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Stadt Willich
Mehr Sicherheit auf Willichs Straßen

Stadt Willich: Mehr Sicherheit auf Willichs Straßen
Der Kommunale Ordnungsdienst besteht in Willich aus einer Doppelstreife. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes und eine Kraft eines professionellen Sicherheitsdienstes patrouillieren derzeit allerdings lediglich durch den Stadtteil Willich. FOTO: Kaiser
Stadt Willich. Jeder Mensch "tickt" anders - deswegen ist das "subjektive Sicherheitsgefühl" nicht messbar. Martin Zinnel von der Willicher Verwaltung arbeitet an einem Konzept, damit sich die Willicher auch künftig sicher fühlen. Von Nadia Joppen

In welchen Bereichen kann die Ordnungsbehörde der Stadt Willich die Allzuständigkeit der Polizei mit auffangen, wenn nicht genug Polizisten da sind? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Leiter des Geschäftsbereichs "Einwohner und Ordnung", Martin Zinnel derzeit in besonderem Maße. Auslöser ist die Ankündigung der Kreispolizeibehörde Viersen, die Polizeiwache an der Grabenstraße nachts und an den Wochenenden nicht mehr mit Beamten zu besetzen. Das hat die Politik auf den Plan gerufen: CDU und Grüne wollen, dass die Willicher Verwaltung ein neues Konzept für den "Kommunalen Ordnungsdienst" (KOD) und eine verbesserte innere Sicherheit erarbeitet.

Die Ausarbeitung ist noch nicht fertig, zurzeit erfolgt eine Befragung innerhalb der Verwaltung in den Bereichen, die für Schulen, öffentliche Plätze, Parks und Anlagen verantwortlich sind. Ebenfalls wird die Sicht der Polizei erfragt.

Derzeit hat die Verwaltung nur eine Streife mit zwei Stellen zur Verfügung, die sich lediglich im Ortsteil Willich bewegt. Sie besteht aus einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes und einer ausgebildeten Sicherheitsfachkraft eines professionellen Sicherheitsdienstes. Hier sind sie ganzjährig und im Sommer je nach Situation sogar von 19 Uhr bis 4 Uhr morgens im Einsatz - vor allem an Wochenenden. Den wesentlichen Effekt des heutigen KOD sieht Zinnel darin, dass die klare Erkennbarkeit und die Unberechenbarkeit des Auftauchens eine Art "Disziplinierungs- und Erziehungseffekt" hat: Der KOD konzentriert sich zurzeit darauf, Themen wie Ruhestörung, Müll, unangemessenes Benehmen oder die Einhaltung des Jugendschutzes und des Nichtraucherschutz-Gesetzes zu bearbeiten. Die Streife spricht die Störer an - und vermittle diesen das Gefühl "wir kennen euch". Diese abschreckende Strategie habe bereits zu Verbesserungen in Alt-Willich geführt - wegen des begrenzten Personals aber eben auch nur da: "Das Gefühl des 'beobachtet Werdens' hemmt viele", so Zinnel. Dazu kommen ein selbstbewusstes Auftreten und eine klare Erkennbarkeit über die Uniform-mäßige Kleidung, denn "viel ist auch die Funktion als Ansprechpartner für die Bevölkerung", meint Zinnel. Wenn sich eine Situation verschärft, würden derzeit automatisch Polizisten aus der Willicher Wache dazu geholt, "denn wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Leiter Theo Pasch und dessen Team."

Mit der Reduzierung der Polizeipräsenz sieht er neue Notwendigkeiten: Bisher sei der Ansatz der KOD-Streife eher der Konsens, aber wenn künftig eine Konfrontation notwendig werde, "dann gehen wir da auch rein". Um seine Leute auf diese Situation vorzubereiten, hat es bereits erste Schulungen in Auftreten und Verhalten gegeben. Das muss aber erweitert werden, damit die Mitarbeiter mental in der Lage sind, ihre Arbeit langfristig zu bewältigen. Weiteres Thema ist für ihn auch eine angemessene Schutzkleidung. Insgesamt vergleicht Martin Zinnel die künftige Situation mit der in Frankreich oder Italien, wo eine "police municipale" die kleineren Auffälligkeiten, die entsprechend höher qualifizierte Kriminalpolizei Gewalt und größere Verbrechen bearbeite. Er will nach den Sommerferien sein Konzept vorlegen - dann muss es innerhalb der Fraktionen weiter beraten werden.

Quelle: RP
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