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Stadt Willich
Marktplatz aus chinesischem Granit

Stadt Willich: Marktplatz aus chinesischem Granit
Der chinesische Granit in erdigen Farben sowie Möbel aus Holz wie das Deck, das auch zum Sitzen dient, sollen dem Marktplatz nach der Umgestaltung eine gemütliche Atmosphäre verleihen. FOTO: Kraft.Raum
Stadt Willich. Die Mitglieder des Willicher Planungsausschusses entschieden sich gegen die Stimmen der Grünen für die rund 250.000 Euro teurere Variante - aus optischen, aber auch aus praktischen Gründen. Die Kugelahorne werden im Februar gefällt. Von Marc Schütz

Wenn alles gut geht, kann das Willicher Schützenfest 2018 auch auf einem komplett umgestalteten Marktplatz gefeiert werden, hofft Christian Pakusch, Vorsitzender des Planungsausschusses. In der jüngsten Sitzung wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Umgestaltung des Platzes gemacht: Die Ausschussmitglieder entschieden sich als Grundlage für den Ausbauplan für den Bodenbelag aus chinesischem Granit, der zwar insgesamt rund 250.000 Euro teurer ist als die Variante aus Betonstein, den meisten Anwesenden aber unter anderem wegen der raueren Oberfläche deutlich besser gefiel als das Kunstprodukt.

Landschaftsplaner René Rheims, Chef des Krefelder Büros "Kraft.Raum.", präsentierte im Ausschuss seine überarbeitete Planung für die Marktplatzumgestaltung, die sich von den bisherigen Vorschlägen aber nur in einigen Details unterscheidet. Eingearbeitet wurde der neue Grundriss des Hinzen-Hauses, das erweitert wird, die Baumgruppen rücken näher an die Häuser heran (ein Wunsch der Feuerwehr), und die "Möblierung" des Platzes wurde noch einmal überarbeitet. So soll es ein "Holzdeck" am Hinzen-Haus geben, in das Rückenlehnen integriert werden und aus dem quasi Bäume "herauswachsen". An anderer Stelle des Platzes wird es eine lange Tafel - ebenfalls aus Holz - geben, an der Holzhocker- und Bänke stehen. Alles ist so arrangiert, dass der Platz auch für größere Veranstaltungen wie das Schützenfest oder den Wochenmarkt genutzt werden kann. Auch das Fontänenfeld wird so angelegt, dass die Multifunktionalität des Platzes gewährleistet bleibt: Die Fontänendüsen sind bündig eingelassen, sodass sie nicht stören, wenn sie gerade kein Wasser verspritzen.

René Rheims warb für den Granitbodenbelag, da dieser zum Einen besser aussehe, zum Anderen sei er robuster und könne leichter ausgetauscht werden, wenn es mal zu Bauarbeiten im Untergrund kommen sollte. Da der Naturstein nicht so leicht ausbleiche und abnutze wie die Betonvariante, entstehe kein "Flickenteppich", wenn Elemente ausgetauscht würden. Christian Winterbach (Grüne) plädierte für die günstigere Variante, da sich die Kosten für die Marktumgestaltung mit annähernd 1,5 Millionen Euro (60 Prozent übernimmt nun definitiv das Land) ohnehin "am oberen Rand" befänden und durchaus auch der Naturstein abnutze und seine Optik leide, wenn er nicht gepflegt würde. Auf Sascha Faßbenders (CDU) Einwand, mit der Marktumgestaltung wolle man die Attraktivität erhöhen und Kaufkraftabfluss aus Willich vermeiden, entgegnete Winterbach: "Sind beispielsweise W-Lan und ein attraktives Warenangebot nicht wichtiger? Lockt man junge Leute wirklich mit Naturstein auf den Markt?" Doch am Ende entschieden sich alle anderen Fraktionen für den chinesischen Granit. Dieser soll keine graue Fläche ergeben, sondern in leicht unterschiedlichen Gelbnuancen und unterschiedlichen Größen eine gemütliche Atmosphäre schaffen.

Und so geht es nun weiter: Laut Christian Pakusch werden die Kugelahorn-Bäume im Februar kommenden Jahres gefällt, danach wird es allerdings womöglich erst mal eine längere Pause geben. Denn mit den ASV-Schützen müsse man sich nun abstimmen, ob die Bauarbeiten vor dem Schützenfest 2017 oder erst danach beginnen. Ein "größtmöglicher Konsens" sei ihm wichtig, so Pakusch. Auch die Erweiterung des Hinzen-Hauses sollte möglichst parallel ablaufen. Wenn es dann so weit ist, wird zunächst geschaut, in welchem Zustand sich der Kanal unter dem Marktplatz befindet, um ihn dann gegebenenfalls zu reparieren. Danach beginnt die Marktplatz-Umgestaltung, die rund zwölf Monate in Anspruch nehmen werde, so Pakusch.

Quelle: RP
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