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Stadt Willich
Nur die Grünen stimmen für Kauf des Brauerei-Geländes

Stadt Willich. Nun waren plötzlich wohl doch alle Fragen geklärt: Hatte es wenige Tage zuvor aus den Reihen der FDP und der Grünen noch geheißen, dass man über den Kauf des ehemaligen Hannen-Areals in der Ratssitzung am Donnerstag noch nicht entscheiden wolle, ging dann doch alles recht flott. Von Marc Schütz

Jede Fraktion stellte noch mal kurz ihre Argumente vor, dann wurde abgestimmt: Bei drei Gegenstimmen der Grünen stimmte der Rat dafür, vom Vorkaufsrecht für das Brauerei-Gelände, auf dem sich der Rewe-Markt und ein Parkplatz befinden, keinen Gebrauch zu machen. Ein Investor aus Willich kann das Areal nun für gut elf Millionen Euro kaufen.

Waren in der Ratssitzung außer den Grünen alle bemüht, dem Investor ihr Vertrauen auszusprechen, war die Diskussion am Abend zuvor im Planungsausschuss noch leidenschaftlicher. So hatte Karl-Heinz Koch (FDP) bemängelt, dass die Politiker den Investor nicht mal kennengelernt hatten.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die die Verwaltung der Politik vorgelegt hatte, bezeichnete er als "eingefärbt". "Wir sollten die Zeit nutzen, die fraglichen Punkte besser zu beleuchten, um auf einem breiten Fundament das richtige Urteil zu fällen", so Koch. Auf die Einwände der Grünen, die es lieber gesehen hätten, wenn die Stadt das Areal gekauft hätte ("der Investor könnte sich als jemand entpuppen, der einen anderen Weg gehen wird", so Merlin Praetor), entgegnete der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Donath in der Ratssitzung: "Das hier geäußerte Misstrauen ist eine Provokation. Der Investor ist ein ehrbarer Willicher Bürger, es gibt keinen Grund, ihm zu misstrauen."

Letztlich wird man sich auf das Wort des Investors, dessen Name noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen ist, verlassen müssen. Zwar hat er einen "Letter of Intent" unterzeichnet, in dem er sich bereit erklärt, das Gelände gemeinsam mit der Stadt zu entwickeln, doch handelt es sich dabei lediglich um eine nicht einklagbare Absichtserklärung. Womöglich passiert ohnehin 20 Jahre lang nichts, denn mit Rewe gibt es einen langfristigen Mietvertrag.

Kämmerer Willy Kerbusch, der wegen der angespannten Haushaltslage vom Kauf abgeraten hatte, gab zu bedenken, dass das Verhältnis der Stadt zu Rewe nicht das beste sei. Der Investor habe womöglich bessere Chancen, Rewe dazu zu bewegen, möglichen Entwicklungen des Areals nicht im Wege zu stehen. Volker Hufschmidt (SPD) hatte es im Planungsausschuss so zusammengefasst: "Wenn wir kaufen, tut sich 20 Jahre lang gar nichts. Wenn der Investor kauft, besteht wenigstens die Chance, dass was passiert."

Quelle: RP
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