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Stadt Willich
Neue Gesichter und bekannte Stars

Stadt Willich: Neue Gesichter und bekannte Stars
Die roten Schuhe des Intendanten Jan Bodinus setzen einen farblichen Akzent: das Ensemble der Schlossfestspiele 2016. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. In fünf Wochen starten sie wieder, die Schlossfestspiele Neersen. Sechs neue Schauspieler sind im aktuellen Ensemble. Für Gastauftritte wurden Samuel Koch und Ottfried Fischer gewonnen. Von Stephanie Wickerath

"Der Mann mit dem Hut ist wieder da", sagt Jan Bodinus, im zweiten Jahr Intendant der Schlossfestspiele Neersen. Und wenn der Mann mit dem Hut durch die Stadt läuft, dann wissen die Neersener: Bald ist es wieder so weit, bald verwandelt sich der Bereich vor dem Schloss in eine Freilichtbühne, auf der gelacht und geweint, gezittert und gefeiert wird.

"Wir freuen uns, dass Sie wieder da sind", begrüßt Sabine Mroch, Vorsitzende des Festspielvereins, den Intendanten, die Schauspieler und Ausstatter, Maskenbildner und Techniker, Regisseure und Assistenten. Wobei "wieder" in diesem Jahr nicht ganz passt, denn im Ensemble der Schlossfestspiele finden sich ungewöhnlich viel neue Gesichter. Von elf Schauspielern sind sechs zum ersten Mal in Neersen.

Unbekannt werden sie dem Publikum aber trotzdem nicht alle sein. Pierre Sanoussi-Bliss etwa hat 18 Jahre lang den Assistenten in "Der Alte" gespielt, bis er vor zwei Jahren ausschied. Auch viele andere Fernsehrollen besetzte der 53-jährige Berliner. Matthias Freihof, der wie Sanoussi-Bliss in der DDR aufwuchs und jetzt seine Neersen-Premiere feiert, ist ebenfalls aus vielen Fernseh-Rollen bekannt. Nun stehen die beiden, die auch privat befreundet sind, in dem Stück "Ziemlich beste Freunde" gemeinsam auf der Freilichtbühne.

Der dunkelhäutige Sanoussi-Bliss übernimmt dabei die Rolle des Pflegers Driss, Matthias Freihof spielt Philippe, der seit einem Unfall komplett gelähmt ist. Die Verfilmung der Autobiografie von Philippe Pozzo Di Borgo war 2012 ein Kino-Hit. Die Geschichte auf der Freilichtbühne in Szene zu setzen, ist sicher eine spannende Sache für Jan Bodinus, der die Inszenierung übernommen hat.

Das Publikum scheint dem Regisseur, der vor ein paar Jahren selbst noch als Schauspieler zum Schlossensemble gehörte, aber zu vertrauen: Fast 4000 Karten sind für "Ziemlich beste Freunde" bereits verkauft oder reserviert. Premiere feiert das Stück am Samstag, 18. Juni, um 20.30 Uhr. Insgesamt gibt es bis zum 4. August 16 Abendvorstellungen.

Auch der Vorverkauf für das zweite Abendstück laufe sehr gut, wie Doris Thiel vom Festspielverein mitteilt: "Wir haben für 'Die Feuerzangenbowle' schon an die 3000 Karten verkauft oder reserviert." Überhaupt sei die Kartennachfrage in diesem Jahr außergewöhnlich hoch. Mit gut 13.100 verkauften und reservierten Karten liege der Schnitt bereits 3000 Karten über dem vergleichbaren Wert vom Vorjahr. Da hatte Jan Bodinus erstmals die Leitung der Schlossfestspiele übernommen, nachdem Astrid Jacob sieben Jahre lang die Intendanz innehatte. Offensichtlich hat dem Publikum der frische Wind, den der in Krefeld aufgewachsene Bodinus mitgebracht hat, gefallen.

Mit mehr als 5000 verkauften Karten ist allerdings "Der gestiefelte Kater" der Renner im Programm. Traditionell werden die Schlossfestspiele mit einem Kinderstück eröffnet. In diesem Jahr allerdings erstmals am Nachmittag. Das Familienstück für Kinder ab drei Jahren nach dem Märchen der Brüder Grimm feiert am 12. Juni, 15 Uhr, Premiere. Gideon Rapp, der im vorigen Jahr als Phileas Fogg brillierte, spielt den Kater, außerdem ist er als Pfeiffer in der Feuerzangenbowle zu sehen.

Besondere Erwähnung verdienen noch zwei Gastauftritte: So kommt am 12. Juli Ottfried Fischer nach Neersen. Der seit 2008 an Parkinson erkrankte Schauspieler und Kabarettist spielt ein "best of" aus seinem kabarettistischen Lebenswerk. Außerdem liest Samuel Koch, der seit einem Unfall im Fernsehen an den Rollstuhl gefesselt ist, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sarah Elena Timpe, die zum Festspielensemble gehört, am 13. Juli aus den Briefen von Widerstandskämpferin Sophie Scholl an den Soldaten Fritz Hartnagel.

Quelle: RP
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