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Stadt Willich
Michael Schanze kommt zurück

Stadt Willich: Michael Schanze kommt zurück
Willichs Bürgermeister Josef Heyes (von links) Festspielvereinsvorsitzende Sabine Mroch, Intendant Jan Bodinus und Vereins-Geschäftsführerin Doris Thiel bei der Präsentation des Programms der Saison 2017. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Der Spielplan für die kommenden Schlossfestspiele steht. Intendant Jan Bodinus wählte für die großen Bühnenstücke das Motto "Vergeben - Vergessen - Verzeihen". Von Angela Wilms-Adrians

Jan Bodinus ist glücklich: Die vergangenen Festspiele waren ein großer Erfolg mit "unglaublichen" Besucherzahlen und erfreulich großer Wahrnehmung weit über Willich hinaus. Diesen Erfolg möchte der Intendant im kommenden Jahr mindestens wiederholen. Dafür hat er ein attraktives Programm erarbeitet. Im Rathaus lüftete er das Geheimnis. Das Motto heißt "Vergeben - Vergessen - Verzeihen". "Was passiert mit dem, was ich erlebt habe? Was sind die wirklichen Erinnerungen? Was und wem können wir vergeben - inklusive uns selbst?", fragt Bodinus rhetorisch.

Die Festspiele will er mit Astrid Lindgrens "Michel aus Lönneberga" eröffnen. "Dem Michel muss immer wieder vergeben werden für seine Streiche", erzählt Bodinus. Er schätzt das Kinderstück als "kraftvollen Umgang" mit kindlicher Wildheit und Experimentierfreude. Die Regie hat er Gideon Rapp anvertraut, von dem er überzeugt ist, dass der "wunderbar Menschen zusammenführen und Geschichten erzählen kann".

Das erste Abendstück wird die Tragik-Komödie "Honig im Kopf" nach dem gleichnamigen Film von Til Schweiger sein. Für die Vier-Personen-Version ist Matthias Freihof als Regisseur vorgesehen. "Das ist ein absolutes Familienstück. Da können Großeltern und Kinder gemeinsam über das Thema Vergessen sprechen", betont Bodinus. Das Stück erzählt von der elfjährigen Tilda und deren zunehmend vergesslich werdendem Großvater Amandus. Der Intendant verrät, dass die besondere Herausforderung darin besteht, eine junge Schauspielerin zu finden, die neben einem gestandenen Darsteller von über 70 Jahren bestehen kann. "Ich würde da gerne jemanden entdecken", verrät er und lässt durchblicken, dass eine Vorauswahl läuft.

Für die zweite Abendpremiere mit dem Klassiker "Der zerbrochene Krug" wird Bodinus selbst Regie führen. "Wir sind da in der Position, mit einem klassischen Drama ein Risiko eingehen zu können und vielleicht nicht auf 98, sondern nur 93 Prozent Auslastung zu kommen. Es ist auch unser Auftrag, eine andere Art Sprache zu zeigen", betont der Intendant. Für die Hauptrolle des Dorfrichters Adam wird erneut Michael Schanze nach Neersen kommen. "Ich habe Lust darauf, mit Schanze zu arbeiten. Er hat sich hier in der vergangenen Spielzeit gut eingefügt", freut sich Bodinus. Im Stück geht es um Recht und Unrecht, Schuld und Sühne, also um stets aktuelle Themen. Im Mittelpunkt steht der Dorfrichter Adam, der über einen Fall zu Gericht sitzt, in den er selbst schuldhaft verwickelt ist.

Die Jungen Schlossfestspiele Neersen werden auch 2017 weitergeführt. Der in Neersen bekannte Schauspieler und Schauspiellehrer Sven Post wird wieder den Jugendclub leiten und so junge Leute aus der Region künstlerisch fordern. "Natürlich", so Bodinus, werden dann auch wieder "Impro-Battles" veranstaltet, bei denen sich der Nachwuchs öffentlich messen und präsentieren kann. Der "KIDZ- Club" ist ein Angebot an die Jüngeren im Alter von sechs bis zehn Jahren. Dafür geht die Schauspielerin und Theaterpädagogin Reinhild Köhncke an die Schulen. Sie wird in den teilnehmenden Klassen das Thema des Kinderstücks spielerisch erarbeiten, auf das dieses von Kindern an einem Spieltag der Festspiele am "KIDZ-CLUB-TAG" aufgeführt wird.

Im Rahmen der Reihe "Junge Schlossfestspiele mobil" wird Post mit einer Darstellerin Oberstufen der umliegenden Schulen besuchen und aus dem Buch "Das Tagebuch der Anne Frank" lesen. Die szenische Lesung wird zudem im Ratssaal gezeigt. Fest eingeplant ist auch bereits ein Kinderfest im Rahmen einer Märchenaufführung. Versprochen sind außerdem unter anderem ein Wiedersehen mit dem Hohenloher Figurentheater, Gebrauchslyrik von Erich Kästner, gelesen von Hans-Jürgen Schatz, eine Bekanntschaft mit dem Puppentheater "Con Cuore", eine erneute Begegnung mit Inez Timmer mit neuem Programm.

Aufgefrischt wurde der Kontakt zu den Burgfestspielen Mayen. Das Ensemble gastiert mit Schillers Tragödie "Kabale und Liebe" auf der Hauptbühne.

Quelle: RP
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