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Stadt Willich
Mit der Kuh auf der Niers

Stadt Willich: Mit der Kuh auf der Niers
Für die Wettkämpfer war es meistens ein kühl-nasses Vergnügen, wenn sie in die Niers stiegen, um die Gefährte zu schieben. Manche blieben auf dem Trockenen. FOTO: Kaiser Wolfgang
Stadt Willich. Wenn die Niers zur Rennstrecke für den Wassersport mit kuriosen Konstruktionen mutiert, dann kommen die Besucher in Scharen. Die Katholische Landjugendbewegung Anrath lud am Sonntag zum traditionellen Badewannenrennen ein. Von Bianca Treffer

Es knattert und knistert ein wenig, dann tönt die Stimme von Moderator Alexander Manns über die Niers. "Die Fahrer der Kuhwiese 1.0 und des Feuerlöschbootes Willich I können sich fertig machen. Wir starten das erste Rennen in wenigen Minuten", schallt es über das Wasser. Auf der Behelfsbrücke, bestehend aus Telegrafenmasten, Paletten und Seilgeländer, verstärkt sich die leichte Schräglage, denn Fahrer und Helfer sammeln sich auf einer Seite.

Sämtliche Badewannenkonstruktionen sind an der Brücke festgebunden, und unterstützt von helfenden Händen klettern die beiden ersten Fahrer, Jugendfeuerwehrmann Bastian Greiner und Landjugendmitglied Lena Hügens in die etwas anderen Boote. "Ich fahre zum ersten Mal mit und bin schon ein klein wenig aufgeregt", verrät Lena lachend, als sie ohne Nierskontakt in der Badewanne gelandet ist. Dann gibt es einen gewaltigen Platsch, der eine Wasserfontäne mit sich bringt. Florian Lardong ist, ausgerüstet mit Gummistiefeln, in die Niers gesprungen. Das Feuerwehrboot wird nämlich per Schieben angetrieben.

Die Bierkiste der Katholischen Landjugend Waldniel im Rennen mit der Costa Concordia des Freundeskreises, bei der liebvoll Autositze in die Badewanne montiert wurden. FOTO: WOLFGANG KAISER

Das gilt auch für die Landjugendwanne, allerdings erobert Markus Gather das kühle Nass etwas vorsichtiger. "Wir hätten gerne eine Wassereinschätzung. Wie ist es?", möchte Moderator Christian Terkatz wissen, der, ausgerüstet mit Schwimmflügelchen, grinsend auf der Brücke steht. Die Gesichter von Florian und Markus sagen alles, was lautes Lachen bei den Zuschauern auslöst. Bei Außentemperaturen um die 20 Grad, ist das Nierswasser nicht gerade warm zu nennen. Indes machen letzte Instruktionen die Runde. "Power, egal wie", gibt Jugendfeuerwehrwart Markus Mertens seinen Fahrern mit auf den Weg. Kaum ist das "Und los!" er-klungen, stapfen die beiden zweibeinigen Antriebsmotoren los. Lena hat zum Paddel gegriffen, um unterstützend tätig zu werden. Bei der Feuerwehr gibt es zwar kein Paddel, aber Bastian pflügt mit seinen Händen wie ein Schaufelrad durch Wasser. Anfeuerungsrufe begleiten die Badewannen entlang der 150 Meter langen Bahn wie eine Laola-Welle, denn die Besucher säumen die Strecke von Start bis Ziel dicht an dicht. Die knallrot angestrichene Badewanne, getragen von dicken Rohren, überholt langsam aber sicher die schwarze Variante der KLJB Anrath. Vorbei am aufgemalten Kuhhinterteil mit Schwanz, das die dicken schwarzen Fässer hinten ziert, geht es entlang der Blümchenwiese, bis der Kuhkopf am vorderen Teil zu sehen ist. Ein klarer Sieg für die Feuerwehr.

"Wasser marsch" einmal anders: Das Feuerwehrboot der Jugendfeuerwehr wird per Schieben angetrieben. FOTO: Kaiser Wolfgang

Die Stimmung ist bestens. Kleine wie große Besucher, die es sich mit Picknickdecken an der Böschung der Niers bequem gemacht haben, bewundern die phantasiereichen Exemplare und genießen das Wassergaudi. Auf der von der KLJB Anrath gebauten Brücke kann man die Boote ganz aus der Nähe bewundern. Details, wie die in die Badewanne montierten Autositze, die der Freundeskreis fährt, die Quietsche-Ente an der Spitze von Unsinkbar 2.0, gebaut von der Rheinischen Landjugend Süchteln, oder das Steuerrad samt Abstandhalter der Spielwiese 2.0 der KLFB Breyell-Schaag können in Ruhe betrachtet werden. Die Bierkiste der KLJB Waldniel ist hingegen noch nicht im Wasser und auch das Flunky-Boot der KLJB Kempen muss noch in die Niers gelassen werden. Auf der erstmalig aufgestellten großen Anzeigetafel können die Besucher die Ergebnisse der einzelnen Fahrten genau verfolgen. Denn neben dem Stromabwärts-Rennen gibt es die 100 Meter-Stromaufwärts, das noch relativ neue Fahren ohne Sicht - mit abgedunkelten Taucherbrillen - und das bekannte Chaos-Rennen, das immer den krönenden Abschluss des Gaudis ausmacht.

Quelle: RP
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