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Stadt Willich
Mit Boxhandschuhen auf Gesundheitskurs

Stadt Willich. Konfliktmanagement, Ich-Stärkung und Gesundheitsprävention sind Dinge, die in der Robert-Schuman-Europaschule und im Lise-Meitner-Gymnasium mit einem neuen Angebot umgesetzt werden. Das Projekt heißt Boxen. Von Bianca Treffer

Die Begeisterung ist an den Gesichtern der Gymnasiasten abzulesen. "Man kann sich so richtig auspowern", schwärmt die zwölfjährige Anna Sophia, während der gleichaltrige Kim-Bastian betont, dass er sich nach dem Training richtig fit fühle und das Gefühl habe, eine ganze Menge für seine Gesundheit getan zu haben. Dem können sich die Achtklässler der Robert-Schuman-Europaschule nur anschließen. "Es macht einfach riesig Spaß", meinen dort Marie und Lucas. In beiden Schulen läuft seit Beginn des Schuljahres 2015/2016 ein neues Angebot, das den gleichen Inhalt hat, wenngleich es auf verschiedene Weisen angeboten wird. Die Rede ist vom Boxen.

Sowohl die Willicher Europaschule wie auch das Anrather Lise-Meitner-Gymnasium haben sich beim AOK-Programm "Fit durch Schule" mit einem Boxangebot beworben und den Zuschlag in Form einer finanziellen Unterstützung erhalten. In Willich ist das neue Angebot in den Sportunterricht der achten Klasse integriert. Über zwei Jahre verteilt können alle Achtklässler der Gesamtschule in Kleingruppen den Sport kennenlernen. Am Anrather Gymnasium dagegen ist es eine AG namens "Owl Fitness Team" für die Stufen sieben bis neun. "Wir haben den Namen gewählt, weil die Eule für Weisheit steht. Boxen ist ein Sport, der viel Disziplin verlangt und der strenge Regeln hat. Das möchten wir über den Namen ausdrücken, weil Boxen oftmals einfach anders gesehen wird", sagt Beratungslehrer Michael Daners. Zwölf Gymnasiasten gehören in Anrath zu der AG.

Als Kooperationspartner konnten an beiden Schule Kai Burghardt und sein Sportangebot "Boxen for personality" gewonnen werden. "Wir haben ein Konzept speziell für das Training in den Schulen ausgearbeitet, wobei eins ganz wichtig ist: Es wird nie gegeneinander geboxt, und es gibt auch keinen körperlichen Kontakt", erklärt Burghardt. Es geht nicht um das eigentliche Boxen, bei dem zwei Personen in den Ring steigen. Vielmehr steht das Training von Kraft und Ausdauer im Mittelpunkt, wobei das Akzeptieren von Regeln, der rücksichtsvolle Umgang bei der Ausübung des Sports untereinander und das miteinander im Mittelpunkt stehen. "Beim Boxen ist äußerste Disziplin gefragt. Ohne die geht es nicht", hebt Alexander Rother vom didaktischen Team der Europaschule hervor.

Das neue Angebot ist aber nicht nur eine Gesundheitsprävention. Darüber hinaus fördert das Training den Stressabbau und das Selbstbewusstsein. Die Schüler erfahren eine Ich-Stärkung und lernen gleichzeitig Konfliktmanagement, denn es gibt auch einen theoretischen Teil zur Gewaltprävention. Trainer Markus Lefen betreut die Angebote in beiden Schulen. Der Start erfolgt mit einem Aufwärmtraining, wobei sich Lefen immer etwas sportlich Anspruchsvolles, aber auch Unterhaltsames einfallen lässt. "Denn es soll schließlich Spaß machen, sich zu bewegen", sagt der Trainer.

Danach schließen sich Beinarbeit, Reaktionsübungen, Grundschläge, Maximalkraft- und Koordinationsübungen an. "Man kommt schon richtig ins Schwitzen. Es ist wirklich anstrengend", bemerkt der zwölfjährige Max vom Lise-Meisner-Gymnasium lächelnd. In beiden Schulen haben sich die jeweiligen Fördervereine mit eingebracht und Boxhandschuhe angeschafft. Denn auch die gehören zum Boxen dazu, wenngleich sie lediglich die blauen dicken Matten berühren.

Quelle: RP
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