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Stadt Willich
Missbrauch? Angeklagter bestreitet Vorwürfe weiter

Stadt Willich. Im Prozess um den Vorwurf des Missbrauchs der Stieftochter hat gestern das mutmaßliche Opfer ausgesagt. Die Anwältin der Schülerin hatte beantragt, dass sowohl die Zuschauer als auch der Angeklagte während der Vernehmung den Saal verlassen. Das Gericht folgte dem Antrag. Die heutige 16-Jährige sagte gestern mehrere Stunden lang aus. Von Birgit Lameyer

"Wenn es rein hypothetisch etwas zu gestehen gäbe, wäre jetzt der Zeitpunkt, an dem man das noch erheblich strafmildernd berücksichtigen würde", appellierte die Richterin zuvor noch einmal eindringlich an den 50-Jährigen. Den Strafnachlass gebe es aber nur, wenn Opfern von Sexualstraftaten die Aussage durch ein glaubhaftes Geständnis erspart bleibe. Das gelte besonders, wenn Kinder betroffen sind. Der Willicher revidierte die zuvor über seinen Anwalt gemachte Aussage, dass die Vorwürfe falsch seien, allerdings nicht.

Die Anwältin der Schülerin betonte, dass sie dem Opfer die Anwesenheit des Angeklagten nicht zumuten könne. Sie befinde sich bereits in psychiatrischer Behandlung. Eine Traumatisierung sei zu befürchten, wenn der Mann, den sie jahrelang als Vater akzeptiert habe, im Saal bleibe. Den Angeklagten habe sie jahrelang als Respektsperson anerkannt und seine Anweisungen befolgt. Hier gehe es auch um schutzwürdige Interessen der Zeugin.

Der Willicher steht im Verdacht, die Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin in zwölf Fällen sexuell missbraucht zu haben, als sie zwischen acht und 13 Jahren alt war. Gestern wurde auch eine Pädagogin gehört. Sie gab an, dass die Schülerin damals sehr introvertiert gewesen sei und Unterstützung benötigt habe. Auch ein ehemaliger Mitschüler musste aussagen. Nachdem die Freundin des Opfers den 17-Jährigen schwer belastet hatte, musste er sich der Frage stellen, ob auch er das Mädchen unsittlich angefasst hatte. Ihm war die Situation im Zeugenstand sichtlich peinlich. Immer wieder wich er den Fragen der Beteiligten aus, antwortete kaum hörbar oder auch mal gar nicht. Dann sagte er, beide Mädchen würden lügen. Seine Mitschülerin habe oft etwas Falsches behauptet, wenn sie schlechte Laune gehabt habe. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Quelle: RP
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