Trubel um sie herum, malte die 17-jährige Mara Sauer ein Bild auf der selbst mitgebrachten Staffelei. "Ja, ich werde oft angesprochen", freute sich die junge Frau, die vor Jahren ihre Leidenschaft für die Malerei entdeckt hat. Tags zuvor hatte Jutta Otto-Gesterling die Ausstellung des Kunstvereins im Stahlwerk Becker eröffnet, nun begleitete sie die Aktion "Bürger malen ihre Stadt". "Hier machen vor allem Kinder mit, und Rieke Oetzel kann sie wunderbar inspirieren", erzählte Otto-Gesterling,

Quelle: RP
 
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