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Stadt Willich
Nathalie fliegt auf die Azoren

Stadt Willich: Nathalie fliegt auf die Azoren
Kurz vor ihrer Abreise am Sonntag steigt die Spannung bei Nathalie Zimmermann. Für die Finanzierung ihrer Reise hat sie sich Sponsoren gesucht. RP-Foto: Kaiser FOTO: Kaiser Wolfgang
Stadt Willich. Sie erfüllt sich am Sonntag einen Traum: Die Willicher Schülerin Nathalie Zimmermann nimmt an einem Forschungsprojekt im Rahmen der Master MINT-Angebote teil. Auf den Azoren hilft sie Forschern und Meeres-Biologen. Von Nadia Joppen

"Ich habe es schon fast ganz durchgearbeitet" - ein Tauchlehrbuch ist für die 16-jährige Nathalie Zimmermann aus Willich in diesen letzten Wochen des Schuljahres genauso wichtig wie ihre Schulbücher - und das aus gutem Grund. Für sie erfüllt sich ihr großer Traum dieses Jahres. Am kommenden Sonntag, 19. Juni, startet sie in ein großes Abenteuer: Sie nimmt an einem Meeresbiologie- und Vulkan-Forschungsprojekt im Rahmen der Master MINT-Projekte für Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahren teil.

Für Nathalie heißt das konkret, dass sie bis zum 1. Juli mit einer Gruppe Jugendlicher auf Pico, der zweitgrößten Insel der Azoren vor Portugal, an einem Projekt zur Beobachtung von Delfinen und Walen auf dem offenen Meer mitarbeitet - als Hilfe für die dort ganzjährig tätigen Forscher und Meeres-Biologen.

Das hat sie dank eigener Initiative und eines besonderen Engagements geschafft. Das Konzept dieser Projekte sieht nämlich vor, dass die jugendlichen Teilnehmer ihren Kostenanteil nicht über ihr Erspartes oder elterliche Finanzhilfe zahlen, sondern dass sie anders aktiv werden: Sie sollen sich Firmen aus ihrer Stadt oder Umgebung suchen, die als Sponsoren kleinere Beiträge oder vielleicht sogar als Einzelsponsor die ganze Summe von - in Nathalies Fall - rund 2400 Euro übernehmen. Als Gegenleistung wird sie in den Firmen über ihre Forschungserfahrungen einen Vortrag halten.

Um Sponsoren zu gewinnen, hatte sie sich vor einigen Wochen an die Rheinische Post gewandt. Der Effekt: Schrittweise - mit Unterstützung ihrer Mutter und auch verbunden mit einigen Absagen - kam die Summe über viele kleinere Sponsorbeiträge und eine große Unterstützung zusammen. Nathalie kann jetzt Reise und Tauchkurs finanzieren, hat die notwendigen Nachweise bei dem Projektträger "Institut für Jugendmanagement"-Stiftung erbracht und erhielt die Zusage.

Auf die Reise hat sie sich über ein anderes Projekt in der Pfingstwoche schon gut vorbereitet: An ihrer Schule, dem Lise Meitner-Gymnasium in Anrath, hat sie in diesem Schuljahr einen Projektkurs "Meereskunde" belegt - und war mit Schulkameraden zur Exkursion in Pula/Kroatien. Dort waren sie an einer Meeresschule, haben Schnorcheln gelernt und die Unterwasserwelt - vor allem Stachelhäuter wie Seeigel, Seegurke und Seesterne, aber auch Plankton - beobachtet. Gelernt hat sie schon einiges - so hatte sie einen violetten Seeigel in der Hand, der für den Menschen aber völlig harmlos ist.

Allerdings: Die Vor-Ort-Expeditionen mit Schnellbooten auf dem Meer werden sicher noch einmal eine ganz andere Erfahrung. Ihren momentanen Gefühlszustand beschreibt Nathalie Zimmermann so: "Ich freue mich, aber ich habe es noch nicht so richtig realisiert", denn im Moment stehen noch Klausuren und die Abschlussarbeit für den Projektkurs an - eine Abhandlung über die Photosynthese von Posedonia Oceanica - Neptunsgras - in verschiedenen Tiefen.

Quelle: RP
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