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Stadt Willich
Mobiler werden für Molkereiprodukte

Stadt Willich: Mobiler werden für Molkereiprodukte
Die Willicher Tafel liefert durch die Lebenshilfe Lebensmittel auch an Kranke aus (von links): Thomas Bolduam, Franz Wibbald, Hermann Jüngst, Esther Mand und Petra Lopez auf den Fellerhöfen. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Mit neuer Kühlzelle und zweiten Frischdienstfahrzeug möchte sich die Willicher Tafel für die Zukunft gut aufstellen. Von Bianca Treffer

Für den zufälligen Betrachter sind es lediglich aufgeklebte rote Streifen auf dem Boden vor den Kühlschränken im vorderen Raum der Willicher Tafel auf den Fellerhöfen. Für die Mitarbeiter des Vereins ist es hingegen ein Stück Zukunft. "Wir haben die Streifen aufgeklebt, damit sich alle schon einmal an die neuen Ausmaße gewöhnen können, die unsere zukünftige Kühlzelle haben wird", sagt Sabine Neumann, die erste Vorsitzende der Willicher Tafel. Wo bislang nämlich drei der insgesamt fünf Kühlschränke stehen, wird in knapp zwei Wochen eine komplette Kühlzelle Einzug halten. Die braucht zwar mehr Platz, weil sie größer ist, aber "dafür können wir die beiden anderen Kühlschranke an der Fensterseite ebenfalls entfernen", bemerkt zweiter Vorsitzender Klaus Dieter Zober.

Die Kühlschränke sind allesamt in die Jahre gekommen und der Austausch ist mehr als nur dringend erforderlich. Er war bereits für Anfang des Jahres geplant, aber der Diebstahl des Kühlfahrzeuges der Tafel machte der über 7000 Euro teuren Anschaffung zuerst einmal einen Strich durch die Rechnung. Die Mietkosten für ein Leihfahrzeug waren hoch und ein neues Fahrzeug musste her, wobei die Versicherung nicht für alle Kosten aufkam. Daher wurde die Anschaffung der Kühlzelle verschoben und kann jetzt dank Unterstützung aus der Bevölkerung umgesetzt werden. Die Kühlzelle ist für die Tafel dabei eine bessere Alternative als die einzelnen Schränke. Sie fasst mehr Lebensmittel und ist auch umweltfreundlicher im Betrieb. Mit dem kommenden Jahr möchte die Willicher Tafel zudem weiter in die Zukunft investieren. Es steht ein Großprojekt an. "Wir möchten ein zweites Frischdienstfahrzeug anschaffen, um unseren Kunden auch zukünftig Frischeprodukte anbieten zu können", sagt Neumann. Ohne zweites Fahrzeug wird es dabei schwer.

Der Hintergrund ist der, dass die Lebensmittelgeschäfte durch ein verändertes Warengeschäft immer weniger Frischwaren, gerade im Molkereibereich, abgeben. Die Tafel bemerkt den Rückgang bereits deutlich. Um Molkereiprodukte weiterhin anbieten zu können könnte die Tafel auf Waren zurückgreifen, die direkt von Firmen an die Landes- und Bundesverbände der Tafel gehen. "Es gibt in NRW mehrere Verteilerzentren für die Tafeln. Unseres ist Dortmund. Hätten wir einen zweiten Wagen, könnten wir Sonderfahrten einlegen und uns auf Abruf dort mit Frischprodukten eindecken", erläutert Zober. Dies kann die Tafel Willich derzeit aber nicht, da ihr einziges Frischdienstfahrzeug jeden Tag auf den normalen Touren unterwegs ist und nicht für Sonderfahrten abgezogen werden kann. Auf der anderen Seite ist es nicht erlaubt mit einem normalen Wagen zu fahren, da die Produkte bei acht Grad transportiert werden müssen. Ein zweites Fahrzeug hätte zudem den Vorteil, dass bei Inspektionen oder Ausfall des ersten Fahrzeuges kein teurer Leihwagen für die tägliche Arbeit genommen werden müsste.

Mit Hilfe von Spenden hofft die Tafel, das rund 35.000 Euro teure Frischdienstfahrzeug finanzieren zu können. Ansonsten ist die Tafel immer auf der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Helfern, insbesondere Fahrer und Beifahrer.

Quelle: RP
 
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