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Stadt Willich
Piano-Swing begeistert das Publikum

Stadt Willich: Piano-Swing begeistert das Publikum
Das vom Mönchengladbacher Schlagzeuger André Spajic gegründete "Blue Motion Trio" mit dem Kölner Pianisten Martin Sasse und dem Düsseldorfer Bassisten Walfried Böcker wurde in Neersen durch den Mönchengladbacher Gitarristen Joscho Stephan verstärkt. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Der erste Jazz-Abend in Neersen mit dem "Blue Motion Trio" plus Joscho Stephan war ausverkauft. Von Gert Holtmeyer

Ausverkauft war im Schloss Neersen schon das Neujahrskonzert, ausverkauft war jetzt auch der erste Jazz-Abend. Der fand in angenehmer Atmosphäre statt. Die Rückkehr zur früheren Praxis, um die Bühne herum Tische aufzustellen, schuf in der Motte ein stimmungsvolles Ambiente. Und das "Blue Motion Trio", mit dem Gitarren-Star Joscho Stephan zum Quartett erweitert, fand ein begeistertes Publikum.

Stephan hat sich vor allem als exzellenter Gipsy-Gitarrist in der Tradition eines Django Reinhardt einen Namen gemacht. Er verfügt auf seinem Instrument über eine unglaublich brillante Technik, versteht sich mühelos auf die Kunst des Improvisierens und ist dazu auch noch ein witziger Moderator.

Das "Blue Motion Trio" wurde vom Schlagzeuger André Spajic gegründet, um sich dem Stil des Piano-Swings der 1950er und 1960er-Epoche zu widmen und um die Impulse eines Oscar Peterson oder Duke Ellington nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Joscho Stephan kennt sich, wie leicht festzustellen war, in dieser Sparte ebenfalls aus. Er spielte ausschließlich auf einer E-Gitarre und orientierte sich an Gitarristen wie Herb Ellis oder Joe Pass. So ganz weit liegen die Stile ohnehin nicht auseinander; einige der Stücke wie "Caravan" oder "Nuages" gehören für Stephan genau so zum Repertoire wie für "Blue Motion".

Glänzend funktionierte das Zusammenspiel. Mit dem Pianisten Martin Sasse, scherzte Stephan, liefere er sich Duelle, bei denen allerdings keine Verletzten zu beklagen wären. In der Tat: Stephan und Sasse, ebenfalls ein Meister der Improvisation, spielen sich locker die Bälle zu. Effektvolle Soli kamen auch vom Schlagzeuger André Spajic und vom ebenfalls vorzüglichen Bassisten Walfried Böcker. Improvisiert wurde nicht nach gleichbleibendem Schema, die Soli fielen mal länger und mal kürzer aus, wobei sich die Mitspieler mit spontanen Einwürfen beteiligten. Für Kurzweil sorgte auch der Wechsel der musikalischen Stimmungen. Lyrisches wie "Smile", von Charlie Chaplin 1936 für seinen Film "Modern Times" komponiert, kam ebenso zum Zuge wie rasante Be-Bop-Passagen. Außerdem wurden auch die Tempi innerhalb der Stücke immer wieder verändert. Nicht erst beim abschließenden "Sweet Georgia Brown" ging so richtig die Post ab.

Das eifrig applaudierende Publikum bestand auf einer Zugabe, um die sich die vier rheinischen Jazzer aus Mönchengladbach, Düsseldorf und Köln nicht lange bitten ließen.

Quelle: RP
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