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Stadt Willich
Nach den Bäumen kommen die Bienen

Stadt Willich. Die Kolpingsfamilie Willich ist derzeit auf ihren Streuobstwiesen im Einsatz. Der Baumschnitt steht an. Neben dem Obstbaumprojekt haben sich die Mitglieder einem weiteren Naturprojekt verschrieben; den Bienen. Von Bianca Treffer

An Baum Nummer 32, einem Gelben Bellfleur, geht es betriebsam zu. Hans Bernddorf blickt fachmännisch in die Krone des Apfelbaums, um dann gezielt die Astschere einzusetzen. "Eine Krone muss lichtdurchflutet, winddurchlässig und tragfähig sein. Das ist der beste Schädlingsschutz, den wir dem Baum geben können", erklärt der Fachberater für Baumschnitt, während mehrere kleine Äste fallen. Auch der Austrieb, der sich am unteren Teil des Stammes gebildet hat, entfernt der Fachmann, denn dort haben die Äste nichts verloren.

Neben dem Apfelbaum, der auf dem Grünstreifen am Langenfels in Wekeln steht, schneidet Heinz Malessa indes ein längeres Stück des synthetischen Flachbandes ab, um es Axel Bernsdorf zu reichen. Der wiederum bindet mit dem Band den Baum an seinen Pflanzpfahl. "Als wir vor zwei Jahren die Bäume gepflanzt haben, benutzten wir zum Festbinden ein Kokosseil. Das ist allerdings schon ziemlich verrottet und muss nun überall ersetzt werden", sagt Axel Bernsdorf. Auch einige der Pflanzpfähle sehen nicht mehr so gut aus, daher trägt Dietmar Prielipp neue Pfähle über die Wiese mit ihren insgesamt 56 Obstbäumen.

Was vor nunmehr zwei Jahren von der Kolpingsfamilie Willich ins Leben gerufen wurde, erhält seine jahreszeitliche Pflege. Anlässlich des 200. Geburtstages von Adolph Kolpings entstand bei der Kolpingsfamilie Willich seinerzeit die Idee, 200 Bäume zu pflanzen. 226 sind es insgesamt geworden, die heute, auf verschiedenen Flächen verteilt, in Willich anzutreffen sind. "Unseren Baumpaten, die damals die Bäume kauften, erhielten das Versprechen der Pflege durch Kolping, und das lösen wir seitdem ein", sagt Malessa. Neben dem Baumschnitt, der Kontrolle der Pfähle und der jeweiligen Verbissschutze steht auch das Mähen der Grünflächen an, soweit es sich um städtischen Grund und Boden handelt. "Zudem müssen wir jetzt einen Baum austauschen", sagt Prielipp. Von den 226 Obstbäumen ist nämlich ein Zwetschgenbaum nicht angegangen, und der wird jetzt für den Paten kostenfrei ersetzt.

Für ihr Projekt erhielt die Kolpingsfamilie in diesem Jahr den Umweltpreis der Stadt Willich. Eine Auszeichnung, die die Mitglieder, die alle ehrenamtlich im Einsatz sind, freut und ermuntert, in dieser Richtung weiterzumachen. Und genau das ist bereits geschehen. Die Kolpingsfamilie startete schon das nächste Naturprojekt, und das betrifft die Bienen. Insgesamt acht Kolpingsmitglieder haben entsprechende Fortbildungen in Sachen Bienenhaltung gemacht, darunter auch Prielipp und Hans Bernsdorf. "Wir haben im Mai zehn Bienenvölker auf unseren Streuobstflächen aufgestellt", informiert Prielipp.

Den neuen Hobbyimkern geht es dabei weniger um den Honig, sondern mehr um die Bienen und ihre Bestäubungsaufgabe. Für ein Drittel aller Nahrungsmittel sind Bienen und ihre Bestäubung gefragt. "Albert Einstein sagte einst, wenn die Bienen aussterben, stirbt der Mensch vier Jahre später aus", zitiert Malesse die Aussage des berühmten Mannes. Nichtsdestotrotz soll natürlich auch Honig gewonnen werden. Ab dem nächsten Jahr wird es so den Willicher Kolpinghonig geben.

Um die Arbeit der Bienen den Bürgern näherzubringen, ist zudem geplant, im Frühjahr 2016 eine Webcam an einem der Bienenstöcke zu installieren. Interessierte können dann über die Seiten der Kolpingsfamilie Willich die Arbeit der Bienen beobachten. Zudem plant man die Anschaffung eines gläsernen Schaukastens, in dem ein Bienenvolk beobachtet werden kann.

Quelle: RP
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