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Stadt Kempen
Post setzt zunehmend auf E-Bikes

Stadt Kempen: Post setzt zunehmend auf E-Bikes
Diese drei Tönisvorster Postboten sind bereits mit E-Trikes beziehungsweise E-Bikes ausgestattet: Markus Eitner (von links), Kerstin Könkes und Kirsten Mölters. FOTO: Willi Schöfer
Stadt Kempen. Auch in Willich und Tönisvorst setzt das Unternehmen bei der Zustellung auf Elektrofahrzeuge - entweder Fahrräder oder Kleintransporter. Vor allem die Zusteller, die mit dem Rad unterwegs sind, schätzen die Motorunterstützung. Von Willi Schöfer

Die Deutsche Post ist dabei, ihre Fahrradflotte Schritt für Schritt auf E-Bikes und E-Trikes umzurüsten. Spätestens 2050 will der Konzern seine gesamte Flotte durch Elektrofahrzeuge ersetzt haben. Allein in Kempen, Willich und Tönisvorst fahren derzeit drei E-Bikes und acht E-Trikes. Darüber hinaus sind in Deutschland derzeit rund 2500 Elektroautos des Typs "Streetscooter Work" im Einsatz, davon sechs in Grefrath, wo es keine Postboten mit Pedelecs gibt. Gerade hat die Fahrradflotte in Tönisvorst durch zwei neue E-Bikes des Tochterunternehmens Street-Scooter Zuwachs bekommen.

An der Ludwig-Jahn-Straße 11- 13 in St. Tönis ist der Zustellstützpunkt für die gesamte Stadt Tönisvorst. Dorthin werden aus Krefeld täglich die Postsachen für die 16 Bezirke in St. Tönis und Vorst gebracht. Es ist 9 Uhr morgens. Auch Kerstin Könkes, die als Postbotin seit mehr als 30 Jahren unterwegs ist, packt ihr Rad. Sie bringt 868 Haushalten im sogenannten Seidenviertel in St. Tönis täglich die Briefe und andere Postsachen ins Haus. Seit März hat sie dafür ein E-Bike. "Das ist schon eine enorme Entlastung, dass man bei Gegenwind nicht so viel treten muss. Und gelenkschonender ist das auch", sagt die 51-Jährige, die gerade vorn und hinten am Rad ihr großen Taschen voller Sendungen platziert hat.

Gut sei zudem, ergänzt Kerstin Könkes, der niedrigere Einstieg als bei den herkömmlichen Rädern. Schwer ist ihre Fracht schon. Neben dem Gewicht des Rades und dem eigenen Körpergewicht kommt für die vier Behälter eine Nutzlast von insgesamt 60 Kilogramm dazu. Was daher nicht passieren darf: dass das Rad umkippt. "Allein kann man das als Frau kaum wieder aufstellen", sagt Kerstin Könkes. Auch sei es in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass aufgrund der schweren Fracht einige Speichen an den Radfelgen brachen. Die Kapazität der Batterie beträgt 480 Kilowattstunden. "An sich würde die Batterie zwei Tage halten, aber das Risiko gehe ich nicht ein, sondern lade sie jeden Tag auf", erklärt Kerstin Könkes.

"Ich möchte das Rad nicht mehr missen, es ist eine spürbare Entlastung", meint auch Markus Eitner, der seit 1987 in St. Tönis die Zustellungen erledigt. Gemeinsam mit Kirstin Mölters (39) ist er der Teamleiter des Stützpunkts. Bereits vor etwa einem Jahr hat er sein E-Trike ausprobiert. Diese Fahrzeuge sind für die großen Bezirke, ermöglichen eine Nutzlast bis zu 80 Kilogramm. In der Regel ist eine Nachladung nicht erforderlich. "Gut ist außerdem, dass wir an den E-Rädern abschließbare Abdeckungen haben, die vor Regen oder Diebstahl schützen", ergänzt Kirsten Mölters. Sie ist seit einigen Jahren eine "Springerin" und übernimmt die verschiedenen Bezirke - für die Kollegen, die ihren freien Tag haben.

In Kempen, Willich und Tönisvorst bringen täglich rund 70 Zusteller die Post auf zwei Rädern zu den Kunden. "Wir werden die Anzahl der E-Bikes auch hier in der Region in den nächsten Jahren weiter erhöhen", sagt Pressesprecherin der Deutschen Post DHL, Britta Töllner. In ganz Deutschland bestehe in der Zustellung die gesamte DHL-Flotte derzeit aus 24.900 Fahrrädern, davon bereits etwa 10.500 E-Bikes oder E-Trikes. Die neuen Pedelecs durchlaufen diverse Tests, was Robustheit, Lastenverteilung und Zuverlässigkeit angeht. Auch der Einsatz bei Schnee und Eis wird getestet - in der Neusser Eissporthalle.

Quelle: RP
 
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