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Stadt Willich
Neue Ausstellungskonzeption gelungen

Stadt Willich. Die Ausstellung im Schageshof zeigt Werke von Prof. H. K. Ehmer, Marianne Hilgers, Andreas Holtkemper, Horst Krause, Gregor Strunk. Von Angela Wilms-Adrians

Die jeweils charakteristische Handschrift von fünf Künstlern ist unschwer zu erkennen. Zugleich bieten die künstlerischen Positionen der Ausstellung "Blickpunkte" in der Anrather Galerie Schageshof einen stetig schwingenden Dialog, der die Sinne schärft für Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der höchst lebendig ausgebreiteten Auseinandersetzung mit der uns umgebenden Wirklichkeit. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 19. April, um 16 Uhr.

Aller Erfahrung zum Trotz ist die Präsentation in ihrer Art für die Galeristen Irene und Dr. Karl-Josef Brockmanns eine Premiere: Mit dem Ziel einer gänzlich neuen Ausstellungskonzeption lagen Gestaltung und Künstlerauswahl dieses Mal ausschließlich in Händen des Künstlers und erfahrenen Kurators Gregor Strunk. Ja, Brockmanns´ wagten gar während der entscheidenden Vorbereitungsphase einen Urlaub, um zu sehen, was danach "reingezaubert" war. "Es ist gelungen", stellen Künstler und Galeristen zu Recht fest. Auf drei Ebenen ist zu erleben, wie die insgesamt 160 Arbeiten in den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Mosaik bei aller Unterschiedlichkeit doch ein homogenes Ganzes umspielen. Die Hängung berücksichtigt den Dialog, der thematische oder formal ästhetische Verbindungen freilegt.

Prof. H.K. Ehmer erschafft atmosphärisch dichte Bilder, die einerseits an einen naturalistischen Anspruch anknüpfen, andererseits aber auch Malerei um ihrer selbst willen thematisieren. Fast durchweg ergibt sich in seinen Bildern entlang der seitlichen Ränder eine Kante, die farbliche Vibrationen erhöht. An dessen Lust des Machens in Verbindung mit der Qualität des zwischen grob und fein changierenden Malduktus´ erkennt Strunk die Verbindung zu Horst Krauses Werk. Dessen Leitthema ist der Mensch, mehrschichtig angelegt in Gemälden, die Figuration andeuten und zugleich hinterfragen. Technisch extrem aufwändige Radierungen faszinieren über das Widerspiel von Dichte und feinen Spuren. "Mosaik ist eine ernste Spielerei", sagt Marianne Hilgers, die mit 84 Jahren die Älteste in diesem Quintett ist und erfrischend lebendig in Mosaiken haptisch kompositorische Spannungsfelder erschafft. Dabei lässt sie sich oft von der Qualität und "Würde" der gewählten Natursteine und Mineralien leiten, baut aber auch bewusst auf. Strukturen einer ganz anderen Art zeigt Andreas Holtkemper. Für seine Fotografien sucht er in ganz Deutschland eindrucksvolle Räumlichkeiten, die im verwitterten und verlassenen Zustand Überbleibsel menschlicher Existenz symbolisieren und den Vanitas-Gedanken als Ausdruck des Vergänglichen aufgreifen. Für seine Malerei sucht er ebenfalls Motive, denen etwas Marodes anhaftet. Im malerischen und grafischen Werk folgt Gregor Strunk der Idee des "entdeckenden Sehens". Er trägt auf, nimmt zurück, wedelt Farbe ab oder radiert und erschafft faszinierende Kompositionen, die zur Entdeckung narrativer Elemente einladen.

Quelle: RP
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