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Stadt Willich
Naturtrainerinnen für den Kindergarten

Stadt Willich: Naturtrainerinnen für den Kindergarten
Die künftigen Nabu-Naturtrainerinnen Elita Grafke und Maria Pimpertz bringen Kindern in der Kita Blauland die Natur nahe. Ab Oktober dürfen sie sich zertifizierte Naturtrainerinnen nennen. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Willich nimmt an einem Pilotprojekt des NABU NRW teil. Erstmalig werden Senioren als ehrenamtliche Naturtrainer für Kitas ausgebildet. Von Bianca Treffer

Im Gruppenraum der Kita Blauland piepst es. Das Geräusch kommt aus dem großen Käfig mit der Wärmelampe. Dort sind nämlich drei Küken zuhause, die den Kindern in der Kita eine spannende Zeit beschert haben. Die Kinder haben dank einem elektrischen Ausbrüter miterlebt, wie sich die Küken in ihren Eiern entwickelt haben und aus ihren Eiern geschlüpft sind. Das Ganze ist dabei ein Projekt der angehenden Naturtrainerinnen des NABU. Seit Juli vergangenen Jahres nehmen Elita Grafke und Maria Pimpertz an dem Pilotprojekt Naturtrainer in NRW teil.

"Als ich im vorigen Jahr von dem Projekt erfahren habe, war ich sofort begeistert und habe mich direkt beworben", erinnert sich Pimpertz. Die Anratherin bringt sich seit Jahren bei Naturschutzprojekten ein und sieht die Ausbildung zum zertifizierten Naturtrainer als gute Gelegenheit, das eigene Wissen zu vertiefen und an Kinder weiterzugeben. Die Kombination Kinder und Natur sprach auch Grafke sofort an. "Ich möchte Wissen vermitteln und über wichtige Zusammenhänge in der Natur informieren. Bei den Kleinsten anzusetzen, ist der richtige Weg", sagt die Schiefbahnerin. Die beiden Frauen besuchen so in regelmäßigen Abständen den Naturschutzhof in Lobberich, wo sie an insgesamt acht Praxisworkshops für Naturtrainer teilnehmen. Die Ausbildung läuft dabei insgesamt über ein Jahr. Die Palette der Workshops reicht von jahreszeitlichen Themen wie Tiere im Winterquartier bis hin zu rechtlichen Dingen, die vonseiten des Kinderschutzbundes vermittelt werden. Dazu kommen Hausaufgaben in Form von kindgerechter Ausarbeitung von Themen, die ein jeder Teilnehmer im Anschluss der Gruppe vorstellt. "Wir haben zudem einen großen Ordner erhalten, in dem wir viele Anhaltspunkte und Ideen zur Wissensvermittlung finden", sagt Pimpertz. Die eigenen Ideen können natürlich jederzeit eingebracht werden, so wie Grafke dies mit dem Kükenprojekt gemacht hat. "Das war kein Workshopthema und auch nicht im Ordner zu finden", verrät sie lächelnd. Schon während der Ausbildung konnten sich die beiden eine Kita aussuchen, mit der sie gerne arbeiten möchten. Grafke entschied sich für Blauland, Pimpertz für Glückskinder. In beiden Kitas liefen daher schon die ersten Projekte mit den angehenden Naturtrainerinnen.

Schön sei die Unterstützung, die sie vonseiten des NABU Willich erhielten, sind sich die beiden engagierten Frauen einig. "Wenn wir irgendetwas an Anschauungsmaterial benötigen, helfen uns die NABU Mitglieder sofort", berichtet Grafke. Sie selber brauchte für ihr Küken-Projekt Nester von Vögeln, um den Kindern zu veranschaulichen, welche Bedingungen Vögel in der Natur brauchen, um Nester zu bauen, Eier zu legen, diese auszubrüten und ihre Jungen groß zu ziehen. Pimpertz, die das Thema Winterschlaf aufgegriffen hatte, konnte dank NABU auf einen ausgestopften Igel zurückgreifen. "Ein Tier, das ganz viele Kinder noch nie gesehen hatten", berichtet sie. Sie baute mit den Kindern Winterquartiere und verdeutlichte, wie wichtig es ist, Gärten ein stückweit natürlich zu lassen, damit Tiere wie der Igel Unterschlupf finden können.

Bei den Kitas indes kommen die Projekte bestens an. "Mich hat schon eine weitere Kita angesprochen, die ein Insektenprojekt starten möchte, ob ich nicht helfen könnte", berichtet Grafke. Beide Frauen sind mit großer Begeisterung bei der Sache. "Es macht einfach Spaß, Themen auszuarbeiten und sie gemeinsam mit den Kindern durchzuführen", lautet ihre Meinung. Die Zeit, die ein täglicher Besuch in der Kita erfordert, wird gerne investiert. Die Wissbegierde der Kinder fasziniert Grafke und Pimpertz aufs neue. Beide würden sich wieder für das Projekt bewerben und freuen sich schon jetzt, wenn sie sich ab Oktober zertifizierte Naturtrainerinnen nennen dürfen.

Quelle: RP
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