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Stadt Willich
Mit Lego-Steinen das Sparschwein füllen

Stadt Willich: Mit Lego-Steinen das Sparschwein füllen
Die Schüler Lukas Glauer (links) und Marvin Ildeniz (rechts) helfen Fiete Mersmann dabei, seine Lego-Bausätze wieder zusammenzubauen. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Die knapp 200 Oberstufenschüler der Robert-Schuman-Europaschule in Willich sind für einen Tag unter die Verdiener gegangen. Erstmals fand ein "Tag der sozialen Arbeit" statt. Von Bianca Treffer

"Cool, die Feuerwehr hatte ich auch", sagt Lukas Glauer und greift zur Aufbauanleitung eines Lego-Feuerwehrautos. "Dann musst du aber ein älteres Auto gehabt haben", sagt Fiete zu dem 18-Jährigen. Der muss darüber herzlich lachen. "Das könnte schon stimmen", lautet seine Antwort. Dennoch sind er und sein Klassenkamerad Marvin Ildeniz erfahrene Lego-Bauer - und das ist auch wichtig. Die beiden Oberstufenschüler der Willicher Robert-Schuman-Europaschule wollen nämlich gemeinsam mit Fiete jede Menge Legofahrzeuge wieder zusammenbauen.

"Die hat mein bester Freund geschrotet, und irgendwie haben wir es nicht mehr geschafft, die alle zusammenzubauen", sagt Fiete, der sich eine Kiste mit Figuren gegriffen hat und schon fleißig dabei ist, diese entsprechend ihrer Funktion auszurüsten. "Auf den letzten Seiten der Anleitungen ist immer abgebildet, welche Lego-Steine für das Modell benötigt werden. Wir haben die Steine teilweise auch schon ein bisschen vorsortiert", sagt Svenja Mersmann, die den einjährigen Pepe auf dem Arm trägt. Der baut allerdings noch nicht mit, sondern schaut nur zu. Kurze Zeit später sind Lukas und Marvin in die ersten beiden Bauanleitungen vertieft. Hände durchwühlen Kisten auf der Suche nach den entsprechenden Teilen, und kleinere Behältnisse werden ausgekippt, um einen besseren Überblick zu erhalten. Stück für Stück nehmen ein Feuerwehr- und ein Abschleppwagen Gestalt an.

Die beiden sind aber nicht die einzigen Oberstufenschüler der Gesamtschule, die an diesem Tag mit etwas völlig anderem als Unterricht beschäftigt sind. Die knapp 200 Schüler der Stufen elf und zwölf haben sich für einen Tag eine Arbeit gesucht. Die AG "Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage" hat erstmals einen "Tag der sozialen Arbeit" ins Leben gerufen. Die Schüler verdienen Geld, um gleich zwei Organisationen zu unterstützen. Das Geld soll der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und dem Förderverein zugunsten krebskranker Kinder in Krefeld zugutekommen.

"Wir hatten Anfang März eine Registrierungsaktion für die DKMS. 125 Oberstufenschüler ließen sich registrieren. Mit dem am Aktionstag eingenommen Geld möchten wir dazu beitragen, die Kosten für die Blutuntersuchung aufzubringen. Immerhin liegt die pro Spender bei 40 Euro. Kosten, die das DKMS über Spenden finanziert", erklärt Dr. Anja Bargfeld, die betreuende Lehrerin der AG. Der Verein für krebskranke Kinder steht der Schule ebenfalls nahe. Eltern einer Schülerin gründeten ihn, nachdem sie selbst einen Sohn durch eine Krebserkrankung verloren hatten.

Alle Oberstufenschüler suchten sich so für den Aktionstag eine Arbeit. "Wir hatten von der Aktion in der Zeitung gelesen und fanden sie sehr gut. Wir haben dann überlegt, wo wir Hilfe gebrauchen könnten, und da fielen uns die Kisten voller Legosteine unseres Sohnes ein, die allesamt auf einen Zusammenbau warten", berichtet Holger Mersmann. Ein Anruf bei Dr. Bargfeld machte den Einsatz von Lukas und Marvin bei der Anrather Familie klar.

Kaan Bozygit hat es hingegen nach Mönchengladbach verschlagen. Er geht für einen Tag bei der Aral-Tankstelle Bayat in den Einsatz. "Die Familie Bayat wohnt in der Nachbarschaft. Daher ist der Kontakt entstanden", berichtet Kaan, der nicht nur das Geld-Verdienen für die gute Sache positiv bewertet. "Für mich ist es auch eine neue Erfahrung, hier zu arbeiten", sagt er. Ahmet Bayat indes war selbst Schüler der Robert-Schuman-Europaschule und machte dort 2011 Abitur. "Ich gehörte auch der AG von Dr. Bargfeld an. Da ich immer noch Kontakt zur AG habe, wusste ich vom Aktionstag und freue mich, dass ich auf diesem Weg auch wieder ein wenig helfen kann", sagt Ahmet Bayat.

Ob nun aber der Einsatz von Schülern in elterlichen Betrieben, bei Nachbarn oder anderen Unternehmen: Sie alle hoffen, dass möglichst viel Geld zusammenkommt, damit das Sparschwein gut gefüllt wird.

Quelle: RP
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