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Stadt Kempen
Kunst und Kraft: Ausstellung im Boxclub Kempen 04

Stadt Kempen. Manfred Schmitz, der pensionierte "Richter mit der Motorsäge", zeigte seine Skulpturen an einem ungewöhnlichen Ort. Von Silvia Ruf-Stanley

Kunst im Boxclub - eine ganz ungewöhnliche Kombination. Aber eine passende, wie sich am Wochenende beim Kempener Boxclub 04 an der Otto-Schott-Straße zeigte. Mal etwas ganz anderes in den großzügigen Räumen machen war die Ursprungsidee von Rainer Schmitz, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins. Da traf es sich gut, dass sein Onkel Manfred Schmitz - er war zuletzt Präsident des Landgerichts Ulm - seit seiner Pensionierung Skulpturen macht - und offen ist für neue Ideen.

Das hat ihn wohl auch angetrieben, nach einem Dienstleben als Richter etwas ganz anderes zu machen. Im Kopf habe er das schon lange gehabt, erzählte er am Samstag bei der Ausstellungseröffnung. Aber die Muße habe ihm gefehlt. Nach langen Arbeitstagen wäre da nicht genug Ruhe gewesen. Mit seiner Pensionierung 2009 wurde das anders. Er hat zunächst Kurse besucht, um das nötige Fachwissen zu erwerben. Steinbildhauerei, Holzschnitzen und Metallbearbeitung sollten es sein. Da schaut sich der ehemalige Richter auf seine Hände und lächelt. Schwielen und Brandwunden statt Schreibtischfinger, fasst er das zusammen.

Die Ausstellung zeigt ganz unterschiedliche Facetten seines Könnens. Mal sind seine Arbeiten rau und groß wie zum Beispiel eine Skulptur aus verrosteten Sägescheiben und Kugeln, dann sind sie wieder auch filigran, wie etwa eine Weltkugel mit Nägeln bestückt. Ganz angetan waren er und sein Neffe von der Idee, einige Sandsäcke im Trainingsraum abzuhängen und dort stattdessen Skulpturen scheinbar schweben zu lassen. So habe er die Figuren noch nie gesehen, berichtet der Neffe.

Im Nebenraum faszinieren kleinere Arbeiten. Auch hier ist wieder ein feines Zusammenspiel unterschiedlicher Kräfte zu erkennen. Da gibt es Kugeln, die zu schweben scheinen, oder einen erstaunlichen Durchblick beim "strebsamen" Edelstahl. Hoch ragt er auf, spitz, oval geformt, lässt er doch einen Lichtblick durch.

Das Motiv wiederholt sich bei den Holzarbeiten noch einige Male. Berührend sind die Holzfiguren. Da ist aus einem Holzstück ein "Walnussgeist" erwachsen oder aus Mahagoni eine Szene mit "Fischern". Schmitz selber findet das gar nicht besonders, was er da schafft. "Das ist ja schon drin, man muss nur den Rest wegschlagen", sagt er.

Und er gab den Besuchern noch einen guten Rat: Man sollte sich nicht an den in seiner Verkaufsliste ausgedruckten Titeln der Werke festhalten, sondern für sich selbst sehen, was man in seinen Werken entdecke.

Quelle: RP
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