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Stadt Willich
Michael Rieve an der Spitze der wirtschaftlich klammen Altenhilfe

Stadt Willich. Seit 1979 gibt es schon den für unzählige Senioren unverzichtbaren Verein "Altenhilfe Stadt Willich". Der Verein hatte in den Vorjahren erhebliche finanzielle Probleme und Krisen, nachdem 2013 der jährliche 15.000-Euro-Zuschuss der Stadt für den Mobilen Sozialen Dienst (MSD) weggefallen war. Von Willi Schöfer

Und die Finanzen bleiben ein großes Thema. "Wir sind 2015 noch mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte bei der Vollversammlung Geschäftsführerin Rita Peitz.

Vor allem wegen einer 10.000- Euro-Spende aus der Auflösung des Förderkreises des Katharinen-Hospitals hatte der Verein im Vorjahr nur ein Minus von rund 2,50 Euro gemacht. Dies löst aber nur vorübergehend das Problem, zumal von solch hohen Spenden nicht in jedem Jahr ausgegangen werden kann und für den MSD dringend ein neues Fahrzeug benötigt wird. 2015 war der MSD etwa 3000 Mal im Einsatz, um den Menschen in ihrer häuslichen Umgebung zu helfen. "Es war dabei erschreckend, dass offenbar die Vereinsamung im Alter immer mehr zugenommen hat", bilanzierte Rita Peitz, die sich mehr Mitglieder und Sponsoren wünscht. Rita Peitz hatte übrigens am 1. April 1996 ihre Arbeit als Geschäftsführerin angetreten. Derzeit hat der Verein etwa 690 Mitglieder, in etwa so viele wie Ende 2014. Rund 500 sind 75 Jahre alt oder älter.

Es gab von der Generalversammlung aber auch gute Nachrichten. Denn aus allen Stadtteilen kamen einige Männer dazu, die bislang noch nicht in dem Verein arbeiteten und zukünftig im Vorstand als Beisitzer aktiv sein werden: Ludwig Oedinger, Udo Lepke, Ulrich Blesin und Werner Hanewinkel.

Und es gab auch ganz oben eine Veränderung: "Aus gesundheitlichen und privaten Gründen muss ich den Vorsitz abgeben", sagte nach acht Jahren Renate Kirsch. An ihre Stelle trat Michael Rieve aus Willich. Der 65-jährige Maschinenbau-Ingenieur war im Dezember 2015 in den Ruhestand gegangen und fasste den Entschluss, "mich zukünftig für die ältere Generation, zu der ich ja auch gehöre, stärker zu engagieren". Rieve, der seit etwa 15 Jahren dem Altenhilfeverein angehört, bekam gleich bei seinem Amtsantritt mächtigen Rückenwind. Er wurde mit 58 Ja-Stimmen gewählt; Nein-Stimmen oder Enthaltungen Fehlanzeige. Renate Kirsch macht als stellvertretende Vorsitzender weiter.

Ebenfalls einstimmig erfolgten nach der einstimmigen Entlastung des alten Vorstandes die weiteren Wahlen. Jessica Rips heißt die neue Schatzmeisterin; ihre Stellvertreterin wurde Ursula Tobay. Schriftführerin bleibt Rita Peitz. Außerdem wurden bei der Versammlungsleitung von Dieter Lambertz als Beisitzer Felicitas Ringel, Margot Wilms und Ursula Faßbender wiedergewählt.

Willichs Vize-Bürgermeister Guido Görtz zeigte sich zuversichtlich, dass der Verein die Krise in den nächsten Jahren meistert. "Vor allem muss auf jeden Fall der Mobile Dienst erhalten werden, dies ist ein wichtiges und tolles Angebot", kommentierte unter den Gästen der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Kreis Viersen, Karl Boland. Boland sagte dem Verein seine Unterstützung in fachlicher Hinsicht zu.

Die vielfältigen Aktivitäten vor allem in der Willicher Begegnungsstätte am Kaiserplatz gehen weiter, unter anderem die Spiele, die vielem anderen Begegnungen, das Markt-Frühstück, die Bewegungsgymnastik oder die kleineren und größeren Touren. So sind für die nächsten Tagestouren am 15. Juni (Biggesee) und 20. Juli (Hellenthal) noch einige Plätze frei.

Stellvertretend für den großen Helferstab freuten sich dann einige Ehrenamtler noch über kleine Aufmerksamkeiten und Präsente, so Ruth Müller, Hans Arnold Paulsen, Paul Lücke, Margit Wilms, Ursula Faßbender, Ursula Tobay, Felicitas Ringel und Dieter Lambertz.

Quelle: RP
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