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Stadt Willich
Neue Gas-Pipeline durch Ostkreis geplant

Stadt Willich: Neue Gas-Pipeline durch Ostkreis geplant
Auf der Karte ist der Trassenverlauf in einem 600-Meter-Korridor zwischen St. Hubert und Schiefbahn rot aufgezeichnet. FOTO: KREIS VIERSEN
Stadt Willich. Im Ausschuss für Planung, Bauen und Umwelt informiert die Kreisverwaltung über einen Trassenkorridor für eine neue Gasfernleitung. Die Trasse "Zeelink" beginnt bei Schiefbahn, umgeht St. Tönis und Kempen und endet bei St. Hubert. Von Heribert Brinkmann

Ganz früh im Vorfeld einer Baumaßnahme in den Jahren 2019/2020 werden in den betroffenen Gebieten die politischen Planungsgremien informiert. Im Kreis Viersen geht es am 16. Juni im Ausschuss für Planung, Bauen und Umwelt um die Erdgasfernleitung "Zeelink". Netzwerkbetreiber ist die Open Grid Europe GmbH in Essen. Sie plant in Zusammenarbeit mit der Thyssengas GmbH den Bau der Erdgasfernleitung "Zeelink" zwischen Eynatten in Belgien und Legden im Münsterland.

Die Erdgasfernleitung ist bereits im aktuellen Netzentwicklungsplan (NEP) Gas enthalten. Nach aktuellem Planungsstand verläuft sie auf einer Länge von rund 26 Kilometern durch den östlichen Teil des Kreises Viersen, sie berührt dabei die Stadtgebiete von Kempen, Tönisvorst und Willich. Der grobe Leitungsverlauf im Entwurf wurde anhand eines sogenannten Trassenkorridors mit einer Breite von 600 Metern bestimmt. Die Rohrleitung hat eine durchschnittliche Überdeckung von 0,80 bis 1 Meter sowie eine Nennweite von DN 1200 - was einem Durchmesser von 1,20 Meter entspricht. Die Leitungstrasse "Zeelink 1" beginnt an der Verdichteranlage St. Hubert der NETG und endet an der deutsch-belgischen Grenze. Im Gebiet des Kreises Viersen wird die neu zu bauende Leitung teilweise parallel zu bereits existierenden Erdgastransportleitungen errichtet. In St. Hubert ist außerdem eine Gas-Druck-Regel-Mess-Anlage (GDRM) geplant, deren Dimensionierung noch nicht abschließend bestimmt wurde.

Am 27. April hat Open Grid Europe die Planung im Rahmen eines Behördentermins Vertretern des Kreises Viersen sowie der betroffenen Städte Willich, Tönisvorst und Kempen vorgestellt und das erforderliche Planverfahren skizziert. Zur Genehmigung sind noch ein Raumordnungsverfahren sowie drei Planfeststellungsverfahren nach dem Energiewirtschaftsgesetz durchzuführen. Die zuständige Behörde ist dazu die Bezirksregierung Düsseldorf. Insofern geht es im Planungsausschuss des Kreises auch nur um eine Information, die die Politiker zur Kenntnis nehmen, eine Diskussion oder ein Beschluss ist nicht vorgesehen.

Eine Rolle spielen Mindestabstände zu Hochspannungs-Oberleitungen (380 kV) sowie Siedlungsflächen, Wasserschutz- oder Naturschutzgebiete. In Tönisvorst wird eine Wasserschutzzone berührt. Die Netzbetreiber befürworten derzeit einen Trassenkorridor zwischen Alt-Willich und Schiefbahn. Nach der Querung der A 44 verläuft die Trasse in Richtung Nordwesten im Bereich der L 361, L 379 und L 362 (östlich von Anrath und westlich von St. Tönis) in Richtung St. Hubert. Die Inbetriebnahme ist innerhalb des Zeitraumes 2020 bis 2024 vorgesehen.

In der Stadt Willich wird die Technische Beigeordnete Martina Stall den Planungsausschuss ebenfalls am 16. Juni informieren. Im Moment könne man nicht viel dazu sagen, weil es sich noch um einen Planungskorridor handele. Das Stadtgebiet von Willich sei "heftig betroffen", die Trasse verlaufe einmal quer durchs Stadtgebiet. Das sei alles schon "ein bisschen merkwürdig". Innerhalb des Planfeststellungsverfahrens werde man sich die Trasse genauestens ansehen.

In Tönisvorst hält es Bürgermeister Thomas Goßen noch für zu früh, das Vorhaben oder den Verlauf des Suchkorridors zu kommentieren. Das Vorhaben müsse erst mehrere förmliche Verwaltungsverfahren durchlaufen, bei den die Kommunen ihre Bedenken oder Änderungswünsche der Bezirksregierung mitteilen könnten.

Quelle: RP
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