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Stadt Willich
Landrat plant ein Archiv für den Kreis

Stadt Willich: Landrat plant ein Archiv für den Kreis
Die Tage der Kempener Burg als Domizil des Kreisarchivs sind wohl gezählt. Landrat Dr. Andreas Coenen hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das soll zum einen eine künftige Nutzung des Wahrzeichens im Besitz des Kreises ausloten, zum anderen Alternativen für eine Unterbringung des Archivs aufzeigen. FOTO: MÜller-BRIngmann
Stadt Willich. Dr. Andreas Coenen schlägt dem Kreistag einen Neubau aus Fördermitteln des Bundes vor. In der Flüchtlingsfrage organisiert er für Anfang Februar mit den Städten und Gemeinden sowie anderen Akteuren einen "Runden Tisch". Von Ludger Peters

Landrat Dr. Andreas Coenen schlägt dem Kreistag den Neubau des Kreisarchivs vor. Unter dessen Dach möchte Coenen die Archive der Städte Willich und Viersen mit dem des Kreises vereinigen. Finanzieren will er das Projekt mit Geld aus einem Fonds, den der Bund für Investitionen in den Kommunen bereitgestellt hat. In seiner Rede zum Nachtragshaushalt 2016 kündigte Coenen außerdem einen "Runden Tisch" zum Themenkreis Flüchtlinge an.

Die kurkölnische Burg in Kempen gilt schon lange nicht mehr als tauglich für Archivarbeit. Es fehlen Lagerkapazitäten, die Anforderungen an Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit können hier nicht erfüllt werden. Der Kreistag hatte im Dezember auf Initiative des Landrats Geld für eine Machbarkeitsstudie freigegeben. Mit dem Nachtragshaushalt steigt der Kreis nun ein "in konkrete Überlegungen und Planungen für ein neues Kreisarchiv". Dazu gehört zweifellos auch eine Standortsuche im Kreisgebiet.

Um zu klären, wie groß ein Neubau sein muss, führt der Landrat Gespräche mit den Städten Willich und Viersen, die noch eigene Archive unterhalten. Das Archivgut der sieben anderen Städte und Gemeinden betreut das Kreisarchiv bislang von Kempen aus. Landrat Andreas Coenen würde gerne alle Archive unter einem Dach zusammenziehen. Er verspricht sich davon Vorteile in der Wirtschaftlichkeit und für die Nutzer. Sie fänden alle Dokumente aus dem heutigen Kreisgebiet an einem Ort. Der Landrat hat bereits Kontakt zu beiden Städten aufgenommen.

Finanzieren will Coenen das Projekt aus einem Fonds des Bundes für kommunale Investitionen. Die Finanzhilfen sind durch das föderale System Deutschlands begrenzt auf allgemeine und Bildungs-Infrastruktur. Der Landtag NRW hat dazu einen Verteilungsschlüssel festgelegt, nach dem der Kreis Viersen rund 5,1 Millionen Euro erhält. Für das Projekt muss der Kreis zehn Prozent des förderfähigen Volumens selbst aufbringen. "Ich bin der Überzeugung, eine Investition in das Kreisarchiv - das Gedächtnis unseres Kreises - ist gut angelegtes Geld", warb Coenen um Zustimmung im Kreistag.

Der Landrat bereitete den Kreistag außerdem darauf vor, dass die Unterbringung von Flüchtlingen den Kreis noch lange beschäftigen wird. Die Kosten der Unterkunft (KdU) - 3800 Menschen bedeuten einen Anstieg um 19 Prozent - nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) werden den Haushalt erheblich belasten. Coenen unterstützt Forderungen des Landkreistages, dass der Bund seinen Anteil so erhöht, dass die Mehrbelastung aufgefangen werden kann.

Für die Integration von Flüchtlingen hat der Landrat intern eine Projektgruppe gebildet, die alle Facetten des Themas aufarbeitet. Anfang Februar kommt erstmals ein von den Bürgermeistern angeregter "Runder Tisch" zusammen. "Dabei wird es auch darum gehen, gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und unserem Jobcenter Wege zu finden, wie eine Integration der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive in den Arbeitsmarkt gelingen kann", erklärte Coenen.

Es seien "umfangreiche Qualifizierungs- und Ausbildungsangebote aufzubauen". Die Kammern werden für Fragen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse hinzugezogen. Coenen warb im Kreistag darum, dass alle Beteiligten noch enger als bisher zusammenarbeiten. Der Kreis sei dabei "Partner und Unterstützer konkreter Projekte, aber auch Plattform und Forum für Austausch und Abstimmung".

Quelle: RP
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