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Stadt Willich
L 26: Übergangslösungen werden geprüft

Stadt Willich: L 26: Übergangslösungen werden geprüft
So entspannt, wie es tagsüber an der Auffahrt von der L 26 auf die A 44 in Münchheide ist, sieht es im Berufsverkehr morgens und abends nicht aus. Schon lange wird über Verlängerungen der Abbiegespuren nachgedacht. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Eine Entzerrung der Verkehrssituation am Nadelöhr L 26 / A 44 ist ein Wunschprojekt der Willicher Politik und Verwaltung. Eventuell gibt es Möglichkeiten für Übergangslösungen, um die Rückstaus im Berufsverkehr zu minimieren. Von Nadia Joppen

Gerhard Decker, der Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßen NRW, will prüfen, "ob da was geht": Gemeint ist eine eventuell mögliche Erleichterung für die Autofahrer am Nadelöhr L 26 / Auffahrt A44 Willich - Münchheide durch kurzfristige Bau-Maßnahmen. Dieses Thema hatte Willichs Bürgermeister Josef Heyes bei einem Termin angesprochen.

Vielleicht könnten etwa die Auffahrt-Spuren auf die A 44 verlängert werden, um die Hauptfahrspuren im Berufsverkehr stärker zu entlasten, so Decker - das hängt aber noch von vielen Fragen ab: Bringt diese Verlängerung wirklich etwas, wem gehören die notwendigen Grundstücke (wobei er in diesem Punkt optimistisch ist und meint, dass sie ohnehin Landes-Eigentum sind), wie wirkt sich ein Umbau auf die Entwässerungssituation aus - und natürlich: Was kostet das Ganze?

Sicher ist für Decker: Bei dem Großprojekt - die Verbreiterung der Landstraße zwischen der Kreuzung Bönninghausen und dem Porsche-Zentrum in Münchheide mit gleichzeitiger Verbreiterung inklusive Neubau der Brücke der A44 auf sechs Spuren - wird es keine Beschleunigung geben. Der Grund ist, dass die Bezirksregierung diese Gesamtmaßnahme rechtlich in trockenen Tüchern haben möchte und deswegen ein umfangreiches und entsprechend langwierigeres Planfeststellungsverfahren notwendig ist. Decker erklärt den Hintergrund: Der Landesbetrieb möchte die Brücke symmetrisch verbreitern - das heißt, sie würde an beiden Seiten eine Spur "dazu bekommen". Wenn das per Planfeststellungsverfahren rechtlich verankert ist, könne hinterher niemand mehr kommen und fordern, dass - aus welchen Gründen auch immer - eine andere Verbreiterungsform gewählt werden solle, so Decker. Ohne Planfeststellungsverfahren könnte eine eventuelle neue Forderung mit entsprechender juristischer Absicherung sogar zur Folge haben, dass die neue Brücke wieder abgerissen werden müsste. In der Sprache des Planungsrechtes heißt das, dass über das Verfahren an der Stelle ein nicht mehr diskutabler Zwangspunkt geschaffen wird.

Er werde jetzt die Unterlagen für das Verfahren vorbereiten und sie dann einreichen, so der Niederlassungsleiter. Er rechnet aber nicht damit, dass das Verfahren vor Ende 2017 abgeschlossen ist. Baubeginn werde dann frühestens im Jahr 2018 sein.

Christian Pakusch, der Vorsitzende des Willicher Planungsausschusses, möchte aus Sicht der Politik weiterhin eine Beschleunigung des Verfahrens erreichen. Seine Idee ist ein gemeinsames Schreiben aller vier Fraktionen und des Bürgermeisters an die Bezirksregierung, um die Dringlichkeit des Anliegens noch einmal darzustellen - das müsse er aber noch mit den anderen Parteien abstimmen, so Pakusch. Seine Sorge ist, dass der Ausbau der L 26 und A 44 zeitlich mit dem Ausbau der A 52 zusammenfällt und dann zwei Großbaustellen um Willich liegen. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Grundstücksgesellschaft (GSG) führt er zudem an: "Die GSG will ja in den nächsten Jahren Münchheide 5 und 6 entwickeln - auch dafür wäre eine solche Verzögerung kontraproduktiv." Es sei nicht förderlich für den Standort, wenn Unternehmen und ihre Mitarbeiter Arbeitszeiten nach der Verkehrslage planen müssten oder Mitarbeiter schon gestresst am Arbeitsplatz ankommen, weil die Anfahrt so lange dauere. Die Stadt Willich habe auch an anderen Stellen die Erfahrung gemacht, dass es immer schwierig sei, die Verkehrsfrage erst im Nachhinein zu bearbeiten, so Pakusch.

Quelle: RP
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