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Stadt Willich
Nichts Konkretes zum Unterrichtsausfall

Stadt Willich: Nichts Konkretes zum Unterrichtsausfall
2014 zog die Willi-Graf-Realschule von Schiefbahn an die Johannesschule in Anrath um. 2017 laufen beide Schulen aus. So lange sollen Synergieeffekte genutzt werden. Bei der Vertretung der Lehrer untereinander ist das aber schwierig. FOTO: Kaiser
Stadt Willich. Vertreter der Bezirksregierung äußerten sich im Willicher Schulausschuss unter anderem zur Situation an der Willi-Graf-Realschule. Die Politiker zeigten sich mit den Informationen nicht zufrieden. Nun sind die Eltern am Zug. Von Marc Schütz

Viel schlauer waren die Mitglieder des Willicher Schulausschusses am Ende nicht. Zwei Vertreter der Bezirksregierung waren in die jüngste Sitzung gekommen, um über die Unterrichtsausfälle an der Willi-Graf-Realschule und der Hauptschule Johannesschule zu berichten, die sich in Anrath unter einem Dach befinden, aber in zwei Jahren auslaufen. Vor allem an der Realschule soll es teilweise zu massiven Unterrichtsausfällen auch in den sogenannten Kernfächern kommen, hatten die Politiker von besorgten Eltern gehört - von denen sich in der öffentlichen Sitzung allerdings niemand blicken ließ.

Auch von der Schulleitung der Realschule war niemand anwesend, was Markus Gather (SPD) bemängelte: "Ich hätte mir gewünscht, dass wir hier beispielsweise etwas über das Vertretungskonzept der Realschule gehört hätten." Stattdessen berichtete Claudia Nübel von der Bezirksregierung über die Situation an der Anrather Realschule. Sie sicherte zu, dass es an der Willi-Graf-Schule auch im kommenden Jahr 15 Prozent mehr Lehrer geben werde, als ihr rechnerisch zustünden - auch wenn die absolute Zahl der Lehrer natürlich zurückgeht, da ja auch die Zahl der Schüler abnimmt. "Wir versuchen, auslaufende Systeme besser besetzt zu lassen als andere Systeme." Und der (derzeit erkrankte) Schulleiter Hermann-Josef Müller habe ihr zugesichert, dass der Unterricht "abgesichert" sei.

Was denn genau "abgesichert" heiße, wollte Bernhard Grotke (CDU) wissen: "Wird Mathematik von einem Mathematiklehrer vertreten?" Hier mussten die Vertreter der Bezirksregierung zugeben, dass nicht immer gewährleistet werden könne, dass ein Mangelfach (für das es ohnehin wenige Lehrer gibt) 1:1 vertreten werden kann. "Dann sollte man das auch so sagen", forderte Grotke, dem "abgesichert" in diesem Fall zu beschönigend klingt. Auch Franz-Josef Stapel zeigte sich unzufrieden mit den Ausführungen der Bezirksregierung: "Ich habe entnommen, dass eigentlich alles in Ordnung ist - ist halt so, wir müssen das Gesamtsystem betrachten. Aber das ist für mich überhaupt nicht zufriedenstellend."

Sonja Fucken-Kurzawa (CDU) hatte sich von dem Besuch der Bezirksregierungsvertreter ebenfalls mehr versprochen: "Ich hätte mir gewünscht, dass man mehr ins Detail gegangen wäre und uns konkrete Daten und Fakten zum Unterrichtsausfall vor Ort vorgelegt hätte. Allgemeine mathematische Berechnungen werden dem einzelnen Schüler nicht gerecht." Dem pflichtete auch Bernhard Fleischer (Grüne) bei. "Es gibt offensichtlich eine Diskrepanz zwischen den Zahlen der Bezirksregierung und dem, was von den Eltern wahrgenommen wird." Im aktuellen zehnten Schuljahr seien im letzten halben Jahr 60 Prozent des Mathe-Unterrichts ausgefallen, sagte Cornelia Wingerath (SPD).

Der Ausschussvorsitzende Merlin Praetor (Grüne) bat darum, in der Diskussion "Dampf aus dem Kessel zu nehmen". Nun müssen sich die Eltern an die Bezirksregierung wenden, um konkrete Zahlen zu den Unterrichtsausfällen an Haupt- und Realaschule zu erfahren. Denn eigentlich soll sich die Politik nicht in schulinterne Angelegenheiten einmischen."

Quelle: RP
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