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Stadt Willich
Mit Jahresgaben die Zukunft verbessern

Stadt Willich. Mit Jahresgaben südafrikanischer Künstler will der Verein Matchbox mehr Förderer gewinnen. Von Bianca Treffer

Was haben südafrikanische Kunst und Kindergärten in den Townships von Kapstadt gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, aber auf den zweiten jede Menge. Seit diesem Jahr gibt eine Verbindung - und die heißt Matchbox. Der in Kapstadt und Schiefbahn ansässige Verein nahm vor fünf Jahren seine Arbeit auf, indem er die in den Townships der zweitgrößten Stadt Südafrikas bestehenden improvisierten Kindergärten unterstützt.

"Es sind Kitas, in denen sich Mütter nach Möglichkeit bemühen, den Kindern Nahrung, Schutz und Bildung zu geben. Sie tun, was sie können, aber die Ressourcen sind knapp. Und genau hier setzen wir an. Wir unterstützen diese Einrichtungen. Wir schaffen nichts Neues, sondern helfen, bestehende Strukturen zu verbessern", sagt Verena Grips. Die gebürtige Schiefbahnerin lebt aus beruflichen Gründen einen Großteils des Jahres in Kapstadt. Dort wurde sie auf die Nöte aufmerksam und beschloss zu handeln.

Gemeinsam mit ihrer in Schiefbahn lebenden Familie rief sie Matchbox ins Leben. Wobei der Name, der aus dem englischen kommt und "Streichholzschachtel" bedeutet, auch Programm ist. Der Verein arbeitet mit ausrangierten Schiffscontainern, die zu Funktionsräumen umgebaut werden. "Wie Streichholzschachteln, die man stapeln kann", bemerkt Cornelia Grips. Die Schiffscontainer werden zu unterschiedlichsten Räumen. Es kann eine Küche sein, ein Spielbereich oder ein Hygienefunktionsraum - was immer gerade benötigt wird, entsteht aus einem entsprechend gestalteten Container.

Die Kita, bei der er aufgestellt wird, bringt sich bei der letztendlichen Gestaltung zudem ein. Außerdem kümmert sich Matchbox um eine Fortbildung der Frauen in den Kitas, damit diese ihr Wissen wiederum an die Kinder weitergeben und diese so fördern können. "Wir sind der Partner vor Ort für pädagogische Weiterbildung, Gesundheit und Hygiene", sagt Verena Grips, die derzeit für einen Besuch in Schiefbahn weilt.

In den fünf Jahren konnte der Verein vier Kitas ausbauen und eine Groß-Kita schaffen. Rund 1000 Kinder wurden auf diesem Weg erreicht, und es konnten 30 Betreuerinnen geschult werden. All das kostet Geld. Matchbox möchte dabei kontinuierlich unterstützen und braucht dazu die Hilfe von Spendern, die sich regelmäßig und verlässlich einbringen. Um die Förderer zu motivieren, hatte Verena Grips eine ganz besondere Idee. Das Stichwort lautet Jahresgabe. Für einen Spenden-Jahresbeitrag bei Matchbox, der bei 120 Euro liegt, erhält der Spender die Möglichkeit, sich eine sogenannte kostenfreie Jahresgabe auszusuchen. Dabei handelt es sich um Objekte südafrikanischer Künstler. Verena Grips hat in Südafrika Kontakte zu unterschiedlichen Künstlern aufgebaut, die von der Idee wiederum begeistert waren, ihre Kunst mit Matchbox über die Landesgrenzen von Afrika hinaus vorstellen zu können. Gerald Nkululeko Tabata, Marsi van der Heuvel, Selvin November und Jabulani Msingizani sind nun die ersten vier Künstler, die verschiedene signierte Unikate gestalteten, die als Jahresgaben fungieren. Im März gab es in Düsseldorf eine Ausstellung, bei der Matchbox Werke der vier Künstler vorstellte. Wer wollte, konnte sich ein Kunstwerk aussuchen. Alle Förderer wurden aber auch per E-Mail informiert und erhielten die Möglichkeit, sich über das Internet für ein Bild oder eine Skulptur zu entscheiden. "Viele waren von den Arbeiten so begeistert, dass sie sich neben der Jahresgabe direkt noch ein weiteres Werk selber kauften", berichtet Cornelia Grips.

Die Motivation der Jahresgabe, die ab sofort kontinuierlich einmal jährlich angeboten werden soll, möchte der Verein dazu nutzen, weitere Spender zu akquirieren, wobei er selber die Kunstwerke zu sehr günstigen Konditionen einkaufen kann. "Alle haben etwas von den Jahresgaben. Unsere Spender, die Kinder und die Künstler. Die Jahresgaben sind ein Mehrwert auf dem Weg die Zukunft von Kindern in den Townships von Kapstadt zu verbessern", sagt Verena Grips, die schon die Künstler für die Jahresgabe 2017 im Blick hat.

Quelle: RP
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