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Stadt Willich
Neersener Bankräuber wird gejagt

Stadt Willich: Neersener Bankräuber wird gejagt
Mit diesen Fahndungsfotos sucht die Polizei nach dem Bankräuber. FOTO: KN
Stadt Willich. Hat der Mann, der im Januar die Neersener Volksbank-Filiale überfallen hat, 16 weitere Taten begangen? Nun wurde eine überregionale Ermittlungskommission gebildet. Auch ein Überfall in Schiefbahn verlief nach ähnlichem Muster. Von Marc Schütz

Der Mann, der am 21. Januar die Volksbank-Filiale in Neersen überfallen hat, wird jetzt von der überregionalen Ermittlungskommission "Brille" gesucht. Das gaben gestern Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss bekannt. Denn der Täter scheint nicht nur die Bank in Neersen überfallen zu haben: Seit Oktober 2014 kam es bundesweit zu insgesamt 17 bewaffneten Überfällen auf Geldinstitute, die überwiegend nach demselben Schema abliefen. Auch die jüngsten Taten am vergangenen Mittwoch in Viersen an der Hauptstraße sowie in Mönchengladbach an der Straße Burgfreiheit werden ihm zugeschrieben. Am 19. Januar kam es zudem in Nettetal-Schaag zu einem ähnlichen Überfall.

Mit diesen Fahndungsfotos sucht die Polizei nach dem Bankräuber. FOTO: KN

"Der bislang unbekannt gebliebene Täter tritt maskiert und zumeist unauffällig an den Bankschalter und verlangt mit leiser Stimme die Herausgabe von Bargeld beziehungsweise legt dem Mitarbeiter des Geldinstitutes ein entsprechendes Forderungsschreiben vor", so die Ermittler. Seiner Forderung verleihe der Täter mitunter durch das Vorzeigen einer Schlusswaffe Nachdruck. "Durch dieses unauffällige Vorgehen des Täters bemerkten weitere anwesende Personen den stattfindenden Überfall regelmäßig nicht."

In Neersen ereignete sich der Überfall damals folgendermaßen: Laut Polizei half um 11.50 Uhr eine Mitarbeiterin der Bank am Minoritenplatz einer älteren Kundin dabei, Bargeld am Geldautomaten einzuzahlen. Ein hinter ihr stehender Mann hob dabei sein Sweatshirt an, sagte "Überfall" und zeigte eine Pistole, die im Hosenbund steckte. Die Bankangestellte gab ihm daraufhin das Geld der Seniorin. Anschließend ging die Angestellte zum Bankschalter. Der Tatverdächtige folgte ihr ein kurzes Stück, verließ aber dann fluchtartig die Bank, möglicherweise weil er fürchtete, die Bankangestellte werde einen Alarm auslösen. Bei dem Überfall wurde niemand verletzt.

Mit diesen Fahndungsfotos sucht die Polizei nach dem Bankräuber. FOTO: KN

Anhand von Zeugenaussagen und Bildern der Überwachungskameras an den verschiedenen Tatorten können die Ermittler das Aussehen des Täters inzwischen beschreiben. Die Ermittlungsbehörden fahnden nach einem etwa 25 bis 35 Jahre alten und 1,70 bis 1,75 Meter großen Mann von normaler Statur. Der Täter hat einen hellen Teint und ist möglicherweise Linkshänder. Bei den Überfällen trägt der Täter in der Regel eine Perücke und/oder eine andere Kopfbedeckung sowie häufig eine große Brille mit dunklem Gestell - daher der Name der Ermittlungskommission. Verlässliche Feststellungen zu seiner Haarfarbe oder Frisur können wegen der Kopfbedeckungen und der Brille nicht gemacht werden.

Zudem wird die Polizei prüfen, ob der Täter auch die Filiale der Sparkasse in Schiefbahn an der Hochstraße am 17. September überfallen hat, so ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage. Damals hatte der Täter einen Zettel an der Kasse vorgelegt und auf diese Weise Geld verlangt. Zudem gab er vor, eine Granate am Körper zu tragen. Das Kassenpersonal kam daraufhin der Forderung nach und gab ihm Geld. Die damalige Beschreibung des Räubers passt in etwa zu der jetzt herausgegebenen: etwa 1,80 Meter groß und 25 bis 35 Jahre alt, normale Figur, dunkel gekleidet mit schwarzer Lederjacke und Cargohose. Er trug eine Mütze, Brille und Bart.

Die Polizei sucht Zeugen, die Hinweise zur Identität des Unbekannten geben können. Die Ermittlungskommission "Brille" ist bei der Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss unter der Rufnummer 02131 3000 zu erreichen.

Quelle: RP
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