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Stadt Willich
Platanen an der Grabenstraße bleiben stehen

Stadt Willich. Die Platanen auf der Grabenstraße zwischen Neusser- und Peterstraße sind ins Alleen-Kataster des Landes aufgenommen worden. Damit sah sich der Planungsausschuss jetzt konfrontiert - und das in den Unterlagen dokumentierte Verfahren warf für Cornelia Wingerath (SPD) Fragen auf. Ein Aspekt: Im April hatte der Planungsausschuss über Bürgerbeschwerden beraten, wonach die Platanen zu viel Schatten werfen, die Wurzeln das Pflaster angehoben haben und das Laub den Anwohnern viel Arbeit beschere. Sie hatten einen massiven Rückschnitt der Baumkronen gefordert - die Verwaltung hatte hingegen nur einen Rückschnitt um 15 Prozent durchgeführt. Dazu hatte es einen Ortstermin gegeben, bei dem zwei Unfall-Risikostellen erkannt und mittlerweile repariert worden sind. Eine externe Gutachterin hatte zudem die Verwaltung bestätigt und geschrieben, dass in einem fünfjährigen Turnus ein 10- bis 15-prozentiger Rückschnitt unschädlich für die Bäume sei.

Dazu war aber in den Unterlagen für den Planungsausschuss eine Mail einer städtischen Mitarbeiterin an die Bezirksregierung dokumentiert, die im Juli angemahnt hatte, dieser Bereich der Graben-Straße sei noch nicht in das Alleen-Kataster aufgenommen worden - es handele sich aber aus ihrer Sicht um eine Allee. Zwischenzeitlich ist die Aufnahme erfolgt, und somit genießen die Bäume einen gesonderten Schutz gegen Fällung.

Wingerath hatte gefragt, ob die Mitarbeiterin zu dieser Mail berechtigt gewesen sei und ob es sich nicht um einen Vorgang handele, in dem die Verwaltung "wenig Fingerspitzengefühl" beweise. Die Technische Beigeordnete Martina Stall sagte, dass die Mitarbeiterin ihre Kompetenzen nicht überschritten habe. Es habe vielmehr einen anderen Fall gegeben, in dem die Stadt Willich Fällungen beschlossen hatte. Sie hatte aber wegen des Alleen-Charakters der Straße diesen Beschluss auf Anweisung des Kreises wieder zurücknehmen müssen.

Stadtplaner Thomas Scholemann ergänzte, dass das Alleen-Kataster noch im Aufbau sei. Es gebe aber den ausdrücklichen Hinweis, dass auch Alleen geschützt seien, die noch nicht im Kataster aufgelistet sind.

Daniel Kamper (CDU) mahnte an, die Platanen jetzt schon mit einer wassergebundenen Oberfläche einzufassen, um Probleme zu vermeiden. Christian Winterbach (Grüne) fragte, was geschehe, wenn eine Wurzel ein Haus beschädige? Diese werde zurückgeschnitten, so Stall - und dann werde die Standfestigkeit des Baumes kontrolliert. Sollte die Verkehrssicherheit gefährdet sein, müsse und könne gefällt werden.

Letztlich entschied der Ausschuss mit den Stimmen aller Fraktionen, dass die Kronen alle fünf Jahre zurückgeschnitten werden und die wassergebundene Oberfläche angelegt werden soll.

(djm)
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