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Serie Zuhause In . . . Mülhausen
"Oss Möllesse ist einmalig"

Serie Zuhause In . . . Mülhausen: "Oss Möllesse ist einmalig"
Das Kloster und die angegliederte Liebfrauenschule sind aus Mülhausen nicht wegzudenken. FOTO: Wolfgang kaiser
Willich. Die beiden Mülhausener Urgesteine Toni Raeth (78) und Paul Heller (64) leben gern im kleinsten Grefrather Ortsteil. Von Manfred Baum

Mülhausen. Wenn die beiden Mülhausener Urgesteine Toni Raeth (78) und Paul Heller (64) über "ihr Möllesse"" plaudern, ist das eine einzige Hommage an ihren Geburtsort, an ihre Heimat, an ihren Lebensmittelpunkt, dem sie immer treu geblieben sind. Sie kommen zu dem einhelligen Urteil: "Oss Möllesse ös einmalisch." Die Spurensuche beweist, dass die Mülhausen-Kenner damit richtig liegen.

Paul Heller, der an der Hauptstraße seinen Friseursalon betreibt, lässt keine Zweifel aufkommen: "Ich habe mich hier immer wohlgefühlt." Seine Frau Hildegard ist zwar aus Oedt, doch längst eine "echte Mülhausenerin", wie Heller weiter feststellt. Er ist fest verwurzelt in Mülhausener Vereinen. 15 Jahre war er Brudermeister der jetzt 350 Jahre alten St.Heinrich / St.Vitusschützen. Mehrfach war er Gemeindemeister im Kegeln.

Beim Tischtennisclub Blau-Weiß Mülhausen ist er Mitglied und außerdem in einer Straßengemeinschaft. Davon gibt es laut Raeth rund ein halbes Dutzend in Mülhausen. Für Paul Heller ist es auch ein Stück Lebensqualität, dass Mülhausen überschaubar ist. Man kennt sich und Heller behauptet: "Ich kenne fast alle Einwohner von Mülhausen." Raeth sieht sein Mülhausen als gemütlich und ländlich, schön eingebettet in die Niederrheinlandschaft.

"Wir liegen zwischen der Schleck im Osten und der Niers im Westen", stellt Raeth fest. Er hat das Vereinsleben in Mülhausen geprägt. Fußball auf Bezirksliganiveau spielte er von 1949 bis 1974 bei Borussia Oedt. Er besitzt sogar seinen Spielerpass aus dem Jahre 1949 noch, darauf ist er stolz. Im Tischtennisverein Blau-Weiß war er von 1974 bis 1981 Zweiter Vorsitzender, danach bis 1999 Erster Vorsitzender und seit 1999 Ehrenvorsitzender.

Er ist mit auch heute noch aktiver Tischtennisspieler in der sechsten Mannschaft von Blau-Weiß, gemeinsam mit seinem fast 80 Jahre alten Kegelbruder Heinz Aandekerk. Raeth war mehrfach Gemeindemeister im Kegeln und hat die Meisterschaft auch organisatorisch mit betreut. Seit 55 Jahren gehört er der Straßengemeinschaft Mülhausen-Süd an führender Stelle an. Wo heute das Zementlager der Firma Keuck an der Hauptstraße ist, hat er die Schulbank gedrückt.

Er freut sich stets, wenn seine Frösche ein Gartenkonzert geben, oder wenn, wie seit über 100 Jahren üblich, in Mülhausen St. Martin gefeiert wird. Begibt man sich auf Spurensuche, stellt recht schnell fest, dass die Aussage von Raethd und Hellers, dass Mülhausen einmalig ist, vollkommen richtig ist. Zwar hat Mülhausen keinen Bahnhof, keine Bank und keine Grundschule und nur noch eine Kneipe im Ortskern, aber viele andere bemerkenswerte Gebäude und Einrichtungen.

Gleich zwei Klöster gibt es in Mülhausen, die über 125 Jahre alte Liebfrauenschule. Hinzu kommen drei Kirchen, eine Kapelle um Haus Salus, dem Altenheim des Ordens der Schwestern Unserer Lieben Frau, und drei Friedhöfe. Erwähnenswert sind auch die beiden Turnhallen auf dem Gelände der Liebfrauenschule. Mülhausen hat ein intaktes Vereinsleben und ist fest eingebunden in die niederrheinische Radwegelandschaft.

Mülhausen verfügt sogar über ein Blockheizkraftwerk auf dem Klostergelände, das auch das Neubaugebiet Klostergarten versorgt. Der Kindergarten St. Heinrich ist jetzt 40 Jahre alt. Früher gab es auch in der Liebfrauenschule einen Kindergarten, ebenso ein Internat. Die Anbindung mit dem Bus nach Kempen und Grefrath ist gut. Die neue B 509 durchschneidet Mülhausen. Im Süden grenzt Mülhausen an Oedt, im Westen an Grefrath, im Norden an Wankum und im Osten an Kempen.

1970 wurde Mülhausen Teil der Gemeinde Grefrath. Fest verwurzelt und eingebunden in das Dorfleben ist der Orden der Schwestern Unserer Lieben Frau. Rund ein Vierteljahrhundert war der gebürtige Mülhausener Josef Lepers Bürgermeister in Oedt und Grefrath. Er hat viel, sehr viel für seine Heimatgemeinde getan. Vor acht Jahren ist er gestorben. Mit 96 Jahren ist der langjährige Kommunalpolitiker und gebürtige Mülhausener, Franz Kordsmeyer, der älteste noch lebende Kommunalpolitiker in der Gemeinde Grefrath.

Quelle: RP
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