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Stadt Willich
Leprahilfe: Die Spenden gehen zurück

Stadt Willich. "Bitte, lasst uns nicht allein", dies war bei der Mitgliederversammlung des weltweit agierenden Hilfswerks "Aktion Mission und Leprahilfe" der Appell des langjährigen Vorsitzenden, Josef Heyes. Zumal zum einen die Spendenbereitschaft in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, zum anderen die Hilferufe der vielen Notleidenden aber zugenommen hätten.

Rund 40.000 Euro weniger Spenden waren schon 2014 eingegangen, weitere 50.000 Euro waren dies noch einmal im vergangenen Jahr. Dass dennoch wieder vor allem in den afrikanischen Ländern, aber auch in Südamerika und Asien, 63 Projekte mit rund 283.000 Euro bezuschusst werden konnten (bei erzielten Einnahmen von 192.700 Euro) lag an einer großen Erbschaft, die das Missionswerk schon vor einigen Jahren erhalten hatte.

Rund hundert der in vielen deutschen Regionen lebenden etwa 2000 Mitglieder kamen zur Vollversammlung. Darunter war diesmal Bischof Samson Shukardin, der in einer Diözese in Pakistan arbeitet und über das alles andere als menschenwürdige Leben der religiösen Minderheiten, also auch der Christen, in diesem Land berichtete. Neben dem 96-jährigen Dr. Otto Paulitschek, der Jahrzehnte in einem Lepra-Hospital auf den Philippinen als Arzt und Operateur tätig war, kam ferner Joseph Kasule, seit über 40 Jahren missionarisch in Kolumbien im Einsatz.

In seinem Jahresbericht führte Heyes unter anderem aus, dass man sich weiterhin nicht nur um die Leprakranken kümmere, sondern auch um die Menschen, die in den von Bürgerkriegen oder Hungersnöte betroffenen Ländern leben würden. Bei diesem Friedensdienst stünden neben der medizinischen Versorgung, die Existenzsicherung der Familien und die Bildung an oberster Stelle. Die Aktion kümmerte sich aber auch im vergangenen Jahr um die von Erdbeben betroffenen Menschen in Nepal. Einige Gruppen stellten ihre Basar-Erzeugnisse aus. Darunter waren einige Lepradecken, die auch Schiefbahner Frauen regelmäßig knüpfen. Etwa 2000 dieser handgestrickten Wolldecken waren vor einiger Zeit unter anderem in ein syrisches Flüchtlingslager in die Türkei gegangen.

Heyes hoffte, dass zukünftig noch mehr junge Leute das Hilfswerk unterstützen, sei es durch Aktionen oder durch aktive Mitarbeit im Vorstand. Stellvertretend für das Engagement einiger Schulen nannte er die Sponsorenläufe des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums. Und um die Verbundenheit des Gymnasiums mit den Aufgaben der Aktion zu dokumentieren, ließ sich Lehrerin Sigrid Stegemerten in den Vorstand wählen; außerdem kam der Schiefbahner Werner Tillmanns in dieses Gremium.

Vorgestellt wurde noch die neue Büroleiterin in der Schiefbahner Zentrale: Anja Tams, die an dem Tag ihren 46. Geburtstag feierte. Sie kam nicht ganz an das Alter des 1963 gegründeten Lepra-Hilfswerkes heran.

(schö)
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