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Stadt Willich
Maler in farbige Zukunft entlassen

Stadt Willich: Maler in farbige Zukunft entlassen
Zu den Gratulanten gehörten auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes, Rolf Meurer von der Kreis-Handwerkerschaft Niederrhein, Obermeister Ingo Pawlowski, Ehren-Obermeister Reinhard Pawlowski und Siegfried Schrempf, Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Ihren Gesellen-Status feierten jetzt junge Maler und Lackierer sowie Bauten- und Objektbeschichter im Schloss Neersen. Rolf Meurer von der Kreis-Handwerkerschaft Niederrhein gab ihnen Tipps mit auf den Weg. Von Willi Schöfer

Der Ausdruck "Junggesellen" beziehungsweise "Junggesellinnen" passte, so oder so. Auch wenn einige bereits feste Partner haben, ihren Gesellen-Status bekamen die jungen Maler und Lackierer aus dem Kreis Viersen und aus Krefeld jetzt schwarz auf weiß. Die Innung hatte zur feierlichen Lossprechung ins Neersener Schloss eingeladen. Den Gesellen wurde eine farbige Zukunft gewünscht. Und Siegfried Schrempf, Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf, meinte zum Abschluss seiner Festansprache: "Hauen Sie jetzt mal so richtig auf den Putz, Sie haben wirklich Grund dazu."

"Tage wie diese" oder "Happy" sang und gratulierte auch dazu der von Andrea Kautny angeführte Willicher Gemeinschaftschor der "Tonköpfe", ehe die 39 neuen Gesellen und einige ausgelernte Bauten- und Objektbeschichter ihre Urkunden bekamen. Darunter war auch die 19-jährige Anne Neumann aus Kevelaer. Sie war die Punktbeste, hatte sogar trotz um ein Jahr verkürzter Lehrzeit in der Berufsschule die Gesamtnote 1,3 geschafft. Sie arbeitet bereits seit Kurzem im Familienbetrieb ihres Vaters Matthias, war beim Nettetaler Michael Schmitz in die Lehre gegangen und hatte auch anderweitig ihr Glück gefunden: Anne lernte den 19-jährigen Willicher Andy Wirth kennen, der jetzt ebenfalls seinen Abschluss schaffte.

Sehr zufrieden mit dem Abschluss war ferner der Tönisvorster Alexander Botschen, der sich nach seinem Hauptschulabschluss für diese Ausbildung entschieden hatte. "Es war anstrengend, aber okay", freute sich Alexander besonders darauf, dass er ab dem 1. September in einem Betrieb in Krefeld-Verberg eine Anstellung gefunden hatte. Er verdiente im dritten Lehrjahr 755 Euro brutto, will in den nächsten Tagen den Vertrag unterzeichnen und sagte: "Es wäre schön, wenn ich anfangs mindestens 1700 Euro brutto bekommen würde."

Es gratulierte im Beisein vieler Eltern, von Fachlehrern und von Vertretern von Ausbildungsbetrieben unter anderem Willichs Bürgermeister Josef Heyes, Rolf Meurer von der Kreis-Handwerkerschaft Niederrhein, Obermeister Ingo Pawlowski und sein Vater, Ehren-Obermeister Reinhard Pawlowski. Rolf Meurer gab den jungen Leuten einige Ratschläge: "Bleiben Sie neugierig und kritisch, pflegen Sie weiterhin das Handwerk, und übernehmen Sie ehrenamtliche Aufgaben."

Hinterher gab es im Schlosskeller ein leckeres Abendessen. Zuvor waren auf Nachfrage der RP von Dietmar Seefeldt, der gemeinsam mit Günter Kother der Prüfungsausschussvorsitzende war, einige kritische Töne angeklungen. Der Willicher Malermeister, der seit 19 Jahren der Lehrlingswart ist, führte aus, dass im Vergleich zu früher das Basiswissen vieler junger Auszubildender abgenommen habe. Wie übrigens auch die Bereitschaft, dieses Handwerk zu erlernen. Seefeldt machte dies an Zahlen deutlich: "Vor etwa 20 Jahren gab es im Kreis Viersen noch jährlich etwa 80 neue Gesellen, heute sind es zusammen mit Krefeld gerade mal 39." Auch hatte es wieder einige Abbrecher und junge Leute gegeben, die die Prüfungen nicht geschafft hatten. Der Lehrlingswart weiter: "Heute gibt es sogar Betriebe, die den Auszubildenden, wenn sie die Lehre durchhalten, ein Handy oder einen Laptop versprechen."

Siegfried Schrempf lobte die neuen Gesellen: "Ihr habt das Handwerk stärker gemacht." Willichs Bürgermeister Josef Heyes dankte den Ausbildungsbetrieben, den Lehrern und auch dem Engagement der Mitarbeiter in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte in Willich-Münchheide.

Quelle: RP
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