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Stadt Willich
Lärmschutzwand stoppt den Lärm nicht

Stadt Willich: Lärmschutzwand stoppt den Lärm nicht
Weil die Bewässerungsanlage nicht funktioniert, ist der Wandbewuchs in großen Teilen vertrocknet, und das Substrat-Granulat rieselt heraus. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Bürger, die in Wekeln hinter der Lärmschutzwand an der Korschenbroicher Straße wohnen, haben Unterschriften gesammelt. Sie wollen erreichen, dass die Wand repariert wird, damit sie den Lärm vom Wohngebiet fernhält. Von Nadia Joppen

Die Willicher Verwaltung arbeitet daran, die Funktionsfähigkeit der Lärmschutzwand zwischen Korschenbroicher Straße und Wekeln wiederherzustellen. Aktuell stellt sie fest, wo Lücken in der Substrat-Füllung der Wandkonstruktion in Richtung Wekeln sind und welche Menge zur Auffüllung notwendig ist. Diese soll bestellt und nach Abdichtung der Wand eingefüllt werden. Außerdem sollen neue Pflanzen eingepflanzt werden, die sich unter den Standortbedingungen am besten entwickeln. Das teilte die Verwaltung jetzt im Planungsausschuss mit - als Antwort auf eine Bürgerbeschwerde, die rund 60 Anwohner in Wekeln unterschrieben hatten.

Der Hintergrund: Die Bürger sind der Auffassung, dass die Wand ihre Funktion nicht erfüllt und in einem schlechten Zustand ist. Die Wandfüllung aus Substrat, die den Schallschutz gewährleistet, soll eigentlich von Efeu und Pflanzen gehalten werden. Laut der Darstellung der Bürger funktioniert die Bewässerungsanlage nicht, dadurch ist der Wandbewuchs in großen Teilen vertrocknet, und das Substrat-Granulat rieselt heraus. Außerdem habe es vor wenigen Jahren einen Brand des vertrockneten Gestrüpps an der Wand gegeben und die Folie in der Mauer sei von darin nistenden Tieren völlig zerfressen. Die Bürger fordern daher die Stadt auf, "einen ordnungsgemäßen Zustand der Wand herzustellen, diese wieder durchgehend zu begrünen und damit sowohl Brandgefährdung als auch den im Rahmen des Bebauungsplanes vorgesehenen Schallschutz wiederherzustellen."

Die Willicher Verwaltung sieht den Zustand der Wand im Prinzip ähnlich - nennt aber auch Gründe: Die Schäden am Fuß der Wand seien aufgrund von Vandalismus und spielenden Kindern aufgetreten, das Kunststoffgewebe im Fußbereich der Mauer sei zerschnitten worden.

Die in der Wand laufenden Bewässerungsleitungen seien zum Teil abgeknickt, weil das Substrat abgerutscht sei. Bei dem Schwelbrand sei Altholz unter der Deckschicht des Efeubewuchses in Brand gesteckt worden. In den letzten Jahren sei die Wand systematisch saniert und das Bewässerungssystem auf den Kopf der Wand verlegt worden. Dazu seien im April 2014 am Fuß der Wand verschiedene Kletterpflanzen gesetzt worden, die "sich zwischenzeitlich gut entwickelt haben". Auch der jetzt neu von den Bürgern fotografierte Schaden sei bekannt und ebenfalls eine Folge von Vandalismus. Er wurde in den vergangenen zwei Tagen bereits planmäßig behoben.

Die Anwohner aus Wekeln waren mit der Auskunft der Verwaltung nicht zufrieden. Nach der Sitzung kündigten Veronika Meyer, Ralf Püllen, Artur Niestroj und Stefan Simmnacher an, rechtliche Schritte wegen des Wertverlustes ihrer Grundstücke zu prüfen. Simmnacher hinterfragte auch, ob die Stadt nicht zu spät auf die ersten Schäden in der Wand reagiert habe und dadurch eventuell Ansprüche auf der Gewährleistung nicht geltend gemacht worden seien.

Quelle: RP
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