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Willich
Naturpark rüstet sich für die Zukunft

Willich: Naturpark rüstet sich für die Zukunft
Das Jubiläum des Naturparks macht vor allem vor der wunderschönen Kulisse des Wittsees in Leuth gute Laune (v.l.): Dr. Ferdinand Schmitz, Peter Ottmann und Michael Puschmann. FOTO: Busch
Willich. Das 50-jährige Bestehen ist kein Endpunkt, sondern nur eine Etappe für den Naturraum an Schwalm und Nette. Der künftige Naturpark-Plan soll gesellschaftliche Veränderungen aufnehmen und die Strukturen anpassen. Von Ludger Peters

Das 50-jährige Bestehen des Naturparks Schwalm-Nette ist Anlass, kurz ein mal innezuhalten und sich darüber zu freuen, was er heute darstellt. Aber längst haben die Verantwortlichen die Zukunft im Blick. Sie arbeiten an einem Naturpark-Plan, der Antworten geben muss auf komplexe Aufgabenstellungen. Es sind vor allem die gesellschaftlichen Veränderungen, die die Planer beschäftigen.

Verbandsvorsteher Peter Ottmann, Landrat des Kreises Viersen, ist den Ideengebern dankbar, die Mitte der 1960er-Jahre den Naturpark aus der Taufe hoben. Die Flussläufe von Schwalm und Nette umreißen das Gebiet, in dem einiger der wertvollsten Naturflächen des Landes NRW zu finden sind. "Ziel war es, die Natur zu schützen und zu entwickeln, sich aber Menschen zugänglich zu machen", erklärte Ottmann jetzt im neu eröffneten Café-Restaurant am Wittsee in Leuth. Das Haus sei ein Beispiel dafür, dass die Idee des Naturparks Tourismus und Gastronomie kräftig angekurbelt hat.

Als "vorzügliches Beispiel der zurzeit viel beschworenen interkommunalen Zusammenarbeit" charakterisierte der Vorsitzende der Verbandsversammlung, Dr. Ferdinand Schmitz die Naturpark-Geschichte. Dass seit 1976 nachhaltige Bande über die Grenze im gemeinsamen Internationalen Naturpark Maas-Schwalm-Nette geknüpft und viele Kooperationspartner für das umfangreiche Programm gefunden wurden, sei ebenfalls eine besondere Leistung, unterstrich er. Ein dichtes Netz von Wanderwegen und Parkplätzen, die es vor 50 Jahren weitgehen noch gar nicht gab, überspannt jetzt das Naturparkgebiet von Wachtendonk im Norden bis Wassenberg im Süden. Die Naturparkschau mit den Premiumwanderwegen hat vor drei Jahren nachdrücklich gezeigt, wie die Infrastruktur deutlich verbessert und modernisiert werden kann. Natürlich sind alle Karten, Broschüren und Programme gedruckt und digital abrufbar. Geschäftsführer Michael Puschmann ist stolz und froh, wie oft allein die QR-Codes an den Audiostationen der Wasserblicke abgerufen wurden: Annähernd 1500 Mal griffen Wanderer dort zum Smartphone, um Informationen abzurufen.

1965 war der Graureiher noch als Brutvogel in seinem Bestand akut gefährdet. Ihn zu schützen, war ein Ziel des Naturparks, der den großen Vogel in seinem Logo führt. Ihn und andere Pflanzen und Tiere und vor allem die Kostbarkeit der Natur nahezubringen, ist das ein weiteres Anliegen immer schon gewesen. Veranstaltungen aller Art inklusive intensiver Unterrichtung von Lehrern und Schülern passen in dieses Profil. Parallel dazu bemüht sich der Naturpark seit vielen Jahren darum, Natur und sanften Tourismus in Einklang zu bringen. "Manche Gebiete enthalten wir den Besuchern vor, andere haben wir ihnen durch ganz gezielte Lenkung geöffnet", berichtete Peter Ottmann. Großen Wert legt er darauf, dass der Naturpark seine Qualität immer wieder prüfen und zertifizieren lässt. "Was draufsteht, muss auch drinsein", betonte er.

Der neue Naturpark-Plan muss nach Auffassung des Verbandsvorstehers konkrete Antwort auf die Frage geben, wie der demografische Wandel bewältigt wird. Die Infrastruktur müsse zwangsweise einerseits einer alternden Besucherstruktur angepasst werden, müsse aber auch so lebendig und spannend gestaltet werden, dass junge Menschen für die Natur und ihren Erhalt begeistert werden. Wirtschaftlich ist der Naturpark ein Faustpfand für alle, die vom Tourismus leben: Mehr als sieben Millionen Menschen leben innerhalb einer Autostunde rundherum.

Quelle: RP
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