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Stadt Willich
Politische Spätschicht bei den Möhren

Stadt Willich: Politische Spätschicht bei den Möhren
Auch abends laufen bei Brocker die Förderbänder. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft besuchte Menschen, die arbeiten, wenn andere Feierabend haben.

"Hm, lecker, vor allem als Suppe sehr schmackhaft", meint Anne Daniels zu einer Möhre, die außen violett und im Kern orange ist. "Sie ist deutlich kräftiger und süßer als die anderen", erklärt der Chef des Unternehmens, Mario Brocker. Anne Daniels ist die Kreis-Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Die Willicher und von Michael Schmitz angeführte CDA hatte sie ebenfalls zu einer "politischen Spätschicht" eingeladen.

"Wir machen so etwas zum zweiten Mal, wollen Menschen besuchen, die auch dann arbeiten müssen, wenn andere frei haben", erklärt Michael Schmitz. Die Gruppe von etwa 15 Männern und Frauen, darunter MdB Uwe Schummer, steht gerade draußen vor einer der vielen Kühlhallen. Gerade bringt ein Großlaster in vielen einzelnen 900-Kilo-Boxen die Ernte eines Vertragspartners aus Düren vorbei. "Wir haben im Rheinland etwa 45 solcher Partner, die uns mit den Möhren beliefern; darüber hinaus bekommen wir von etwa 36 Landwirten Bio-Möhren", fasst Mario Brocker zusammen. "Das ist hier schon eine große Familie", erzählt in einer Verarbeitungshalle bei vollem Betrieb und Lautstärke Mario Brocker. Gerade sind Mitarbeiter dabei, von einem Laufband die qualitativ nicht so guten Mini-Möhren auszusortieren. "Seit etwa zwei Jahren bieten wir für den Handel diese Mini-Produkte an, es läuft ganz gut", erklärt Brocker.

Nahezu 140.000 Tonnen des gesunden Gemüses werden dort im Jahr verarbeitet. "Etwa die Hälfte wird eingelagert, sodass wir den Handel damit zu allen Jahreszeiten, also auch von November bis Mai, bedienen können", sagt der Chef weiter. Deutschlandweit werden die Möhren zu den Händlern und vor allem in die großen SB-Märkte gebracht. Die Möhren lagern erst einmal ungewaschen bei einer konstanten Temperatur zwischen 0,2 und 0,5 Grad und bei nahezu 100-prozentiger Luftfeuchtigkeit in den Kühlhäusern, ehe sie gewaschen und verpackt werden. Die Gruppe kann sich von der Verarbeitung überzeugen und von den großen "Waschmaschinen", die rund um die Uhr ihre Arbeit verrichten. Zählt man die Saisonarbeiter dazu, arbeiten dort bis zu 200 Mitarbeiter, 55 davon sind fest angestellt und teilweise schon lange dabei. So Peter Hanke, der in wenigen Monaten in den Ruhestand geht, und dort seit über 33 Jahren beschäftigt ist.

Anschließend ging es weiter, wurde noch das Willicher Einrichtungshaus XXS besucht. Ein anderer Termin musste ausfallen. Die CDA wollte ursprünglich auch der neuen Anrather Feuerwache einen Besuch abstatten. Michael Schmitz: "Dies wurde von der Stadt nicht genehmigt, da so kurz vor den Bundestagswahlen parteipolitische Zusammenkünfte in öffentlichen Einrichtungen nicht erlaubt sind."

(schö)
 
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