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Stadt Willich
Mehr Schulsozialarbeiter für Willich

Stadt Willich. Die Stellenzahl in der Schulsozialarbeit soll von 2,75 auf 3,5 erhöht werden. Das empfiehlt der Schulausschuss auf Antrag der SPD. Die CDU enthielt sich, weil sie das Land in der Pflicht sieht. Von Marc Schütz

Grundsätzlich waren sich die vier Fraktionen im Willicher Schulausschuss einig: Die Schulsozialarbeit ist enorm wichtig, die derzeit 2,75 Stellen werden auf Dauer nicht ausreichen. Die SPD hatte daher die Aufstockung um 0,75 Stellen beantragt, und Markus Gather, selbst Lehrer, warb eindringlich für das Anliegen seiner Fraktion: "Die Vorstellung, dass die Schulsozialarbeit nur von Schülern aus prekären Verhältnissen benötigt wird, ist falsch. Nein, es gibt durchaus auch viele Schüler aus gut situierten Familien, in denen es eventuell eine soziale Verwahrlosung gibt, weil die Eltern viel arbeiten und daher wenig Zeit für die Kinder haben." Es sei wichtig, dass die Stellenzahl sukzessive erhöht werde. "Sonst können wir nicht garantieren, an allen Willicher Schulen Schulsozialarbeit anbieten zu können." Am Ende stimmten die Ausschussmitglieder bei Enthaltung der CDU dafür, dem Haupt- und Finanzausschuss, der letztlich entscheidet, die Aufstockung der Stellenzahl zu empfehlen.

Die CDU bezweifelt zwar nicht die Bedeutung der Schulsozialarbeit, doch zeigte sie auf die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf, und so sagte Sonja Fucken-Kurzawa: "Schulsozialarbeit ist eine Länderaufgabe, nicht die der Kommunen. Deshalb tun wir uns schwer damit, die Aufstockung noch vor der Landtagswahl zu beschließen." Parteikollege Bernhard Grotke ergänzte: "Wir haben ein Problem, wenn das Land seiner Verantwortung nicht nachkommt und wir jetzt einspringen müssen." Bisher finanziert die Stadt Willich lediglich eine der 2,75 Stellen selbst, die übrigen trägt das Land. Und das hat bereits in Aussicht gestellt, das auch im kommenden Jahr tun zu wollen. Was darüber hinaus passiert, ist ungewiss. "Wir müssen aufpassen, welche langfristigen Auswirkungen es hat, wenn wir die Stellenzahl erhöhen", so Grotke mit Blick auf die angespannte Haushaltslage. "Wir müssen klarmachen, dass wir auch über 2018 eine Landesbeteiligung erwarten."

Dr. Raimund Berg (Grüne) und Thomas Brandt (FDP) waren sich einig, dass das Problem in Willich gelöst werden muss. "Mir ist es egal, ob es Landes-, Bundes- oder kommunale Mittel sind. Es handelt sich um eine Aufgabe, die wir annehmen müssen, und wenn eine Stelle gebraucht wird, müssen wir dafür eine Finanzierung finden", sagte Berg. Etwa 43.000 Euro pro Jahr wird die Dreiviertelstelle laut Verwaltung kosten. Thomas Brandt zeigte sich zuversichtlich, dass Kämmerer Willy Kerbusch das Geld irgendwo "zusammenkratzen" werde. Markus Gather: "Wir müssen schon ein Konzept erarbeiten, wie wir die Schulsozialarbeit notfalls auch selbst finanzieren können. Bisher finanziert die Stadt nur eine einzige Stelle, das steht uns nicht gut!"

Auch die im Ausschuss vertretenen Schulleiter warben für den Ausbau der Schulsozialarbeit: "Das, was dort investiert wird, wird an vielen anderen Stellen eingespart, etwa durch weniger Vandalismus und weniger Schulabbrecher", sagte Thomas Prell-Holthausen, Direktor des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums. Ute Will-Nieding, Leiterin der Robert-Schuman-Europaschule, ergänzte: "Ich habe Schule mit und ohne Schulsozialarbeit erlebt und bin froh, dass wir seit zwei Jahren Schulsozialarbeit haben - wenn auch nicht mit einer ganzen Stelle." Margret Peters vom St.-Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn, das sich in Trägerschaft der Malteser befindet, machte deutlich, dass ihre Schule von den städtischen Stellen nicht mitversorgt wird. "Wir stemmen die Schulsozialarbeit aus eigener Kraft."

Quelle: RP
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