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Stadt Willich
Pötschke ist wieder zahlungsfähig

Stadt Willich: Pötschke ist wieder zahlungsfähig
Annette Gommans, Leiterin des Gartencenters, und Geschäftsführer Markus Jungbluth bestücken in der großen Halle die Auslagen. Auch während der vorläufigen Insolvenz lief das Geschäft wie gewohnt weiter. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Das Pötschke Gartencenter in Schiefbahn ist gerettet: Der Insolvenzantrag wurde zurückgezogen. Das Unternehmen gehe gestärkt aus den turbulenten Zeiten hervor, sagt Geschäftsführer Markus Jungbluth. Von Marc Schütz und Ludger Baten

Sturmtief "Niklas" wütete gestern auch über die Freiflächen des Pötschke Gartencenters an der Büttgener Straße und riss Pflanzen um und Werbeschilder mit. Der guten Laune von Geschäftsführer Markus Jungbluth tat das aber keinen Abbruch, denn die stürmischen Zeiten sind für den Betrieb nun zumindest aus finanzieller Sicht vorbei: Einen Tag zuvor hatten Jungbluth und Inhaber Dieter Wiegand am Krefelder Amtsgericht den am 21. Januar gestellten Insolvenzantrag zurückgezogen. "Die Firma steht jetzt auf soliden finanziellen Beinen, ist entschuldet und geht gestärkt aus der abgewendeten Insolvenz hervor", sagte der 46-Jährige.

Für die finanziellen Probleme des Traditionsunternehmens hatte Anfang des Jahres ein geplatztes Immobiliengeschäft gesorgt. Eine Gesellschaft wollte die Pötschke-Immobilie für 2,9 Millionen Euro kaufen und dann an das Gartencenter verpachten, andere Teile des Geländes sollten anderweitig genutzt werden. Doch das Geschäft platzte, und die Firma Pötschke blieb auf einigen Ausgaben sitzen, die zur Vorbereitung angefallen waren. Zudem waren in Erwartung des Zuflusses der 2,9 Millionen Euro weitere Ausgaben getätigt worden.

Doch nun hat sich kurzfristig doch noch ein Investor gefunden, der das 90 000 Quadratmeter große Areal für 2,6 Millionen Euro gekauft hat und die 30 000 Quadratmeter große Gartencenter-Fläche an die Firma Pötschke verpachten wird - Laufzeit zunächst einmal zehn Jahre. Das übrige Gelände soll weiter landwirtschaftlich genutzt werden, die Verträge sind jedoch schneller kündbar, falls der Investor die Fläche anderweitig nutzen will - was aus baurechtlichen Gründen aber schwierig werden dürfte.

Geschäftsführer Jungbluth jedenfalls strotzt vor Optimismus und Vorfreude auf die nun beginnende Gartensaison. Und vor Dankbarkeit für Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Mitbewerber, die dem Unternehmen auch während der schwierigen Phase die Treue gehalten haben. Das Wort "Insolvenz" habe zwar einige Kunden verunsichert, weil viele dies für gleichbedeutend mit Schließung hielten, andere Kunden seien jedoch durch die Berichterstattung über die finanzielle Schieflage überhaupt erst auf das Unternehmen aufmerksam geworden, so Jungbluth, der die geplanten Modernisierungsmaßnahmen nun wie geplant fortsetzen will. Unter anderem soll das beliebte Café noch attraktiver werden, wofür bereits neues Personal gesucht werde. Und auch sonst werde sich im Gartencenter bald Einiges tun, verspricht Jungbluth. Verstärkt möchte er nun auch mit der Schiefbahner Werbegemeinschaft kooperieren, die ihm sehr zur Seite gestanden habe - wie auch die Stadt Willich.

Willichs Bürgermeister Josef Heyes zeigte sich auf Nachfrage ebenfalls sehr erleichtert darüber, dass das Willicher Traditionsunternehmen jetzt wieder liquide ist und die etwa 30 Arbeitsplätze gesichert sind. Die Stadt habe viele Gespräche geführt und Kontakte vermittelt, so Heyes weiter.

Quelle: RP
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