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Stadt Willich
Moderne Aschenputtel-Version als Musical

Stadt Willich. "Macht ihr mir mal gelb an", ruft Klaus Mond zur Technik auf der Empore des Forums im Schiefbahner St. Bernhard Gymnasiums hinauf. Sekunden später ist das Mikrofon des Lehrers einsatzbereit. In drei Minuten gehe es los, kündigt er über die Anlage lautstark an. Die Ansage löst hektische Betriebsamkeit aus. Am Bühnenbild, das auf der rechten Seite ein nahezu komplett rosafarbenes Zimmer beinhaltet, werden die letzten Requisiten zurechtgerückt. Der Tisch in der Bühnenmitte bekommt noch einen Laptop und hinter dem Bett links wird ein grüner Ast deponiert. Von Bianca Treffer

Maike und Marie H. ziehen trotz des warmen Wetters Trenchcoats über die T-Shirts und kurzen Hosen. Dazu kommen Hüte. Die beiden Siebtklässlerinnen sind zu Heinz und Edi mutiert. Aber nicht nur sie verwandeln sich in diverse Musicalfiguren. Aus Marie B. ist Connys Vater geworden. Die blonden Locken geschickt unter einer Kappe verborgen, könnte man ihr glatt den Jungen abnehmen. Finja kommt im glitzernden kurzen Kleid aus der Umkleide. Jule, im stilvollen blauen Kleid mit Perlenkette, hat indes Probleme mit dem Headset, die Mond aber schnell lösen kann. Es liegt eine Spannung in der Luft. Einzig Souffleuse Pauline sitzt gelassen auf ihrem Stuhl vor der Bühne, auf der schon Nina mit Mikrofon und einem dicken Märchenbuch unter dem Arm als Conférencier im Licht eines einzelnen Spots steht.

Die Generalprobe von "Prinz Himmelblau sucht eine Frau" der Neigungsgruppe Musical des St. Bernhard Gymnasiums steht an. 22 Siebtklässler proben seit Beginn des Schuljahres die moderne Variante von Aschenputtel unter der Regie von Mond. In diesem Fall ist Conny die Hauptfigur, die sich mit gleich vier Stiefschwestern und Stiefmutter herumärgern muss. Ihren Prinzen lernt sie auf dem großen Maskenball kennen, der von einer Partnervermittlungsagentur veranstaltet wird. Doch ob sie wirklich zusammenkommen, das verrät Facebook. Inzwischen hat Nina die Einleitung musikalisch wie textlich vorgetragen und die erste Szene rollt an. Lana als Connys Mutter liegt sterbenskrank auf ihrem Bett und stirbt im Beisein ihrer Tochter Conny, die von Sara gespielt wird. Mond ist spieltechnisch mit der Szene zufrieden, wünscht sich allerdings ein etwas abgedunkelteres Licht, wie er der Technik mittels Handzeichen deutlich macht. Die zuschauenden Darsteller müssen selber kichern, als Connys Stiefmutter (Finja), ihren tütenbepackten Mann hinter sich herschleppend, auf Einkaufstour geht. Die synchrone Sprechweise von Garbie (Katharina) und Barbie (Leah), zwei der Stiefschwestern, sitzt perfekt, alle beherrschen ihre Texte, die Mimik und Gestik stimmt - die Aufführungen können kommen. Den beiden schulinternen Aufführungen folgen am 23. Mai, 19 Uhr, und 4. Juni, 14.30 Uhr, die öffentlichen Veranstaltungen. Der Eintritt dazu ist frei.

Quelle: RP
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