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Stadt Willich
Markt: Granit kostet 200.000 Euro mehr

Stadt Willich. Am Mittwoch werden die überarbeiteten Pläne für den Willicher Marktplatz vorgestellt. Kostenschätzungen liegen schon vor. 200.000 Euro sparen ließen sich durch Betonstein statt Granit. Von Marc Schütz

Chinesischer Granit oder Betonstein mit Natursteinvorsatz? Über diese Frage sollen die Mitglieder des Planungsausschusses am kommenden Mittwoch entscheiden - und damit den überarbeiteten Entwurf für die Umgestaltung des Willicher Marktplatzes als Grundlage für die weiteren Schritte beschließen. Planer René Rheims aus Krefeld wird seine überarbeiteten Pläne in der Sitzung vorstellen.

Die Frage, welcher Bodenbelag es werden soll, ist nicht nur optisch bedeutend, sondern auch finanziell: Die Variante aus Betonstein ist insgesamt mit 1.175.450 Euro brutto rund 200.000 Euro günstiger als die mit chinesischem Granit. Kein Pappenstiel - auch wenn die Umgestaltung des Marktplatzes vom Land gefördert werden soll. Bisher hatte es geheißen, die Förderung solle 65 Prozent betragen, nun ist zu befürchten, dass es nur 50 Prozent sein könnten, wie Kämmerer Willy Kerbusch gestern im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilte.

Wie genau der Marktplatz künftig aussehen soll, wird René Rheims, Chef des Krefelder Planungsbüros "Kraft.Raum.", das seinerzeit den Gestaltungsworkshop gewonnen hatte, erst am Mittwoch vorstellen. Die bereits vorliegende Kostenschätzung gibt allerdings schon erste Hinweise auf die Gestaltung - und die Kosten für die einzelnen Gestaltungselemente sind nicht uninteressant. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, und egal, wie der Platz am Ende aussehen wird: Kritiker wird es auf jeden Fall geben. Wenn die dann auch noch wissen, wie hoch die Kosten waren, sind lebhafte Diskussionen garantiert. Das Argument, dass die Elemente jahrzehntelang halten sowie Wind, Wetter und Vandalen trotzen sollen und somit keine Baumarktpreise zu erwarten sind, ist Manchem vermutlich nur ein schwacher Trost.

Größter Posten ist der Bodenbelag der mehr als 3000 Quadratmeter großen Fläche. 327.000 Euro (hinzu kommt bei den folgenden Zahlen jeweils die Mehrwertsteuer) würde die Variante aus Betonstein kosten, gut 500.000 Euro die aus chinesischem Granit. Die übrigen Kosten für die Marktplatz-Umgestaltung sind bei beiden Varianten ähnlich. Mit insgesamt knapp 200.000 Euro netto schlägt die "Möblierung" des Platzes zu Buche. Größter Batzen hier ist ein Holzdeck für 37.700 Euro, auf dem wohl eine Holztafel für 39.500 Euro stehen soll. Damit es sich daran gemütlich sitzen lässt, sind 14 Hocker für insgesamt 30.800 Euro plus neun verschiedene Bänke für insgesamt 28.200 Euro vorgesehen. Zudem soll es auf dem Markt unter anderem 17 Fahrradständer à 350 Euro und sechs Mülleimer für jeweils 650 Euro geben. Das Denkmal "Ungeduld" wird umgesetzt, wofür Kosten von 1200 Euro veranschlagt sind.

Damit die neuen "Möbel" und der gesamte Marktplatz auch bei Dunkelheit zur Geltung kommen, wird es auch eine entsprechende Beleuchtung geben. Für 4800 Euro wird dann beispielsweise die "Ungeduld" angestrahlt, das Holzdeck für 8000 Euro, die Holztafel für 4000 Euro und - natürlich - die Pfarrkirche St. Katharina, wofür 36.000 Euro veranschlagt sind. Insgesamt summieren sich die "technischen Anlagen" auf 172.641,25 Euro. Darin enthalten ist übrigens auch die Akzentbeleuchtung des Fontänenfeldes für 9000 Euro. 9000 Euro für die Beleuchtung wohlgemerkt, das Fontänenfeld selbst kostet zusätzlich 123.000 Euro.

Vergleichsweise gering erscheinen da die Kosten für neun neue Bäume (fünf Zerr-Eichen und vier Amerikanische Gleditschien) samt Nebenarbeiten für insgesamt 33.950 Euro. 6300 Euro kostet die Fällung der Kugelahorne, "Sonstige Außenanlagen" schlagen dann noch mit 105.790,50 Euro zu Buche, hinzu kommen kleinere Beträge für dies und das. Nicht enthalten sind Kosten für Kanalsanierungen und die Planungskosten.

Quelle: RP
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