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Stadt Willich
Neue Diskussion über Hallenneubau in Willich gefordert

Stadt Willich. Nach dem Ende des Kaisersaals als Veranstaltungshalle wollte sich auch Klaus Haselhoff einbringen und präsentierte Pläne für eine Halle an der Krefelder Straße. Doch Politik und Verwaltung verfolgten eigene Pläne. Von Willi Schöfer

Den Haselhoffs geht es gut. Klaus Haselhoff ist seit 1988 selbstständiger Schreinermeister. Seine Ehefrau, Martina Graf-Haselhoff, arbeitet als Steuerberaterin. Der 52-jährige Willicher kennt seinen Heimatort, hat unter anderem die Spuren seines Handwerks im ehemaligen Katharinen-Hospital oder zuletzt bei der Instandsetzung der Gaststätte "En de Hött" hinterlassen. In seiner Freizeit, so auch vor wenigen Tagen in der relativ neuen Asylbewerber-Unterkunft in Willich, greift Klaus Haselhoff oft zur Gitarre, organisierte zum Beispiel früher im Kaisersaal auch einige Blues-Festivals. Er hatte sich mit seiner Frau schon früh eingemischt, damit Willich nach dem Rückzug des Kaisersaal-Wirtes einen angemessenen neuen Veranstaltungssaal bekommt. Und Klaus Haselhoff blickt erstaunt zurück. Beim Gespräch in seinem Garten an der Moltkestraße fängt er seinen Rückblick erst einmal damit an, dass auch ihm im vergangenen Jahr der Kauf des Kirchen-Geländes an der Krefelder Straße, auf dem unter anderem die Kirche St. Maria Rosenkranz steht, angeboten worden sei. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und einigen Freunden habe er dann an einem Konzept gearbeitet. Mit dem Ziel, entweder dort in Zusammenarbeit mit der Stadt die neue Veranstaltungshalle zu betreiben oder diese selbst mit seiner Ehefrau als Investor und als eine GmbH zu übernehmen.

"Wir wollten damit kein Geld verdienen, sondern in erster Linie den Vereinen ein neues Dach für ihre Veranstaltungen geben", berichtet Haselhoff weiter, dass er als Mit-Investor für die komplette Struktur inklusive Inneneinrichtung und Technik gesorgt und dabei sämtliche Veranstaltungen der Stadt oder der Vereine erste Priorität gehabt hätten. Eine erste Überlegung sei gewesen, dass die Stadt dafür einen festen monatlichen Betrag zahle und gleichzeitig von der Vermietung an private Betreiber profitiere.

Kalkuliert hatten sie dafür einen Kaufpreis von rund 500 000 Euro und notwendige Umbauten und Investitionen von zusätzlich etwa 900 000 Euro. Haselhoff schwärmt noch immer von dieser Idee: "Dort hätte die Halle niemanden gestört, könnten in unmittelbarer Nähe der Autobahnauffahrt Parkplätze geschaffen und bei der Riegel-Bebauung auch ein natürlicher Lärmschutz vorgesehen werden", sagt er.

Der Schreinermeister sprach 2014 darüber erst einmal unter vier Augen mit einigen Kommunalpolitikern. Sein Eindruck von damals: "Auch einige Politiker, die an den so genannten Machthebeln saßen, waren davon begeistert." Umso enttäuschter war das Ehepaar, als Kämmerer Willy Kerbusch wenig später als einzige machbare Alternative vom Neubau einer Halle im Sport- und Freizeitzentrum sprach und auch die Kommunalpolitiker, mit denen Haselhoff geredet hatte, eine Kehrtwendung machten und auf einmal ohne Wenn und Aber für den Kerbusch-Vorschlag plädierten, bis auf die Liberalen. Und die städtische Grundstücksgesellschaft reagierte schnell, kaufte selbst das Kirchengrundstück. "Um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben", mutmaßt Klaus Haselhoff.

Der Schreinermeister möchte, dass jetzt über den Standort einer neuen Halle noch einmal neu diskutiert wird. Zumal er den jetzt vorgesehenen Baukörper von rund 2700 Quadratmetern mit einer Auslastung von bis zu 1100 Personen für viel zu groß dimensioniert ansieht. Die Hälfte würde reichen. Vom zusätzlichen Parkplatzbedarf von 150 Plätzen ganz zu schweigen. Schalltechnische Probleme seien programmiert, daran könnte auch eine 6,50 Meter hohe Schallschutzwand an der Schiefbahner Straße nichts ändern. "Die Wand ist ja höher als die Gefängnismauer in Anrath, wie das wohl aussieht...", kommentiert Martina Graf-Haselhoff.

Quelle: RP
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