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Stadt Willich
Politik wirbt eindringlich für ein "Nein"

Stadt Willich. CDU, SPD und FDP hatten zu einer gemeinsamen Diskussionsrunde über die Kugelahorne auf dem Willicher Markt eingeladen. Fazit: Wenn die Bäume stehenbleiben, bleibt der Markt so, wie er jetzt ist. Von Marc Schütz

"Der Markt bleibt grün, von Kahlschlag kann keine Rede sein", so fasste der Planungsausschussvorsitzende Christian Pakusch (CDU) eine der Kernaussagen zusammen, die gestern Nachmittag bei einer gemeinsamen Infoveranstaltung von CDU, SPD und FDP auf dem Willicher Marktplatz getroffen wurden. Die Politik hatte Bürger, Vertreter der Stadtverwaltung, den Marktplatz-Planer René Rheims und den Baumsachverständigen Wolf Meyer-Ricks eingeladen, um über die Hintergründe des von der Bürgerinitiative "Pro Kugelahorn am Willicher Markt" initiierten Bürgerbegehrens zu diskutieren. Nur etwa 50 Gäste machten allerdings davon Gebrauch.

"Wir stehen nach wie vor zu unserem Gestaltungskonzept, und das ist mit den Kugelahorn-Bäumen nicht umzusetzen. Ein Mittelding kommt aus unserer Sicht nicht infrage", sagte René Rheims vom Krefelder Planungsbüro "Kraft.Raum.", das sich beim sogenannten Werkstattverfahren im vergangenen Jahr gegen drei Konkurrenten durchgesetzt und den Zuschlag für die Umgestaltungsplanung des Platzes bekommen hatte. Er hob auf Bitten Pakuschs hervor, wie Transparent dieses Verfahren gewesen sei. Bürger hätten sich immer wieder einbringen können - und von dieser Möglichkeit durchaus rege Gebrauch gemacht. Dies betonte auch ein Bürger, der findet, dass sich die Bürgerinitiative viel zu spät eingeschaltet hat, nämlich erst dann, als viele Bürger bereits Anregungen gemacht hatten. "Das empfinde ich als zutiefst undemokratisch und als Wadenbeißerei."

Willichs Technische Beigeordnete Martina Stall machte deutlich, was es bedeuten würde, wenn sich die Mehrheit der Wahlberechtigten beim Bürgerentscheid für den Erhalt der Kugelahorne aussprechen würde: "Dann muss eine ganz neue Planung gemacht werden. Und eine zweite Planung wird vom Land definitiv nicht finanziell gefördert. Zudem fördert das Land eine Umgestaltung nur dann, wenn diese eine qualitative Verbesserung mit sich bringt. Und ob das der Fall wäre, wenn die Ahorne stehenblieben, ist fraglich." Kurzum, das wurde auch aus den Reihen der Politik deutlich: Wenn die Ahorne stehenbleiben müssen, bleibt der Markt so, wie er seit 25 Jahren ist.

Der Baumsachverständige Wolf Meyer-Ricks ließ durchblicken, dass die damalige Entscheidung für die Kugelahorn-Bäume ein Fehler war. "Ich erkenne zwar keine üblen Krankheiten, aber die Bäume sind trotz des gleichen Alters unterschiedlich gewachsen, was zeigt, dass es ihnen nicht so gut geht. Ein Baum, der unter optimalen Bedingungen, etwa in einem Park, wachsen würde, sähe weit besser aus." Vor allem sind für Meyer-Ricks Kugelahorne nicht für öffentliche Plätze wie den Markt geeignet: "Sie sind einfach nicht hoch genug, um drunter her zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren." Er wies auch darauf hin, dass eine Umgestaltung des Platzes mit schwerem Gerät den Ahornen schaden könnte.

Uwe Schummer (CDU), Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) und Hans-Joachim Donath (FDP) nutzten die Gelegenheit, noch mal eindringlich dafür zu werben, beim Bürgerentscheid mit "Nein" und damit für einen attraktiven Marktplatz zu stimmen.

Quelle: RP
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